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  • Fr., 21. Februar 2020, 09:02 Uhr
    Großer Rathausschlüssel in Narrenhand bis Aschermittwoch 

    Fröhlicher Triumph im olympischen Fastnachtssport

    Der Rathaussturm endete mit der Kapitulation der Rathauschefin, über den Schlüssel der Macht darf sich das Prinzenpaar Michael II. und Sabine III. noch bis Aschermittwoch freuen. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Dunkle Wolken standen am Donnerstagnachmittag über Bürstadt, Sturm war angesagt - Rathaussturm. Doch keine Sorge, den Zuschauern wurde ein lustiges Spektakel mit durchtrainierten Athleten und Athletinnen aus dem Rathaus geboten, an dessen Ende Teamleaderin Bärbel Schader sportlich die weiße Fahne schwenkte und den Schlüssel der Macht, den goldenen Rathaushausschlüssel, dem Stadtprinzen Michael II. um den Hals hängte. Eine schwere Last, könnte man meinen, zumal schon eine beachtliche Anzahl Orden seine Brust schmückte. Tatsächlich aber große Freude, ja Triumph erleuchtete des Prinzen Antlitz. Schließlich bringt die Narrenmacht bis Aschermittwoch allerlei Vorteile, wenn man den nun geltenden elf Paragrafen glauben will. Das heiter gestimmte Prinzenpaar Sabine III. und Michael II. ließ das Publikum in großer Runde wissen, dass sie der  Bürgermeisterin alle Aufgaben überlassen, weil diese mit viel Arbeit und Ärger verbunden seien. Nur die Rosinen wollen sie herauspicken. Allerdings muss die Rathauschefin den Prinzenpaarkindern so viel Wurfmaterial für den Fastnachtsumzug zur Verfügung stellen wie die Industriestraße Schlaglöcher hat. Wie konnte zur Kapitulation kommen? Bei den Olympischen Fastnachtsspielen 2020 unter dem Motto „Ob Kreisel orrer Campus, äschdemool gibd’s Schampus“ war alles perfekt organisiert und ziemlich fair wie man es von den Olympischen Spielen kennt. Die Fahnenträger aus Finnland (HCV), Irland (Vereins-AG), Österreich (SKK 50), Griechenland (Gerasimoula Grigoraki), Großbritannien (das Prinzenpaar) und Bärbelland  marschierten auf den Rathausvorplatz und IOC-Präsidentin Bärbel Schader lief mit der Fackel ein und entzündete das Olympische Feuer. Jede Nation machte sich einen lustigen Reim auf das Geschehen. Anschließend fanden die sportlichen Wettkämpfe in närrischen Disziplinen statt. So mussten die Herren und die Präsidentin der Vereins-AG Sandra Beilstein die Hürden mit einer gefüllten Kaffeetasse überwinden und die Damen hatten einen rückwärtig umgebundenen Kugelschreiber in eine Sektflasche zu versenken. Im letzten Wettkampf bewies Prinzessin Sabine III., dass sie schneller und ordentlicher stempeln kann. Die Moderatoren vom Aktuellen Sportstudio Bürstadt, Vanessa Holz und Michael Molitor, wechselten für die Berichterstattung bald vom Hochdeutschen in den „einzigartigen Bürstadtslang“ und informierten die begeisterten Zuschauer, dass es rund gehen werde. Denn auch vor dem Rathaus gibt es einen Kreisel: „Schaut zum Brunnen – in Kreisel, dä verhindert manchen Stau“. Rasant kurvten einige Kinder mit Roller um den Brunnen herum. Außerdem verrieten die Moderatoren, dass aus Lampertheim kein Sportler teilnahm, denn „wie die gseeh henn, was do heid abgeid, sin die wier heim“. Trainiert wurden die Bürstädter, „wie kann es anders sein, von Bärbel Schader, die will immer die Erste sein“. Fetzige Livemusik bot der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehren Bürstadt und Hofheim, der am Ende mit Pauken und Trompeten und der ganzen Narrenschar ins warme Rathausfoyer einzog, wo der versprochene Schampus bereit stand. Hannelore Nowacki

     

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