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  • Mo., 23. Oktober 2017, 14:27 Uhr
    Zum 25-jährigen Jubiläum Rückblick auf erfolgreiches Wirken

    Fröhliche Stimmung beim Herbstfest des Fördervereins Domkirche

    Gemeinsam mit dem Publikum wurde nach dem Bühnenspiel auf das Jubiläum des Fördervereins Domkirche angestoßen. Die Darsteller waren Hans Becker, Christa Wetzel, Susanne Braun (Regisseurin), Herbert Eichenauer, Rudolf Steffan, Klaus Kuczinski und Adolf Nalbach. Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Diese sprichwörtliche Weisheit bewies beim traditionellen Herbstfest des Fördervereins Domkirche am Freitagabend im großen Saal der Notkirche ihren Wahrheitsgehalt. Wobei zu betonen ist, dass für die weinselige Stimmung vorwiegend wohl der gute „Lukastropfen“ der Lukasgemeinde verantwortlich war, der als feiner Riesling und samtiger St. Laurent auf den Tischen bereitgestellt war – eine Gabe des Fördervereins an die Gäste zum 25-jährigen Vereinsjubiläum. Zur Genussabrundung gab es auch spritziges Wasser. Die Anziehungskraft des Herbstfestes mit Kerzenschimmer und stimmungsvoller Beleuchtung setzte sich auch diesmal fort. Die mit Laub, Nüssen und Äpfel dekorierten Tische waren voll besetzt und die Unterhaltungen vermischten sich zu einem fröhlichen Klangbild, das nur während der Ansprachen, Reden und Grußworte verebbte. Wolfgang Weber sorgte für die dezente Hintergrundmusik. Vereinsvorsitzender Herbert Eichenauer begrüßte die Gäste zum Herbstfest und zur Feier des 25-jährigen Jubiläums. Zum ersten Mal waren die Gäste zum Sektempfang eingeladen, die neuen Sektgläser hatten Dr. Walter Seelinger und Martina Seelinger gestiftet. Im Lutherjahr zum 31. Oktober wollte der Förderverein seine Zielmarke mit 150 Mitgliedern erreichen, wie Eichenauer nun berichtete, zähle der Verein bereits zum Herbstfest 152 Mitglieder. Das 150. Mitglied erhielt einen Blumenstrauß. Dekan Karl Hans Geil, der zu den Gründungsmitgliedern des „Fördervereins für die Renovierung der Domkirche“ gehört, führte das Publikum in seiner Festrede zurück in die Gründungszeit des Fördervereins, „die noch gar nicht so lange her ist“ und beschrieb, was damals in Lampertheim sonst noch geschah, wie Lampertheim sich veränderte. Zur Diskussion habe damals auch die Innenstadtgestaltung gestanden. Dies in aller Kürze, wie er ankündigte, zum Dank und in Würdigung der engagierten Personen, die sich um die Renovierung der Domkirche verdient gemacht haben. In ihrem Grußwort dankte Pfarrerin Sabine Sauerwein dem Förderverein auch im Namen des Kirchenvorstandes: „Wo wären wir heute, wenn der Förderverein nicht da wäre“. Den Förderverein beschrieb sie als eine Gruppe von Menschen, die Zeit, Energie und Tatkraft einbringen, „der sich auf unseren lebendigen Gott gründet und ebenso dem Segen der Gemeinde dient“. Die Gäste lud sie zum gemeinsamen Tischgebet ein. Zahlreiche Helfer waren am Ausschank, in der Küche und am Büffet im Einsatz. Deftiges wurde angeboten: Prager Schinken, Fleischkäse, Frikadellen mit Kartoffelsalat und Krautsalat. Später gab es Kaffee und Kuchen. Die große Jubiläumstorte im Marzipanmantel mit einem Bild des Vereinsvorstandes, eine Spende von Irmgard Allgeier, wurde zum Anschnitt an ihren Tisch gebracht. Ein Höhepunkt des Abends war das heitere historische Bühnenspiel aus der Feder von Bärbel Jakob, das Hans-Georg Thierfelder ankündigte. „Schließt eure Augen, versetzt euch in die Lage, als die Menschen in Lampertheim vor 150 Jahren eine neue Kirche bauten“. Sodann wurden die Zuschauer Zeuge einer weinseligen Sitzung des Kirchenbauvereins anno 1862, bei der der Vorsitzende seine liebe Mühe hatte. „Wir nennen sie Domkirche“, schlug Herr Steffan vor, während Herr Kuczinski von einer blauen Orgel träumte. „Das macht heute gar keinen Sinn mit Ihren Vorschlägen“, meinte der Vorsitzende zum Abschluss der Sitzung, an der keine Frauen teilnahmen, was damals ganz normal war. Am 31. Oktober 1992 fassten die 61 Gründungsmitglieder den Beschluss zur Gründung des Fördervereins, geehrt wurden beim Herbstfest 51 Mitglieder für 25-jährige Mitgliedschaft. Stellvertretend für alle nahmen Rudolf Steffan und Mark Schall die Ehrung durch den Vorsitzenden Eichenauer entgegen. Erster Vorsitzender des Fördervereins war Karl Hans Geil, ihm folgte Frank-Rüdiger Kirschner, amtierender Vorsitzender ist Herbert Eichenauer. Hannelore Nowacki
    Der Förderverein Domkirche kann sich auf über fünfzig Mitglieder stützen, die schon seit 25 Jahren dabei sind wie Rudolf Steffan und Mark Schall, die denen Vereinsvorsitzender Herbert Eichenauer stellvertretend dankte. Foto: oh



