Mo., 27. April 2015, 12:55 Uhr
Mit dem Förster in den Wald
Fünf Mädchen verbringen den „Girls Day“ am Forstamt Lampertheim
LAMPERTHEIM - Am letzten Donnerstag zeigten die Förster Michael Müller, Henrike Albrecht und Thomas Löcher interessierten Schülerinnen, wie der Arbeitstag eines Försters aussieht. Jona, Emilia, Lisa, Isabelle und Christina begannen ihren „Arbeitstag“ zunächst direkt am Forstamt Lampertheim. Dort erfuhren sie, welche Berufe es an einem Forstamt gibt. Denn nicht nur Forstleute, sondern auch Verwaltungsangestellte sorgen dort für einen reibungslosen Arbeitsablauf. Christina war mit Revierleiter Michael Müller im Stadtwald Heppenheim unterwegs. Sie besuchten gemeinsam die Forstwirte um anstehende Aufgaben zu besprechen und Herr Müller erklärte Christina, wie eine Windwurfaufarbeitung abläuft. Natürlich beschäftigten sie sich auch mit den Aufgabenbereichen eines Försters. Weitere Themen waren Waldfunktionen und Verkehrssicherung. Selbstverständlich kamen auch praktische Tätigkeiten nicht zu kurz: Christina durfte Herrn Müller beim Holzaufnehmen, beim Auszeichnen, beim Markieren von Habitatbäumen, Bäume mit besonderem Naturschutzwert aufgrund von Höhlen, Astabbrüchen oder Nestern, und beim Brennholzverkauf unterstützen. Jona, Emilia, Lisa und Isabelle fuhren mit Henrike Albrecht und Thomas Löcher zunächst ins Revier Jägersburg. Dort beschäftigten sie sich mit der wichtigen Försteraufgabe „Waldnaturschutz“. Gemeinsam markierten sie Habitatbäume und besuchten ein Gelbbauchunkenbiotop. Sie entdeckten dort sogar eines der seltenen Tiere und konnten es in seinem Lebensraum beobachten. Anschließend wurde das Thema „Jagd“ besprochen. Die Schülerinnen schauten sich einen Hochsitz und einen Wildacker an und besuchten ein so genanntes „Weisergatter“. Das ist eine eingezäunte Waldfläche, die dazu dient, den Einfluss des Rehwildes auf die Waldvegatation darzustellen. Besser als das erlegte Wildschwein in der forstamtseigenen Kühlkammer – das aber auch alle Mädchen tapfer begutachteten – kamen dann aber das sehr lebendige Schwarzwild und Damwild des Wildgeheges am Jägersburger Wasserwerk an. Anschließend ging es zum Revier Lampertheim. Da frische Luft bekanntlich hungrig macht, wurde dort erst einmal ein zünftiges Waldpicknick genossen. Alle Mädchen probierten verschiedene Sorten Wildwurst aus dem hauseigenen „Waldladen“ des Forstamt Lampertheim und aßen dazu selbst gesammelten Bärlauch. So gestärkt zeigten die Mädchen beim Pflanzen und Holzhacken was sie können. Um 16 Uhr war der „Girlsday“ dann zu Ende. Alle Mädchen durften sich noch eine Baumscheibe als Erinnerung mitnehmen. Interesse geweckt? Wie wäre es mit nächstem Jahr? Auch da wird sich das Forstamt Lampertheim wieder am Girlsday beteiligen. Ansprechpartnerinnen für die Organisation sind Rita Walraven-Bernau, Frauenbeauftragte der Stadt Viernheim und Birgit Herbold, Mitarbeiterin im Frauenbüro. Mädchen, die nicht in Viernheim zur Schule gehen können sich auch direkt ans Forstamt wenden. zg