SPD stellt Planungen für die Zukunft und Weiterentwicklung des ÖPNV und der Mobilität vor
„Garantiert mobil” in Lampertheim
Setzen sich für zukunftsorientierte Entwicklung des ÖPNV und der Mobilität ein: Die Vorsitzende des Fahrgastbeirates Lara Strubel und SPD-Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt (v.l.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – „Garantiert mobil” – so lautet der Titel eines Thesenpapiers der SPD Lampertheim zur Weiterentwicklung des ÖPNV und der Mobilität in Lampertheim, das Lara Strubel, Stadtverordnete der SPD und Vorsitzende des Fahrgastbeirates, und SPD-Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt am Montag vorstellten.
„Wir haben uns intensiv Gedanken zum ÖPNV gemacht, der mit persönlich sehr am Herzen liegt”, betonte Lara Strubel zu Beginn des Pressegesprächs, in dem sie zahlreiche Ideen vorstellte. Eine der vielfältigen Möglichkeiten, die sie vorstellte, ist das Flexibussystem. Bei diesem gibt es keinen festen Fahrplan mehr, sondern die Busse fahren nur dann, wenn es gezielte Anfragen gibt. „Hier gibt es verschiedene Anbieter, eine Möglichkeit wäre die Anfrage per App”, erläuterte Lara Strubel. „Eine weitere Idee von uns ist die Nutzung einer Mitfahrer-App. Menschen sollten auch mit Blick auf den Klimaschutz weniger mit dem eigenen Auto fahren und mehr den ÖPNV nutzen, um Emissionen einzusparen. Mit Hilfe einer solchen App gibt man ein Ziel an und kann dann von jemandem mitgenommen werden, der die gleiche Strecke fährt.”
Bürgerbus und Carsharing
Auch über einen Bürgerbus, der von Ehrenamtlichen gefahren wird, haben sich Lara Strubel und die SPD-Fraktion Gedanken gemacht. Dieser ist besonders für Stadtteile attraktiv, die keinen Nahversorger direkt vor Ort haben, da er es ermöglicht, dennoch problemlos von A nach B zu kommen. In diesem Zusammenhang hat die SPD auch die Prüfung der Einführung von Mitfahrerbänken, wie es sie bereits beispielsweise in Biblis-Nordheim gibt, ins Auge gefasst. Und auch Firmen, die ihre Mitarbeiter mit dem Bus abholen und diesen so eine sichere Ankunft am Arbeitsplatz und zuhause anbieten möchten, sollen von Seiten der Stadt unterstützt werden.
Ein weiterer Aspekt ist das Carsharing. „Bisher ist ein Standort in Lampertheim vorhanden, aber dieses Prinzip funktioniert erst dann gut, wenn es mehrere Standorte gibt. Wir möchten mindestens ein Fahrzeug pro Stadtteil. Auch hier sind verschiedene Modelle möglich, unter anderem mit festen Standorten” ist Lara Strubel vom Konzept des Carsharing überzeugt. Ähnlich sieht es im Bereich des Leihen von Fahrrädern aus. „Wir haben in Lampertheim mehrere Stationen von Nestbike, die recht gut genutzt werden. Aber auch hier wäre pro Stadtteil mindestens eine weitere Station zusätzlich sinnvoll.“
Mit Blick auf die Sicherheit schlägt Lara Strubel zudem einen Frauen-Nachtfahrdienst vor, wie er bereits in Viernheim und Mannheim existiert. Denn gerade in den Abend- und Nachtstunden sind manche Haltestellen an Orten, an denen man nicht gerne alleine wartet. „Dies wäre ein wichtiger Schritt für die Sicherheit, ob nun durch einen Pauschalbetrag oder mit einem günstigeren Preis als eine Taxifahrt, wie es in Mannheim praktiziert wird”, erläuterte Lara Strubel. Genutzt werden soll dieser Dienst von unbegleiteten Frauen ab 14 Jahren.
Barrierefreiheit und E-Mobilität
Ein weiterer Vorschlag der SPD wäre die Einrichtung einer Busschule, in deren Rahmen Schüler nicht nur lernen, wie man Bus fährt und sich Fahrkarten kauft, sondern vor allem auch, wie man sich sowohl an Haltestellen als auch im Bus selbst angemessen verhält.
Mit Blick auf die Barrierefreiheit betont Lara Strubel, dass „die Busse und die Taxen für alle uneingeschränkt nutzbar sein müssen. Die Haltestellen wurden zum Teil bereits barrierefrei ausgebaut, aber auch hier herrscht noch Handlungsbedarf wie eine Testfahrt mit dem Behindertenbeirat ergeben hat.” Und auch bezüglich der E-Mobilität kann noch einiges getan werden, so sei es sinnvoll, dass beispielsweise auch an Supermärkten Ladesäulen installiert werden, damit während des Einkaufs Strom getankt werden kann – hier sollen von Seiten der Stadt Anreize für Supermarktbetreiber geschaffen werden.
Zum Abschluss verwies Lara Strubel auf ein sehr erfreuliches Projekt: „Im VRN-Gebiet ist die Preisstufe 0 möglich, wir wünschen, dass dies für das Stadtgebiet Lampertheim eingeführt wird. Damit wären die Fahrkarten 40 Cent günstiger als bisher, so dass die Busse sicher auch noch besser genutzt werden als dies heute der Fall ist.”
Marius Schmidt ergänzte, dass die SPD-Fraktion sich intensiv mit den Themen auseinandergesetzt habe, denn der ÖPNV habe große Bedeutung. „Einiges ist bereits geschehen, so haben wir in Lampertheim eine Mobilitätszentrale in der Kaiserstraße und wir haben den Fahrgastbeirat ins Leben gerufen. Wichtig ist es jetzt, vor der nächsten Vergaberunde zu klären, welche Ziele wir haben. Gemeinsam mit unserem Koalitionspartner FDP bringen wir eine Initiative in die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ein. Der Bürgerbus ist dabei ein Thema, ebenso wie der Flexibus, eine Mitfahre-App oder die Preisstufe 0 – und natürlich barrierefreie Busse und Taxen.” Eines sei aber auch wichtig: „Wir fordern eine Direktverbindung von Lampertheim nach Heppenheim. Diese wurde von Seiten des Kreises mit hoher Priorität versehen, ich hoffe dass wir schon bald eine Verbesserung in diesem Bereich erhalten”, so Marius Schmidt abschließend. Benjamin Kloos