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  • Do., 20. Dezember 2018, 06:36 Uhr
    Volles Haus beim weihnachtlichen Mundart-Abend im Alten Rathaus

    Freude am Lampertheimer Dialekt 

    Der Lampertheimer Dialekt macht Spaß und dem Humor leicht erfolgreich zu sein, wie Peter Gutschalk bewies. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Man hört es, der Lampertheimer Dialekt nicht mehr in aller Munde auch hat er sich mit dem gesellschaftlichen Wandel und der Mischung durch Sprachfamilien der Region verändert. Ein Thema, das die Mundartfreunde um Karl-Heinz „Kalle“ Horstfeld bewegt und zu immer neuen Höhenflügen inspiriert. Das letzte Mundart-Ereignis mit Kalle Horstfeld fand am Dienstagabend als „weihnachtlicher Mundart-Abend“ mit Gedichten und Geschichten im Sitzungssaal des alten Rathauses statt.  Kalle Horstfeld freute sich auf den „Lômbadder“ Dialekt und dass „so viele Leit sind gekumme sind für ebbes, was es so noch nicht gegebbe hot“. Wobei das Dächlein über dem „o“ im früher „Loambada“ geschriebenen Wort für „Lampertheimer“ einen neuen Akzent setzt. Denn es handelt sich um eine neue Errungenschaft in den Bemühungen der fleißigen Gruppe um Kalle Horstfeld, die Schreibweisen zukünftig zu vereinheitlichen und die Lautsprache beim Lesen besser sprechbar zu machen. Diesem Zirkumflex werden noch weitere Ansätze folgen, um eine „Art Grundsprache, eine Art einheitliche Schreibweise zu etablieren“, kündigte Horstfeld an, der sich mit Manfred Krämer schon einige Gedanken über die Gestaltung des Mundart-Schreibkurses „Laombader Dialekt“ gemacht hat, wie er dem Publikum berichtete. Das  beachtenswerte Projekt, das helfen soll den Dialekt auch zukünftigen Generationen zu erhalten, läuft am 8. Februar mit einem „Heimatlichen Sprachkurs“ mit Grundschülern in der Schillerschule  an. Nach einem Rückblick auf die bisherigen Aktivitäten und schon erreichten Ziele sowie einem spannenden Ausblick auf die weiteren Planungen bewiesen zehn Frauen und Männer aus Lampertheim,  dass weihnachtliche Erzählungen, Gedichte und Geschichten in Lampertheimer Mundart ein besonderer Hörgenuss sind. Einige regten das Publikum zur Besinnlichkeit und zum genauen Hinhören an, zauberten ein Lächeln in die Gesichter. Andere Erzählungen und Auftritte brachten die Zuhörerschaft zum herzhaften Lachen. Den einen lief der hiesige Dialekt flott von der Zunge, andere hatten sich für diesen Abend sprachlich gut vorbereitet und geübt, denn aus einem Buch oder vom handgeschriebenen Blatt vorzutragen erschwert das Sprechen, zumal nicht alle Mitwirkenden den Lampertheimer Dialekt als Muddersproach täglich nutzen. Nadine Schütz, die „Es segsde Dearsche“ vorlas, hatte schon seit zehn Jahren im Alltag nicht mehr Dialekt gesprochen. Nun baut sie die Lampertheimer Sprache für sich und andere wieder auf. Was wäre, wenn das Jesuskind heute in einem Stall in der Futterkrippe liegen würde? Dieser Frage ging Daina Boll in ihrer Weihnachtsgeschichte nach, wobei die Polizei und andere behördliche Stellen in ihrer Erzählung schnell zur Stelle waren. Bei Kurt Muntermann hatten „De Benseniggel vun de Hidd“ und ein nicht braver Bub miteinander zu tun. Inge Weber hatte sich spontan mit ihrem Beitrag zu Weihnachtseinkäufen gemeldet, wenn „die Leit voll belade mit Dasche unn Dudde“ unterwegs sind. Einige Akteure traten zum ersten Mal vor Publikum auf, andere wie der Lampertheimer Kerwevadder Heinz „Clever“ Eichenauer und der Mundartkabarettist Peter Gutschalk haben entweder den Rathausbalkon oder die Bühne, um ein größeres Publikum zu erreichen. Erika Krämer-Tomczak ist bekannt durch ihre Mundartpredigten bei den sommerlichen Gottesdiensten der Martin-Luther-Gemeinde unter der Linde. Hans-Peter Deubel begeistert seit Jahren sein Publikum als Büttenredner, am Dienstagabend berichtete er vom Nikolaus. Gottlieb Ohl ist die öffentliche Ansprache auf der politischen Bühne gewohnt, allerdings kam der Ruf eines Kenners aus dem Publikum, er sei gar nicht aus Lampertheim. Heinz Eichenauer wusste: „Er kimmt aus dem Oarrewald“. Das stimmt wohl, aber Gottlieb Ohl hat als Pfarrerssohn seine Kindheit in Lampertheim in vollen Zügen genossen, wie seinem Vortrag zum Thema „In Lombadde sinn vor 60 Johr noch die Sai dorchs Dorf getriwwe worn“ zu entnehmen war. Ein wahres Märchen vom hässlichen Bäumchen erzählte Kalle Horstfeld, das Manfred Krämer mundartgerecht bearbeitet hatte und seitdem als „E G’schicht vumme hesslische Beeml“ geschrieben wird. Peter Gutschalk findet „unser Sprooch ist wie a Gesong“ und Kalle Horstfeld hat eine ganz große Vision von einem Theaterstück, bei dem alle auf der Bühne in ihrem eigenen Dialekt sprechen. Hannelore Nowacki

     

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