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Do., 09. Juli 2015, 17:05 Uhr
Übungseinsatz für Feuerwehreinsatzkräfte des Kreises in mobiler Brandsimulationsanlage unter realen Bedingungen
Floriansjünger kämpfen in Sonnenstadt gegen Feuerdrachen
Die Brandschützer des Kreis Bergstraße trainierten fleißig im „Fire Dragon", um die Bevölkerung bei Feuer schützen zu können - auch der Erste Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf war von der Übung sehr angetan. Foto: Benjamin Kloos
BÜRSTADT/KREIS BERGSTRASSE - Ein besonders heißer Kampf gegen Flammen wartet in dieser Woche auf die Floriansjünger des Kreis Bergstraße am Feuerwehrstützpunkt in Bürstadt: Seit Montag und bis Samstag nutzen nahezu 320 Feuerwehreinsatzkräfte die Möglichkeit, unter realen Bedingungen einen Einsatz in der mobilen Brandsimluationsanlage zu leisten.
Im „Fire Dragon“ der Firma Dräger Safety absolvierten täglich von 12 bis 22 Uhr jeweils Zweierteams eine Trainingseinheit für Atemschutzgeräteträger. Am Donnerstag überzeugte sich der Erste Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf von der hohen Qualität der Übung und des Einsatzes der Feuerwehrleute.
Meterhohe Flammen, beißende Hitze - an der Decke bis zu 650 Grad Celsius und kaum Sicht - dies den realen Bedingungen bei einem Wohnungsbrand nachempfundenen Herausforderungen mussten sich die Brandschützer stellen. Dabei gab es fünf verschiedene Brandstellen, ebenfalls sehr realistisch gewählt: In einer Küche mit Fritteuse konnte in den engen, unübersichtlichen Räumen des mobilen Containers ebenso ein Feuer auf die Einsatzkräfte warten wie in einem Bett, an einem Regal oder noch schlimmer im Bereich des Gasanschlusses.
Machte sich ein Bild vor Ort: Der Erste Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf (r.) wurde durch Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller in die Technik der mobilen Brandsimulationsanlage eingewiesen. Foto: Benjamin Kloos
Doch nicht nur das reine Löschen stand im Fokus, auch die Rücksicherung mussten die Brandschützer im Blick behalten. Dabei galt es nicht nur, sich durch das Schließen von Türen den Rücken frei zu behalten, sondern auch einen möglichen Treppenbrand auf der Rückzugstreppe rechtzeitig zu bemerken. Wie intensiv der Einsatz ist, zeigt die Tatsache, dass vor drei Jahren bei der gleichen Übung insgesamt acht Schläuche verschlissen wurden, die dem Feuer zum Opfer fielen. In diesem Jahr konnte zumindest bis Donnerstag ein solcher Verlust vermieden werden.
Zur Sicherheit der Brandschützer kamen Kameras und Funk zum Einsatz, zudem wurde das Feuer aus einem Kontrollraum gesteuert, um eine Gefährdung der Einsatzkräfte auszuschließen. Auch und besonders dann, wenn die Kleidung durch das Löschwasser zu nass wurde - denn dann entstehen durch die Bildung von Wasserdampf ernsthafte Gefahren für die Feuerwehrleute. Neben der Brandbekämpfung als solches sollten die Feuerwehrleute daher auch lernen, sparsam mit dem Löschwasser umzugehen, um Überschwemmungen zu vermeiden und das Risiko für sich selbst zu verringern.
Viele Feuerwehrleute sind im Bereich des Brandeinsatzes aufgrund der glücklicherweise bundesweit geringer gewordenen Brände unerfahren. Im Fire Dragon sollen sie ein Gefühl für die Situation bei einem Brand bekommen, auch unter der hohen Belastung der Hitze sowie des zusätzlichen Gewichtes. „Zum Körpergewicht kommt ein zusätzliches Gewicht von 30 Kilogramm. Dies ist bei den vorhandenen Bedingungen eine große Herausforderung, gerade wenn es wie am Dienstag schwül und warm ist", erläuterte Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller. „Noch schwieriger wird es, wenn bei einem realen Brand eine Menschenrettung hinzukommt. Dann steigt der psychische Druck, die Nachbetrachtung eines Brandes spielt für uns daher immer eine wichtige Rolle." So auch bei der Übung im Fire Dragon, die sowohl eine Vor- als auch eine längere Nachbesprechung beinhaltete.
Besonders frisch als Atemschutzträger ausgebildete Feuerwehrleute bekamen die Gelegenheit, den „Feuerdrachen" zu bekämpfen um im Ernstfall Löschfehler zu vermeiden - aber auch „alte Hasen" nutzten die Gelegenheit, die sie sichtlich genossen. „Leider kann nur etwa 1/10 unserer 3.000 Feuerwehrleute im Kreis an dieser Übung teilnehmen, dennoch sind wir natürlich sehr froh, dass uns diese Möglichkeit geboten wurde", ergänzte Wolfgang Müller. Benjamin Kloos