KIL-Vernissage von Anette Jansen und Heike Kissel-Eltrop am 23. Februar / Erste Kooperation mit Mitgliedern der MIL
„Frauen 2018“ - eine Herzensangelegenheit
Die beiden KIL-Mitglieder Heike Kissel-Eltrop (l.) und Anette Jansen (r.) haben sich intensiv mit dem Thema "Frauen" befasst und werden den Gästen bei der Vernissage am 23. Februar ihre eindrucksvollen Werke präsentieren. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – Nicht nur als Thema, sondern als wahre Herzensangelegenheit bezeichnen die beiden Hobby-Künstlerinnen Anette Jansen und Heike Kissel-Eltrop das Thema „Frauen“, mit dem sie sich dieses Mal intensiv befassten. Eine Vernissage der ganz besonderen Art zu einem umfangreichen Thema erwartet die Besucher mit vielfältigen künstlerischen Werken - selbstverständlich sind nicht nur Frauen, sondern auch Männer herzlich willkommen.
Auf die erste Kooperation der Lampertheimer Künstler und Musiker freuen sich die KIL-Mitglieder besonders, denn erstmals wird bei der Vernissage von Jansen und Kissel-Eltrop auch ein Teil der MIL mitwirken: Das „BollWerk Duo” Barbara Boll und Matthias Klöpsch. Dieses Zusammenwirken soll künftig weiter ausgebaut werden, wie die beiden Künstlerinnen im Rahmen eines Pressegesprächs mitteilten. Die stimmgewaltige Boll und ihr Mitstreiter Klöpsch werden am 23. Februar für die musikalische Unterhaltung bei der Vernissage sorgen.
Jansen und Kissel-Eltrop war der Enthusiasmus deutlich anzumerken, mit dem sie das Thema „Frauen“ in Angriff genommen haben. Durch freundschaftliche Gespräche der beiden sei die gemeinsame Idee entstanden, sich mit dem Thema zu beschäftigen und dieses künstlerisch umzusetzen. Dass es sehr wohl Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, wollten die beiden etwas genauer unter die Lupe nehmen – dabei soll es sich in keinster Weise um Protest oder gar ein Emanzenthema handeln. Es geht den beiden Künstlerinnen eher darum, die Unterschiedlichkeit herauszuarbeiten, die Bedürfnisse und Wünsche der Frauen zu erkennen und diese in Farbe und Form umzusetzen. „Wenn man mit einer gewissen Sensibilität an das Thema herangeht, fallen die Unterschiede immer mehr auf“, erwähnte Jansen. Dabei ergaben sich durch zahlreiche Gespräche immer wieder neue Blickwinkel. So hat das Thema im Laufe der letzten drei Monate aus der ursprünglichen Oberflächlichkeit zunehmend an Inhalt gewonnen, entwickelte sich dynamisch und ging weiter in die Tiefe. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Frau von heute, sondern die Frau im Allgemeinen.
Bei den Werken, die ausgestellt werden, wurden eher angenehm weiche Farbtöne verwendet; mehr geschwungene als gradlinige Formen sind wiederzufinden. Jansen konnte sich ihrem Lieblingsthema widmen: Skulpturen aus Beton, darunter der Frauentorso, aber auch experimentelle Malerei wird von ihr zu bestaunen sein. Bei ihren abstrakten Werken kombinierte sie Farben unter Verwendung unterschiedlicher Techniken: grobes Bearbeiten, Schütten und Spachteln wendete sie hier an. Kissel-Eltrop möchte mit ihren Werken die Emotionen der Frauen aufzeigen. So entstand ein orange-gelbes Bild aus Kunstharz, um die Facetten der Frau im Farbspiel darzustellen – die Dreiecksform mit Spitzen und Kanten wurde hier bewusst passend dazu gewählt. Mehrere gerahmte Torsi sollen die Unterschiedlichkeit der Frauen aufzeigen – Modellmaße gehören hier bewusst nicht dazu. Kissel-Eltrop teilte mit, dass die beiden erst im Laufe der Zeit bemerkten, wie umfangreich das Thema Frauen tatsächlich ist. „Deshalb starten wir in 2018 mit dieser Idee und möchten es zu einem jährlichen Thema machen“ ergänzte Jansen. Eine Weiterführung ist also in den kommenden Jahren vorgesehen – eventuell können hier auch Gastkünstler mit einbezogen werden.
Eine weitere Premiere wird es diesmal geben: eine Videoinstallation mit einem 15 bis 20-minütigen selbst aufgenommenen Film, der in Dauerschleife gezeigt wird. Im Vorfeld hatten sich die beiden auf den Weg gemacht, in zwei naheliegenden größeren Städten Frauen zu befragen und dabei zu filmen: „Was bedeutet es für Sie, Frau zu sein?“ oder „Was zeichnet eine Frau aus?“. Damit war es ihnen gelungen, vielfältige Eindrücke zu sammeln. Befragt wurden zahlreiche Frauen unterschiedlichen Alters und Herkunft, die mit ihren Erzählungen die beiden Künstlerinnen außerordentlich begeistert hatten und nachhaltige Eindrücke hinterlassen haben.
Die Vernissage findet am Freitag, 23. Februar, um 19 Uhr in den Räumlichkeiten der KIL in der Schulstraße 4 im Stadtteil Hofheim statt – die beiden Künstlerinnen hoffen auf zahlreiche Besucher. Neben einem Gläschen Sekt werden den Besuchern auch kleine Häppchen gereicht. Die Ausstellung ist ebenfalls geöffnet am 24. Februar von 16 bis 19 Uhr, am 25. Februar von 14 bis 18 Uhr und bis 29. März immer donnerstags von 18 bis 19 Uhr. Sigrid Samson