PFINGSTEN: Sonniger ökumenischer Gottesdienst im Pfarrgarten von St. Peter am Pfingstmontag
Gebete im Grünen, Musik und Glockenklang
Pfarrer Peter Kern und Pfarrerin Johanna Gotzmann hielten den ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag im Pfarrgarten von St. Peter gemeinsam, jedoch mit dem verlangten Abstand. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche und dieses Ereignis wurde gebührend gefeiert. Die Natur im Pfarrgarten von St. Peter war der würdige Rahmen für den ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag – vom blauen Himmel strahlte die Sonne, die im stattlichen Blätterdach des Nussbaums mit Licht und Schatten spielte. Die Glocken von St. Peter luden weithin hörbar zum Gottesdienst ein, später meldete schöner Glockenklang dieViertelstunden. Unter den Füßen weicher, saftig grüner Rasen. Die in weiter Runde aufgestellten Bänke hätten insgesamt 80 Gottesdienstbesuchern Platz geboten, angemeldet hatten sich 55 Besucher, wie Annerose Bechtloffden sorgfältig geführten Listen entnahm. Der Mund-Nasen-Schutz war nur beim Betreten und Verlassen des Pfarrgartens zu tragen, eine angenehme Regelung in dieser Coronazeit. Das Singen übernahmen stimmgewaltig Pfarrer Peter Kern und die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde in Bürstadt Johanna Gotzmann. Ihre Empfehlung in dieser Zeit der besonderen Regeln: „Im Geist können Sie die Lieder mitsingen“ oder wie Pfarrer Kern meinte: „Summen Sie einfach mit“. Matthias Karb am E-Piano und Trompeter Michael Merly begleiteten die Lieder und umrahmten den Gottesdienst klangvoll und emotional ansprechend. Den Kindern im Gottesdienst galt Pfarrer Kerns besonderer Willkommensgruß. „Wir freuen uns, dass wir euch haben, ihr seid unsere Zukunft“, gab er den Kindern mit auf den Weg und sprach vom „gemeinsamen Aufbruch in eine Zeit, von der wir nicht wissen, was sie bringen wird – aber in einer Zeit, in der wir den Heiligen Geist bei uns wissen“. Pfarrerin Gotzmann las aus der Apostelgeschichte Kapitel 2, Verse 1 bis 13, in denen von einem Brausen vom Himmel berichtet wird, wie von einem Sturm, der das ganze Haus erfüllte, in dem die Jünger saßen. Sie fingen an in anderen Sprachen zu predigen, dieZuhörer hörten sie in ihrer eigenen Sprache reden und die großen Taten Gottes verkünden. Pfarrerin Gotzmann ergänzte diese Erzählung: „Es ist Pfingsten, es ist wunderbar diesen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern. Und die Jünger sind auf einmal Feuer und Flamme für die Sache Gottes, merken dass der Heilige Geist der beste Dolmetscher auf Erden ist“. Der Glaube habe daraufhin größere Kreise gezogen. Pfarrerin Gotzmann blickte auf die Ereignisse der vergangenen Wochen zurück. „Wie gut das tat, dieses gemeinsame Zeichen“, sagte sie zum ökumenischen Glockenläuten in Bürstadt, das allabendlich zu hören war. Neue Formen der Solidarität habe es gegeben wie das Nähen von Masken und die Einkaufsaktion für Nachbarn. Die Osterandacht im Internet über Zoom sei über die Gemeindegrenzen hinweg gesehen worden. In Viernheim habe sie ihren ersten Drive-in-Gottesdienst im Auto begeisternd erlebt. „Der Heilige Geist ist für jeden bestimmtund wir können stolz sein auf unsere Ökumene in Bürstadt“, meinte Pfarrerin Gotzmann. Aber systemrelevant sei die Religion nicht, das habe sich am Verbot der Gottesdienste sogar zu Ostern gezeigt. Die Gemeindereferenten Iris und Michael Held, die den Gottesdienst mit vorbereitet hatten, ließen die Gemeinde im Rahmen einer Meditation gesprochene Satzanfänge ergänzen. Pfarrer Kern wies darauf hin, dass im gemeinsam gebeteten Glaubensbekenntnis auch das Bekennen zum Heiligen Geist enthalten sei. Zum Abschluss der Segen und der Dank an alle Mitwirkenden, die auch Applaus von den Gottesdienstbesuchern erhielten. Immer auf Abstand blieben die beiden Geistlichen zueinander, wie es die Schutzregeln verlangen. Nach jedem Wechsel am Mikrofon hatte Küsterin Anja Reischert ein Desinfektionstuch zur Hand. Pfarrer Kern teilte mit, dass die Kollekte für die Tafel bestimmt sei. Mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ endete der Gottesdienst. Hannelore Nowacki