
LAMPERTHEIM – Anlässlich des bundesweiten Jubiläums „75 Jahre Technisches Hilfswerk“ präsentierte der THW-Ortsverband Lampertheim seine Arbeit – mit einem besonderen Schwerpunkt auf der „Technischen Hilfe am Bau“ (TH-Bau). Diese Aufgabe hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen, denn immer häufiger werden Einsatzkräfte mit einsturzgefährdeten Gebäuden, abgerutschten Baugruben oder verschütteten Personen konfrontiert.
Der Ortsverband Lampertheim, gegründet 1953 und damit fast seit der ersten Stunde Teil des Technischen Hilfswerks, zählt heute 54 aktive Ehrenamtliche, eine Jugendgruppe mit 15 Jugendlichen sowie eine Minigruppe mit 20 Kindern. Gemeinsam arbeiten sie daran, moderne und praxisnahe Einsatzkompetenzen für die Region auszubauen.
Technische Hilfe am Bau: Schwerpunkt für die Region
Unter „Technischer Hilfe am Bau“ versteht das THW Maßnahmen zur Sicherung, Stabilisierung und Rettung in Hoch- und Tiefbauumgebungen. Dazu gehört das Abstützen einsturzgefährdeter Gebäude ebenso wie das Sichern von Gruben und Gräben. „Gerade im Bereich Tiefbau haben wir deutlich gesehen, dass die Fachkompetenz in der Region weiter gestärkt werden muss“, erklärt der Lampertheimer Ortsbeauftragte Carsten Toppel. „Unser Ziel ist es, hier ein verlässlicher Ansprechpartner für Feuerwehren, Kommunen und andere Hilfsorganisationen zu sein.“ Eine erste Ausbildungsveranstaltung zum Thema Tiefbau wurde bereits erfolgreich durchgeführt, der Hochbau-Teil folgt im Jahr 2026. Die Module finden bewusst in enger Zusammenarbeit mit der Feuerwehr statt – als gemeinsames Konzept.
Neu: Tiefbau-Sicherungssystem nach internationalem Vorbild
Besondere Aufmerksamkeit erhielt das neue, selbst gebaute „Tiefbau-Sicherungssystem“ des THW Lampertheim. Das System basiert auf einem in den USA seit vielen Jahren eingesetzten Verfahren und wurde für regionale Einsatzlagen weiterentwickelt. Der Vorteil ist erheblich: Wenn die Position des Kopfes einer verschütteten Person lokalisiert ist, können die abstützenden Platten direkt daneben ins Erdreich gelassen werden, um ein Nachrutschen zu verhindern. Einsatzkräfte müssen nicht mehr in eine ungesicherte Grube einsteigen, was die Sicherheit für alle Beteiligten deutlich erhöht. Das System ist sowohl für das THW als auch für Feuerwehren nutzbar und steht ab sofort in Lampertheim stationiert bereit.
Praxisnahe Ausbildung als Markenzeichen
Zwischen größeren Einsätzen legt der Ortsverband großen Wert auf regelmäßige und realitätsnahe Übungen. 2025 fanden zahlreiche Ausbildungsszenarien statt, darunter immer wieder der Fokus auf das Abstützen. „Übung schafft Sicherheit – kreative Ausbildung schafft Motivation“, so Carsten Toppel. Das THW arbeitet bundesweit zu 98 Prozent ehrenamtlich und zählt über 88.000 Helferinnen und Helfer. Auch der Ortsverband Lampertheim engagiert sich weit über die Stadtgrenzen hinaus – ob bei Hochwasserlagen, Sturmschäden oder internationalen Einsätzen im High-Capacity-Pumping-Bereich. Wer sich im THW engagieren möchte, ist willkommen: Der Einstieg ist ab sechs Jahren in der Jugend möglich, später in allen Fachgruppen des aktiven Dienstes. Informationen gibt es unter www.thw-lampertheim.de. zg
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