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  • Mi., 16. August 2023, 23:14 Uhr
    CDU-SOMMERTOUR: Besuch bei Energieried im Wilhelm-Herz-Ring nach Fusion mit GGEW 

    Frank Kaus zuständig für eigenständige Wasserried-Gesellschaft und GGEW-Kommunalmanagement

    Die CDU-Sommertour informierte sich über die Aussichten bei Energieried nach der Fusion mit GGEW. CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Scholl fasste die positiven Eindrücke zusammen. Am Standort Lampertheim hat Energieried ein neuartiges Energiekonzept umgesetzt, das effizient und umweltschonend eigenen Strom, Kälte und Wärme bereitstellt. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Wie geht es mit dem Standort in Lampertheim nach der Fusion der beiden kommunalen Energieversorger Energieried und GGEW weiter? Das interessierte die elf CDU-Mandatsträger und Gäste, die bei der CDU-Sommertour am Montagabend in der vierten Etappe die Adresse Energieried im Wilhelm-Herz-Ring 9 angesteuert hatten. Nach den beengten baulichen Verhältnissen in der Industriestraße hatte der kommunale Energieversorger im Gewerbegebiet Wormser Landstraße das Verwaltungsgebäude und die Technikhalle gebaut und im Oktober 2021 bezogen. Mit 8.000 Quadratmetern und einer großen Erweiterungsfläche von 3.500 Quadratmetern ist hier Potenzial für die weitere Entwicklung - im Gegensatz zum Standort in Bensheim ohne Erweiterungsmöglichkeit, wie . Frank Kaus und Dr. Christian Sorge deutlich machten. Die große Gruppe war zunächst in den Konferenzraum zum Informationsgespräch eingeladen. Beim anschließenden Rundgang durch die Technikhalle tauchten die Besucher in die aktuellen Themen zur energieeffizienten, klimafreundlichen Heizung, Kühlung und Stromerzeugung ein und erfuhren wie bei Energieried die innovative Technik mit PV-Anlage auf dem Dach, Eisspeicher und großer Wärmepumpe als Herzstück funktioniert. Wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Scholl anfangs erklärte, sei die neue Firmenzentrale mit dem innovativen Energiesystem sowie das Entwicklungspotenzial am Standort Lampertheim für die Parlamentarier von besonderem Interesse. Nach der am 25. Juli erfolgten notariellen Beurkundung der Zusammenführung der beiden Unternehmen firmiert das Unternehmen seit 1. August offiziell als GGEW AG mit Sitz in Bensheim mit dem bisherigen Alleinvorstand. Der Name Energieried wird als Produktmarke weitergeführt. Juristisch handelt es sich bei der Fusion um das „Anwachsen“ von Energieried an die GGEW (Gruppen-Gas- und Elektrizitätswerk Bergstraße), ein Konstrukt, das für alle Beteiligten vorteilhaft sein soll. Personelle Umsetzungen seien für das zweite Halbjahr 2024 vorgesehen. Eine Partnerschaft gibt es schon seit 2002 durch die Beteiligung der GGEW AG an der Energieried GmbH & Co. KG mit 34,5 Prozent, wobei die Stadt Lampertheim in der damaligen Überkreuzbeteiligung mit etwa vier Prozent an der GGEW beteiligt war. Die anderen Anteile liegen bei der Stadt Lampertheim mit 40,4 Prozent und mit 25,1 Prozent bei der Stadt Bürstadt. Im Rahmen der Verschmelzung wurde das Wassergeschäft von Energieried jetzt in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Die Wasserried GmbH & Co. KG mit Sitz im Wilhelm-Herz-Ring, deren Geschäftsführer Frank Kaus wird, übernimmt die Wasserversorgung in den Städten Lampertheim und Bürstadt, die auch mit 71,7 Prozent und 28,3 Prozent alleinige Eigentümer sind. In der GGEW-Geschäftsleitung übernimmt Frank Kaus das Konzessions- und Kommunalmanagement und ist für kommunale Wärmekonzepte verantwortlich, die GGEW AG vertritt er in Verbänden, zugleich ist Kaus Standortleiter in Lampertheim. Nur größere Energieversorger seien auf Dauer handlungsfähig und könnten den Kunden ein umfangreiches Angebot machen,  machten Kaus und Scholl deutlich. Mit 40 Mitarbeitern bei Energieried in Lampertheim und 260 Mitarbeitern bei GGEW in Bensheim komme das Unternehmen nach der Fusion auf 300 Mitarbeiter insgesamt. Die Energiekrise mit teuren Stromeinkäufen 2021 habe viele Energieversorger gewaltig getroffen, betonte Kaus, Energieried sei mit 4,6 Millionen Euro ins Minus geraten, doch schon ein Jahr später mit über einer Million Euro wieder im Plus. Mit Blick auf das geplante kommunale Wärmekonzept für die angestrebte Wärmewende, stellte Kaus klar, dass viele Daten zusammengeführt werden müssen, doch seien noch nicht einmal die Parameter bekannt. Beim Rundgang durch das Technikzentrum öffnete der stellvertretende GGEW-Technikleiter Dr. Christian Sorge die Tür zum Herzstück des Systems, das Wärmegewinnung und Kühlung vereint und in Deutschland noch nicht verbreitet sei – sichtbar ist die Wärmepumpe und viele gedämmte Leitungen. Der Eisspeicher ist in der Erde verborgen, fasst 100 Kubikmeter Eis und hat 120.000 Euro gekostet. Die Wärmepumpe kam auf 50.000 Euro. Anhand von Schaubildern erklärte Sorge das hochkomplexe Energiesystem für den Sommer- und Winterbetrieb, das sich nur für gewerbliche und kommunale Zwecke eigne. Für den Notfall im Winter kann das Gasbrennwertgerät in Betrieb genommen werden. Zum Konzept gehören auch die Jalousien an den Fenstern und der „Vater Rhein als Heizschlange“. Kaus sprach von 90 Prozent Einsparung an CO2 bei dem KW55-Gebäude im Vergleich zur  Industriestraße. Positiv bewertete der CDU-Fraktionsvorsitzende Scholl abschließend, dass am Ende die Stadt profitiere und dass der Standort nicht nur erhalten, sondern erweitert werde. Am kommenden Dienstag um 16 Uhr geht die CDU-Sommertour zum St.-Marien-Krankenhaus.   Hannelore Nowacki

    Im energieeffizienten Gebäude von Energieried wurde ein neuartiges Energiekonzept umgesetzt. Foto: Hannelore Nowacki

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