    Information

    Eine kurze Geschichte der Renovierung der Domkirche, beschrieben von Dekan Karl Hans Geil in seiner Festrede: Die Domkirche hatte es im Krieg schwer getroffen und die neuen Stahlglocken machten durch ihr Gewicht und ihren gleichförmigen Takt dem Turm zu schaffen. Der stählerne Glockenstuhl gab alle Schwingungen an den Dachstuhl und die schwächelnde Bausubstanz weiter. Kriegsschäden hatten tiefe Löcher im Sandstein hinterlassen, Regen und Rost vergrößerten die Schäden. So kam es, dass Pfarrer Schönberger eines Tages vor 28 Jahren zu ihm ins Büro gestürzt kam und ihm von herabgefallenen Gesteinsbrocken nahe der Orgel berichtete. „Die Schadensanalyse war eigentlich erschreckend“. Aber die Kirchengemeinde hatte kaum Rücklagen. Nun ging es darum, Geld für die Renovierung der Domkirche aufzutreiben. Großer Arbeitseinsatz wurde erbracht. Zunächst wurde die Domkirche vom Pflanzenbewuchs auf den Rabatten befreit, aus dem Turm wurden Eimer voller Taubendreck heruntergetragen. Bei der gut besuchten Gründungsversammlung des Fördervereins wurde kein fester Mitgliedsbeitrag festgelegt. Von Anfang an habe es eine große Bereitschaft gegeben für den Verein etwas zu tun. Dekan Geil berichtete von achttausend Litern Wein, den der Kirchenvorstand beim Winzer kelterte, vom Holunderschneiden, um an vier Nachmittagen 2.400 Gläser Marmelade einzukochen und auf dem Markt zu verkaufen. Zwei Busse mit zupackenden Männern waren ins Hohenloher Land gefahren, an einem Tag ernteten sie vierzehn Zentner Zwetschgen, die von Frauen entsteint und zu Latwerge eingekocht wurden. Geld brachten auch die Ecksteine der Domkirche ein, die statt teuer zu entsorgen reißenden Absatz fanden. Nach der Kirchenrenovierung trat die Orgel in den Blickpunkt, dann die neuen Glocken. Der Verein änderte seinen Namen in „Förderverein Domkirche“. Ausgewählt wurde die Orgelbaufirma Vleugels, die Farbgestaltung wurde Eberhard Münch aus Wiesbaden übertragen, der zuvor bereits den Innenraum der Notkirche gestaltet hatte. Die neue Orgel mit dem schmückenden Beinahmen „Die große Blaue“ verdankt ihre blaue Grundfarbe der Entscheidung des Kirchenvorstands. Später kamen die sechs neuen Bronzeglocken, der Turm wurde verstärkt und der Glockenstuhl aus Holz anstatt Stahl eingebaut. „Erlebte und gelebte Gemeinschaft“ nannte Dekan Geil diese Leistungen. „Zum Ruhme Gottes – möge es so bleiben“. Vereinsvorsitzender Eichenauer wies auf das große „Orgelwunschkonzert“ mit Kantorin Heike Ittmann am 30. Oktober hin, bei dem der Förderverein Domkirche die Bewirtung übernimmt. Hannelore Nowacki

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