Do., 11. Mai 2017, 14:28 Uhr
Waldkindergarten in Lampertheim erfreut sich großer Beliebtheit / Noch fünf Plätze frei
„Fuchsbau” bietet Kindern Freiheit und Abenteuer

Mit Begeisterung erkunden die Kinder des Waldkindergartens die neue Feuerschale, in der schon bald das erste Stockbrot gebacken werden soll. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Ein Platz zum Spielen und Lernen, für Freiheit und Abenteuer – das ist der neue Waldkindergarten „Fuchsbau” inmitten des Lampertheimer Waldes nahe der Grillhütte „Heidetränke”. Seit zwei Wochen besuchen neun Kinder den neuen Kindergarten mit besonderem Konzept, insgesamt 15 der 20 vorhandenen Plätze sind reserviert — somit besteht noch die Möglichkeit für fünf Kinder, täglich von 8 bis 14 Uhr inmitten der Natur betreut zu werden.
Natur pur – das verspricht und das hält der Waldkindergarten. In der Nähe des eigens aufgestellten Bauwagens hört man Spechte hämmern, Vögel zwitschern und den Wind durch die Blätter rauschen – und natürlich fröhliches Kinderlachen.
„Wir sind seit zwei Wochen vor Ort, die Eingewöhnung der Kinder ist erfolgreich abgeschlossen”, freute sich die Kindergartenleiterin Susanne Jäger. „Für Kinder ist der Ort hier optimal, die Begeisterung ist hoch. Und auch schlechtes Wetter hält die Kinder nicht vom Spaß ab – natürlich mit der entsprechenden Kleidung.” Derzeit wird noch viel gebaut, so errichten Mitarbeiter der Technischen Betriebsdienste derzeit eine Pergola, die neben dem Bauwagen selbst Schutz vor Wind und Wetter bieten soll. Und auch bei der Konzeption sind noch einige Fragen offen. „Bei der genauen Ausgestaltung des Grundstückes werden die Interessen der Kinder mit eingebunden, wir lassen und gerne von ihnen inspirieren – denn schließlich sollen die Kinder sich hier wohlfühlen”, ergänzte Susanne Jäger. So seien Beete geplant, in denen eigenes Gemüse angebaut werden kann, eine Feuerschale wurde gerade erst geliefert, in der Stockbrote und Topfsuppen zubereitet werden können und natürlich hält auch der Wald selbst viele schöne Plätze bereit, sei es der Waldlehrpfad, der Trimm-Dich-Pfad oder einfach der Wald selbst, beispielsweise beim Tannenzapfen sammeln. „Für jedes Wetter finden wir hier den richtigen Platz”, ist sich Susanne Jäger sicher.
Dass die Kinder den Waldkindergarten direkt angenommen und dort jede Menge Spaß haben, freut auch die Verantwortlichen der Stadt Lampertheim. „Wir haben den Kindergarten gemeinsam mit Kindern, Eltern und Erzieherinnen entwickelt”, erläuterte der Erste Stadtrat Jens Klingler. Dabei setzt sich das Team aus Erzieherinnen aus anderen Einrichtungen der Stadt zusammen. „Der Standort auf dem ehemaligen zweiten Bolzplatz nahe der Grillhütte ist ideal. So mussten unter anderem auch keine Bäume gefällt werden, mit der Grillhütte, dem Waldlehrpfad, dem Spielplatz und dem Angebot des Waldpädagogen in unmittelbarer Umgebung ist genug Platz zum Spielen und Lernen vorhanden”, so Jens Klingler weiter. Als Unterkunft dient ein Bauwagen, den die Stadt beigesteuert hat, ansonsten sehe er die Entwicklung, die immer weiter fortgesetzt wird, sehr positiv. „Ich bin sehr dankbar, dass wir Hand in Hand arbeiten können, auch mit dem Bauhof. Die Idee für den naturnahen Kindergarten fiel bei der Leiterin der Technischen Betriebsdienste, Sabine Vilgis, direkt auf fruchtbaren Boden, Es ist toll, dies alles mit eigenem Personal umsetzen zu können. Vielen Dank auch an Michael Harres vom Fachbereich Familie und Soziales, der im Hintergrund und bei der Organisation hervorragende Arbeit leistet und vielen Dank auch an Hessen Forst, ohne deren Unterstützung die Umsetzung dieses tollen Projektes nicht möglich gewesen wäre", ergänzte Jens Klingler.
Die Kinder jedenfalls genießen die Zeit in der Natur. Morgens geht es gemeinsam zu Fuß von der Waldesruh in den Wald, mit dem Bollerwagen, der begeistert von den Kindern gezogen wird. Anschließend wird nach Lust und Laune gespielt, getobt und dabei auch spielerisch viel über die Natur gelernt, bevor es gegen 14 Uhr zurück geht – zumeist müde, auch gern etwas schmutzig aber immer glücklich. Benjamin Kloos