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  • Fr., 15. September 2017, 09:36 Uhr
    SPD-Fraktion informierte sich vor Ort über die Sanierung des Hallenbads

    Fördergelder für Sanierung in Aussicht

    Die Biedensand-Bäder wollen von einem neu aufgelegten hessischen Förderprogramm für kommunale Schwimmbäder profitieren. Die elfköpfige Besuchergruppe der SPD-Fraktion ließ sich vor Ort vom Ersten Stadtrat Jens Klingler über die geplante Sanierung informieren. Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Der strahlende Sonnenschein brachte die beschlagenen Scheiben des Hallenbades besonders deutlich zur Geltung, als am späten Donnerstagnachmittag ein Teil der SPD-Fraktion zu einem Vor-Ort-Termin mit dem Ersten Stadtrat Jens Klingler, der auch Geschäftsführer der Biedensandbäder ist, einen Rundgang absolvierte. Von außen betrachtet wirken solche Ansichten nicht besonders schön, sind aber der sichtbare Hinweis, dass die Lüftungsanlage in die Jahre gekommen ist und dringend erneuert werden muss. Auch an vielen anderen Stellen offenbaren dem aufmerksamen Blick zahlreiche Symptome der Materialalterung und hässliche Stellen. Nicht der Regen sei für das Tropfen unter dem Dach verantwortlich, sondern das Kondenswasser der Lüftung suche sich diesen Weg nach außen, erklärte Klingler den interessierten Parlamentariern. Im Winter gebe es deshalb an dieser Stelle Eiszapfen. Die elfköpfige Gruppe mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Marius Schmidt folgte Klingler und Schwimmmeister Patrick Görling in die geräuschvollen Tiefen der Schwimmbadtechnik, Metalltreppen stiegen sie hinauf und hinunter in die vielen Räume, in denen das Blockheizkraftwerk, riesige Pumpen und Filter, Steuerungsgeräte, mächtige Rohre und Tanks die Biedensandbäder mit sauberem Wasser und Wärme versorgen. Die SPD informierte sich über die Sanierungspläne und überzeugte sich durch persönlichen Augenschein von der Dringlichkeit. Allerdings seien die technischen Anlagen auf dem neuesten Stand, in den letzten Jahren sei hier viel investiert worden, betonte Klingler. Das neue Blockheizwerk, das Energieried betreibe, versorge die Biedensandbäder kostengünstig mit Wärme und mit Strom, außerdem gebe es steuerliche Vorteile durch die kommunale Beteiligung an Energieried, ein steuerlicher Querverbund. Der neue Brauchwasserfilter bereite das Wasser aus dem Badesee für das Hallenbad und das Freibad auf, so sauber, wie nicht einmal das amerikanische Trinkwasser sei. Zudem stelle die Entnahme aus dem See eine Einsparung dar, nur das Wasser für die sanitären Anlagen sei Stadtwasser. Eine alte Anlage bereite das Wasser aus dem Hallenbad auf, da aber dieses Wasser stets die gleiche Temperatur habe, leide die Technik weniger. Nach der Hallenbadsanierung, für die insgesamt 2,5 Millionen Euro veranschlagt sind, sollen die Badegäste auch mehr Komfort beim Zugang bekommen: In der Freibadsaison wie auch sonst könne nur eine Kasse besetzt sein, eine Sparmaßnahme, die schon seit Jahren greift. Zukünftig soll ein Laubengang vom Hallenbad aus den Zugang zum Freibad erleichtern, wenn dort die Kasse nicht besetzt ist. Nach vierzig Betriebsjahren müssen nun Dach und Glasfassade dringend saniert werden, es sei jedoch eher eine energetische Sanierung, machte Klingler deutlich, keine komplette Sanierung. Ältere Fliesen beispielsweise werden nicht erneuert, wenn sie noch in Ordnung sind. Da die Stadt Lampertheim und die Biedensandbäder die Kosten der Sanierung nicht alleine tragen könnten, setze er auf das neue Förderprogramm des Landes Hessen. Dieses werde zwar erst aufgelegt, wenn die Sanierungsmaßnahmen ab Februar 2018 schon angelaufen seien, aber aus Wiesbaden sei die Fördermöglichkeit signalisiert worden. Neu sei dabei die kombinierte Förderung von Hallen- und Freibädern. „Wir sind ein Vereins- und Schulschwimmbad“, erklärte Klingler, den Badegästen werde von Aquafit-Kursen bis zum Training von Kanupolo-Sportlern alles geboten. Allerdings seien alle Bahnen für Vereine und Schulen voll belegt, sodass die Biedensandbäder weitere Anfragen wie vom Kreisausschuss des Landeskreises Groß-Gerau nicht berücksichtigen könnten. Der Aufsichtsrat der Biedensandbäder habe die Sanierung beschlossen, nun werde sich am 5. Oktober der Haupt- und Finanzausschuss damit befassen. Klingler hofft, dass dann auch die Stadtverordneten zustimmen. SPD-Fraktionsvorsitzender Schmidt dankte Klingler für die Führung und betonte, dass die SPD sich schon immer für den Erhalt des Schwimmbades eingesetzt habe. Das Schwimmbad sei kein Luxus, sondern Daseinsvorsorge. Auch damit es Schwimmunterricht geben könne, wie es die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft fordere. Hannelore Nowacki

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