Jubel bei der ersten Frauensitzung des Heimat- und Carnevalvereins Bürstadt
Frauensitzung im närrischen Stimmungshoch
Das Prinzenpaar Sabine III. und Michael II. wurden begeistert begrüßt – der Prinz ganz ungewohnt als Dame mit Krone bei der HCV-Frauensitzung. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Frauensitzung beim HCV! Da krachte die gute Stimmung bis das Trommelfell sich bedankte. Kreischalarm und überschäumender Jubel waren zur Premiere der Frauensitzung unter der Regie des Heimat- und Carnevalverein Bürstadt (HCV) angesagt. Eine Tradition, die der HCV vom erfolgreichen, aber nun aufgelösten Verein FFC Guud druff übernommen hat, nachdem die Frauen diese Aufgabe personell nicht mehr stemmen konnten. Und was ist mit den Männern? Wenn Frauen in Bürstadt Fastnacht feiern, dann sind die Männer natürlich unverzichtbar und werfen sich in Schale. Gerne darf es bei den Helfern das kniefreie Garderöckchen sein, wie am Freitagabend beim HCV im großen Saal des Bürgerhauses und am Empfang, wo Damiano Brucato hübsch herausgeputzt Einlass gewährte. Als Sitzungspräsidentin machte Frau Ofenloch eine gute Figur, witzig und ausgelassen, dann wieder situationsgerecht ernst, wenn sie die Sitzungsorden zu verleihen hatte. Darüber freuten sich auch die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz und Bürgermeisterin Bärbel Schader, die von Frau Ofenloch zusätzlich zum Orden einen Wangenbussi bekam. Der Orden, ein besonderes Schmuckstück: „Wir haben keine Mühe gescheut und einen toll glitzernden Frauenorden gemacht“, befand Frau Ofenloch, die schon länger als „Fraa Owweloch“ im Narrenland bekannt ist. HCV-Präsident Patrick Brenner hatte sich wieder in die schrille, liebenswerte Frau Ofenloch verwandelt. Mit den Spitzen der Verein-AG im Gefolge betrat ihre Lieblichkeit Stadtprinzessin Sabine III. die Bühne, an ihrer Seite Prinz Michael II. als Prinzessin ganz entzückend in ein duftiges, weiß-blau schillerndes Zipfelkleid gewandet, im Blondhaar eine glitzernde Krone. „Wir machen Frauen machen keine halben Sachen, deshalb lassen wir es heute krachen“, verkündete Sabrina III. Und so kam es dann auch. Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bürstadt/Hofheim mit Stabführer Erik Minnder befeuerte die Hochstimmung im voll besetzten Saal mit musikalischen Knallern wie „Viva Colonia“ und „So ein schöner Tag“. Nach der Pause bot der Musikzug den Ohren beim Einzug einen tosenden Trommelmarsch an. Die große Stunde der Männerballette hatte geschlagen, genau genommen hatten die zehn tanzfreudigen und geschmeidigen Männer mehrere Stunden zur Verfügung, um die Frauen immer wieder von den Stühlen zu reißen. Die Männer von der Prinzengarde Gloria 02 Worms zeigten als Bauarbeiter Kraft und Körperbeherrschung bei ihren akrobatischen Arbeiten. Die Männer vom Bollerwagenclub schwebten mit vielen Seifenblasen in den Saal ein, wie Prinz Michael II. in festlich schimmerndeZipfelkleider gehüllt. Die blonden Zöpfe flogen mit im Kreis, als die tapferen Männer atemberaubend rasant Hula-Hoop-Reifen um den Hals schwingen ließen. Reiner Menzel bekannte als singender und Piano spielender „Reiner Ernst“ ein IHK-geprüfter Elitepartner zu sein. „Ich kenn mich richtig gut aus mit der Liebe und der Romantik“, ließ er die Frauen verheißungsvoll wissen und stellte sein Können sogleich mit einem auf Französisch gehauchten Lied unter Beweis: „Je t’aime“.Aaaah – wie schön. Dagegen konnte die deutschsprachige Kostprobe von Herbert Grönemeyers Klagen „gib mir mein Herz zurück“ wenig punkten. Jubel und Beifall heimste „Reiner Ernst“ dafür ein, der noch viel mehr zu berichten hatte. Zum Beispiel die Geschichte mit dem „Männervibrator“ von Aldi mit 19 Kilo Gewicht und dem „Frauenvibrator“ seiner Frau, der in die Handtasche passt.
Die übermütige Frau Ofenloch leitete die Frauensitzung – der HCV-Präsident Patrick Brenner im närrischen Element. Foto: Hannelore Nowacki
Nach den Männern vom Fußballverein FSG Riedrode mit starken Akrobatikeinlagen und den „Saddeldasche“vom Carnevalclub „Sackschdoahogger“, die aus der Titanic entkamen und ein knallrotes Gummiboot dabeihatten, betrat Michael Held als „Doktor Schambein“ die Bühne. Seine haarigen Fallbeispiele „ jenseits des Nabels“ , die Sänger Roland Kaiser, Udo Jürgens, Howard Carpendale und Wolfgang Petry betreffend, unterfütterte der Doktor zur Freude des Publikums gesanglich und warb um neue Kundschaft: „Ich mache Hausbesuche, immer wenn der Ehemann zur Arbeit geht“. Das Beste aus Musik und Tanz der Jahre 2013 bis 2019 führten die „Schoppendales“ vom CC Osthofen mit bunterKostümmischung aus mehreren Jahrhunderten vor. Bis zum Finale zu später Stunde mit Sänger Paul Fuchs erlebten die Frauen die Reggaetones und Zumba Tanz vs. Michael als Premiere und „Shrek“ als tollkühnen Helden vom Männerballett „Stecke und Steif“ des SKK 50. James Bond kam mit der „Stechergarde“ des Ober-Ramstädter Narrhalla-Vereins auf die Bühne. Das Männerballett aus Crumstadt spielte im Casino, die HCV-Riedbuwe waren mit den Trolls unterwegs. Wieder dabei die „Traumtänzer“ vom Bobenheimer Carnevalverein mit dem Thema„Alt trifft auf Jung“. Dann das rauschende Finale mit allen Aktiven auf der Bühne. Hannelore Nowacki