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  • Mo., 10. Oktober 2016, 10:40 Uhr
    Fällung der Eiche wird mit Verkehrssicherungspflicht begründet

    Forstamt contra Greenpeace

    Greenpeaceaktivisten an der gefällten Eiche nahe Hüttenfeld. Foto: Ehret


    HÜTTENFELD - Greenpeace Mannheim-Heidelberg verurteilt scharf eine angebliche Missachtung geltenden Naturschutzrechts und des europäischen Naturschutzgebiets im Viernheimer-Lampertheimer Wald durch das Forstamt Lampertheim. Bereits mehrfach habe Greenpeace die Öffentlichkeit über die vom Forstamt in Lampertheim geplante Fällung der von einem Blitzeinschlag gezeichnete Eiche am Waldrand bei Lampertheim-Hüttenfeld informiert. Greenpeace Mannheim-Heidelberg hat sich stark gegen die Fällung eingesetzt, da ein solcher Baum wichtiger Bestandteil eines gesunden Waldes sei und zahlreichen Tieren einen Lebensraum biete. So sei beispielsweise eine seltene Fledermausart auf Lebensräume wie diese Eiche angewiesen. Mit der nun erfolgten Fällung der Eiche aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht sei erneut ein wertvoller Lebensraum für streng geschützte Arten verloren gegangen. Der Einspruch der Naturschützer landete seiner Zeit vor dem Petitionsausschuss des Landtages. Dort wurde der Entscheidung stattgegeben, den Baum zu fällen. Forstamtleiter Ralf Schepp demonstrierte bei einem Lokaltermin, dass die Forstbehörde richtig entschieden habe. Der Stamm war innen gespalten, der Kern war am Verfaulen. Somit war nach der Einschätzung des Forstamtes eine akute Gefahr für Passanten gegeben. „Vor der Fällung haben wir vorher den Baum nach möglichen Waldbewohnern abgesucht und nichts gefunden“, erklärte Schepp. „Habitatbäume werden üblicherweise vom Forstamt gekennzeichnet und stehen unter besonderer Beobachtung, um den Bestand zu halten“, erläuterte der Forstamtsleiter. Auch die fortschreitende Grundwasserabsenkung sei mitverantwortlich dafür, dass der von Menschenhand gepflanzte Eichenbestand im sogenannten Reliktwald zurückgeht. „Die Ausführungen des Forstamtes wurden bereits im Januar von einem unabhängigen Gutachter widerlegt, durch einfache Wiederholung werden sie nicht glaubwürdiger“, ärgert sich Martin Bösel, Wald-Aktivist bei Greenpeace. Die untere Naturschutzbehörde habe nach einer Begutachtung festgestellt, dass die Eiche nicht gefällt werden muss. Die gefällte Eiche sei zu mehr als einem Drittel des Durchmessers massiv und nicht morsch“, so Bösel bei einem Lokaltermin, zu dem Vertreter der Presse eingeladen waren. Sie stelle somit keine Gefährdung der Verkehrssicherheit dar. Warum sie dennoch gefällt wurde, lasse sich nicht erklären. Wirtschaftliche Aspekte können keine Rolle spielen, denn die Eiche muss liegen bleiben und darf nicht verwertet werden. ehr

     

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