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  • Di., 31. März 2026, 12:10 Uhr
    SPARGELSAISON ERÖFFNET: Anstich im Kreis Bergstraße auf dem Feld mit geselligem Treffen bei Gemüsebau Schmidt offiziell vollzogen

    Frühling ist, wenn der Spargel sprießt

    Beste Stimmung beim Spargelstechen bei Wind und Wetter und etwas Sonnenschein – damit ist die Spargelsaison im Kreis Bergstraße offiziell eröffnet.
    Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Ein frischer Wind strich am Montagvormittag über die Spargelbalken und dunkle Wolken zogen über der Spargelstadt Lampertheim auf, doch passgenau zum Spargelanstich auf einem Feld von Gemüsebau Schmidt mit Landrat, den Bürgermeistern der von Lampertheim und Bürstadt, den Hoheiten der Region, Vertretern aus Politik, Landwirtschaft und Wirtschaft zeigte sich noch einmal kurz die Sonne. Einige hell leuchtende Spargelspitzen ragten aus dem Erdwall auf und warfen Schatten. Spargel liebt warme Erde und die Sonne, sprießt dann unermüdlich, aber dank Folientunnel und wärmender Folienabdeckung wächst das zarte Frühlingsgemüse auch bei kühler Witterung. Im Hofladen bei Gemüsebau Schmidt lockt der weiße Spargel kistenweise in verschiedenen Handelsklassen und Preisen.

    In den Spargelbalken unter wärmender Folie wachsen die zarten Spargelstangen auch, wenn die Frühlingssonne sich rarmacht.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Was bei Volksfesten der Fassanstich, ist zum Beginn der Spargelzeit der Spargelanstich. Zum  alljährlichen Spargelanstich bei Gemüsebau Schmidt In den Böllenruthen lädt Landrat Christian Engelhardt ein, gemeinsam mit dem Regionalbauernverband Starkenburg, der Tourismusagentur der Wirtschaftsförderung Bergstraße sowie dem Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA Bergstraße und der Bergsträßer Winzergenossenschaft – die Spargelsaison im Kreis Bergstraße ist damit offiziell eröffnet. Die begeisterten Spargelfreunde griffen zum langen, gebogenen Spargelmesser, erfühlten die Spargelstangen mit der Hand und setzten beherzt zum Stich an, anschließend glätteten sie die Erde sorgsam mit einer Kelle. Während der Landrat schon auf zehnjährige Erfahrung bauen kann, war es für den Lampertheimer Bürgermeister Alexander Scholl und seinen Bürstädter Amtskollege Boris Wenz eine Premiere. Gemüsebauer Karl-Heinz Schmidt zeigte ihnen, wie man erkennt, wo sich die zarten Spargelstangen im Erdreich verstecken, wie man sich vorsichtig mit den Fingern vorarbeitet und schließlich sticht. 

    Auch Jungbauer Michael Schmidt und Ehefrau Gosia Schmidt waren den begeisterten Spargelstechern mit Rat behilflich. Zum anschaulichen Beweis, dass der Spargel in gutem Sand gedeiht, ließ Michael Schmidt die leicht feuchte Erde durch die Finger rieseln. Mit professioneller Ausrüstung war die Lampertheimer Spargelkönigin Nadine III. ausgestattet, von ihrem Opa hatte sie zur Inthronisierung ein Spargelmesser mit königlichem Namenszug bekommen. Für Sonnenschein hatte sich die Bürstädter Sonnenbotschafterin Michelle I. zunächst erfolgreich eingesetzt, der die Krone der Gebietsweinkönigin der hessischen Bergstraße Chiara prächtig funkeln ließ. Zufrieden blickten die Spargelfreunde auf ihre selbst geernteten Stangen. Doch die ersten Regentropfen und Wind mahnten zur Eile. Auf dem Rückweg in einer Fahrzeugkolonne zum Hof prasselte ein Schauer herunter. In der Halle erwartete die Spargelfans ein Büffet mit belegten Brötchen und Spargelsalat vom Kreuzhofbauern und ein Weinstand mit edlen Winzertropfen von der Bergstraße. 

    Genuss, Kultur und Tradition 

    In seiner Ansprache nannte Landrat Engelhardt den Spargelanbau wie auch den Weinanbau prägend für die Kulturlandschaft und als regionale Produkte wichtig für die Wertschöpfung und den Genuss. Im Spargelanbau habe die hiesige Landwirtschaft Kompetenz und Erfahrung über Generationen. Hier sehe man die Herkunft, daher plädiert Engelhardt für den Kauf regionaler Produkte. Bürgermeister Scholl wünschte den Landwirten alles Gute und eine erfolgreiche Spargelsaison. Spargelzeit bedeute Frühlingszeit, Tradition und Identifikation mit der Stadt und Region in Verbindung mit guter Laune. Auf die interkommunale Zusammenarbeit in Sachen Spargel und Sonne wies Bürgermeister Wenz hin. DEHOGA-Vertreterin Anke Illius wünscht den Landwirten eine gute Spargelsaison und den Gastronomen viele Gäste. Wie  Hans Trumpfheller vom Regionalbauernverband Starkenburg, Nachfolger von Willi Billau,  sieht sie auch die wirtschaftliche Lage und die Kosten, die aufs Budget drücken. Auch Fred Schuster berichtete von gestiegenen Kosten der Winzer, denen die Dieselpreise und der Mindestlohn zu schaffen mache. Die PIWI-Weine im Bergsträßer Weinbau aus neuen pilzwiderstandsfähigen Rebsorten empfiehlt Schuster als Begleitung zum Spargelessen, zudem kämen diese Rebsorten mit weniger Wasser und Spritzmitteln aus, seien nachhaltig und pflegeleichter. Annerose Schmidt freut sich, dass es im Hofladen zu Ostern viel Spargel gibt und ab Mittwoch, 8. April um 11.30 Uhr das Spargelverkaufshäuschen auf dem Kleinen Schillerplatz mit dem eigenen Spargel eröffnet.

    Hannelore Nowacki

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