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  • Di., 29. Oktober 2019, 10:03 Uhr
    „Die Krautstorze“ feierten mit dem Theaterstück „Dummheit schützt vor Liebe nicht“ eine gelungene Premiere

    Folgenschwere Verwechslungen sorgen für gute Stimmung 

    Die schüchterne Zeitungsausträgerin Rosa (Ute Timme) ist schon lange in Gustav (Christian Jänchen) verliebt, der davon aber nichts ahnt. Foto: Petra Gahabka


    HOFHEIM – Spielfreude, witzige Dialoge, Situationskomik  – das ist die Mischung, mit der die Hofheimer Theatergruppe „Die Krautstorze“ am Samstag und Sonntag ihr Publikum begeistert hat. Zur Premiere des Dreiakters „Dummheit schützt vor Liebe nicht“, das aus der Feder von Siegfried Burger stammt, waren rund 230 Zuschauer ins Bürgerhaus gekommen. Ein besonderer Gruß galt der ehemaligen Vorsitzenden Petra Bickelhaupt, die sich nach der letzten Spielzeit von der Bühne verabschiedet hat.   

    Wie es sich für einen ländlichen Schwank gehört, spielt dieser in der Küche und dem Wohnzimmer eines Bauernhofs. Die Möbel rustikal, auf dem Tisch das gute Kaffeegeschirr mit Blümchenmuster. Schon der Titel des Stücks lässt die Vermutung zu, dass es hier turbulent werden kann. Geht es um die Liebe, sind Irrungen und Wirrungen erfahrungsgemäß vorprogrammiert. Gleich zu Beginn wird der Unterschied zwischen den Geschlechtern geklärt: Die Männer müssen schaffen, die Frauen führen das Kommando. Das war bei Bauer Georg, der von Jürgen Hofmeister glänzend gespielt wird, nicht anders. Julia Härtling bestimmt als dessen Gattin Siggi sehr überzeugend, wo es lang geht. So auch, als nach dem Tod des Altbauers ihrem Schorsch ein geändertes Testament eröffnet wird, das seinem geistig zurückgebliebenen Bruder Gustav ungeahnte Rechte einräumt, solange dieser ledig ist. „Dann muss der Ochs halt verheiert wern un zwar sofort“, erklärt sie voller Tatendrang. 

    Die sieben Akteure zeigten bei der Premiere vollen Einsatz. Foto: Petra Gahabka


    Doch Gustav, der „ gutmüdische arme Deifel“, in dessen Rolle der gebürtige Saarländer Christian Jänchen voll aufgeht, muss über die Spezies Frau und die Liebe im Besonderen erst noch aufgeklärte werden. Das erledigte sein Bruder höchstpersönlich, denn „um eine Frau zu erobern muss man sich geschickt anstellen. Ein Fehler und alles ist vorbei“. Während Schorsch auf Handkuss und Komplimente setzt, rät der Freund seiner Tochter bei der Anmache eher zu coolen Sprüchen wie „Na du steiler Zahn“. Benny und Susi werden von Robin Vollhardt und Laura Neumann gespielt, die ihre Sache richtig gut machen. Nicht nur für Laura Neumann ist der Auftritt eine Premiere, sondern auch Ilonka Grosch steht das erste Mal mit den Krautstorze auf der Bühne. „Na, wo sinn se donn jetzt die heiratsfähische Männer?“, fragt sie als Frau Großmaul – rote Haare und Schuhe, Oberteil mit Leopardenmuster. Ihr Name ist Programm, ruckzuck hat sie alles aufgemischt. Großer Showdown auf dem Misthaufen.

    Dass es doch noch zu einem Happy End kommt ist unter anderem der schüchternen Zeitungsausträgerin Rosa (Ute Timme) zu verdanken, die schon lange ein Auge auf Gustav, der plötzlich gar nicht mehr so „plemplem“ ist, geworfen hat. Und auch Hausdrache Siggi gibt sich zum Schluss zur Freude aller ganz zahm. Das Publikum hat sich an diesem Abend sichtlich amüsiert und honoriert die schauspielerischen Leistungen mit langanhaltendem Applaus. Das Besondere bei „Dummheit schützt vor Liebe nicht“ ist, dass die Gruppe selbst Regie führte, bei den Bühnenproben war dann Armin Tremmel vor Ort, der eine Spielpause eingelegt hat. „Wir haben in diesem Jahr so viele Karten wie noch nie verkauft“, erklärte Pressesprecherin Christine Wegerle auf Nachfrage. Die 1 000-Besucher-Marke dürfte ihrer Meinung nach zu knacken sein, denn für die Vorstellungen am kommenden Wochenende, 2. und 3. November, gibt es nur noch einige Restkarten. Petra Gahabka

    Hinter den Kulissen

    Souffleuse/Souffleur: Marga Gilberg und Armin Tremmel

    Maske: Christine Wegerle

    Frisuren: Jennifer Noldes

    Beleuchtung: Jörg Ruh

    Tontechnik: Jürgen Knecht

     

     

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