Do., 01. September 2016, 09:37 Uhr
Fußballer des Turnvereins sammelten Sachspenden für Kavango
Fünf Säcke Fußbälle und was man sonst noch braucht

Viele Fußballer und Trainer des TV Lampertheim haben mitgeholfen, dass eine solche Menge an Bällen, Trikots, Schuhen und vielen weiteren nützlichen Sachen zum Fußballspielen zusammengekommen sind. Pfarrer Patrick Fleckenstein wird für die Verschiffung nach Namibia sorgen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – „Da müssen wir was machen“. Das war Torwarttrainer Roland Heibel sofort klar geworden, als sein Bruder Andreas ihm nach einem Besuch in Kavango berichtete, dass dort die Armut groß sei, aber auch die Begeisterung für das Fußballspielen. Zur gleichen Zeit hielt sich Pfarrer Patrick Fleckenstein von der St. Andreas- und Herz Jesu-Gemeinde dort auf, mit dem er ins Gespräch kam. Bald lief beim TV Lampertheim die Sammelaktion für die namibischen Fußballer an. Von den Jugendmannschaften kamen besonders viele gebrauchte Sachen. „Weil die Jungen schnell herauswachsen“. Auch Kollegen fragte Heibel mit Erfolg nach fußballtauglichen Sachspenden. Am späten Mittwochnachmittag präsentierten Torwarttrainer Heibel und der stellvertretende Jugendleiter Frank Mackenroth das beachtliche Ergebnis der Sammel- und Spendenaktion: Fünf Säcke mit Fußbällen verschiedener Größen, Sporttaschen und große Kartons voller Trikots, Socken und Schuhe. Außerdem hatten sie Trinkflaschen besorgt und „was man sonst noch an Utensilien beim Fußballspielen braucht“. Zukünftig werden im namibischen Kavango die so ausgestatteten Fußballspieler Trikots mit der Aufschrift „TV Lampertheim“ tragen. Pfarrer Fleckenstein war vom Ergebnis der Aktion überwältigt. Die Sachen werden bei ihm angeliefert, um dann nach Namibia verschifft zu werden. In etwa vier Wochen können dann die 25 Spieler im Alter von 14 bis 24 Jahre aus Kavango bestens ausgerüstet zur Fußball-Liga fahren. Zweimal im Monat wird gespielt, auf einem Sandplatz, der mit Dornen der umliegenden Bäume gespickt ist. So hatte es Pfarrer Fleckenstein dort erlebt. „Fußball verbindet“, findet er. Ganz sicher ist der Pfarrer, dass die Spieler ihre neuen gebrauchten Sachen hegen und pflegen werden. Viermal im Jahr besucht Pfarrer Fleckenstein den Ort im Busch, der in Grenznähe zu Angola liegt. Seine Aufgabe ist die Betreuung der Projekte dort, die von der Stiftung des Bistums Mainz „Kavango Community Development Foundation“ (KCDF) ins Leben gerufen wurden. Deren Vorsitzender ist Pfarrer Angelo Stipinovich aus Viernheim, in dessen Gemeinde St. Hildegard/St. Michael Andreas Heibel als Küster tätig ist. Ebenfalls viermal im Jahr ist auch Pfarrer Stipinovich vor Ort in Kavango. Die Not ist groß in diesem Landstrich, die Arbeitslosigkeit mit 85 Prozent und viele Kinder, die als Waisen aufwachsen, weil ihre Eltern an Aids gestorben sind. Unter dem Dach der „Stiftung Weltkirche – Bistum Mainz“ habe die KCDF schon einiges zur Verbesserung der Lebensqualität erreicht. Pfarrer Fleckenstein berichtete vom Waisendorf mit vier Häusern für 60 Kinder und Jugendliche, von vier Kindergärten für insgesamt 120 Kinder und von der „Kayova River Lodge“, die den Touristen aus aller Welt vierzig Betten zur Verfügung stellt. Die Einnahmen dienen zur Finanzierung der sozialen Projekte, zu denen auch das Wasserprojekt für die Versorgung von 28.000 Menschen mit Trinkwasser gehört. Alle Angestellten sind Menschen aus der Region, werden mit einheimischen Arbeitskräften besetzt. Vier Ordensschwestern aus Indien tun Dienst im Waisendorf und kümmern sich um die christliche Erziehung der Kinder. Hannelore Nowacki