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Do., 08. Mai 2014, 10:47 Uhr
Lukasgemeinde lädt am 15. Mai zu ökumenischem Abendgottesdienst und Gebet für Frieden ein
Gedenken an Zerstörung der Domkirche im Bombenhagel vor 70 Jahren
In der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1944 wurde die Domkirche in Lampertheim durch Bomben zerstört. Foto: Stadtarchiv Lampertheim
LAMPERTHEIM - In der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1944 wurde Lampertheim von einem schweren Bombenangriff getroffen - dabei wurde auch die Domkirche nahezu komplett zerstört. Aus diesem Anlass lädt die evangelische Lukasgemeinde am Donnerstag, 15. Mai, um 21 Uhr zu einem Abendgottesdienst zum Gedenken an die 70-jährige Zerstörung und zu einem Gebet für den Frieden in die Domkirche ein.
Gottesdienst für alle Lampertheimer
Die Lampertheimer Bevölkerung ist herzlich eingeladen, an dem Gedenk- und Bittgottesdienst teilzunehmen. „Im Rahmen der Aktionen rund um die neuen Glocken im vergangenen Jahr haben wir erfahren, wie viele Lampertheimer sich über die Konfessionen hinweg mit der Domkirche identifizieren", hofft Pfarrerin Sabine Sauerwein auf regen Besuch. „Denn wir wollen die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten lassen."
Hoffnung auf Frieden
Der Startpunkt des Gottesdienstes um 21 Uhr wurde bewusst gewählt, um eine zeitliche Nähe zu den schrecklichen Geschehnissen vor 70 Jahren zu schaffen. Das Gedenken wird in einem meditativen Rahmen begangen, die Domkirche wird von Kerzenlicht erleuchtet sein. Neben dem Gedenken steht die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft im Mittelpunkt. „Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Wir haben Grund zu großer Dankbarkeit, dass wir in Deutschland seit beinah 70 Jahren keinen Krieg mehr erleben mussten. Dies sollten wir - und gerade auch die jüngeren Generationen - uns immer vor Augen halten", so Pfarrerin Sauerwein. Daher freut es die Lukasgemeinde um so mehr, dass neben dem Chor Mosaik unter Leitung von Ulrike Wollne und den Sängern des Kirchenchores auch der Jugendchor unter Leitung von Andrea Hintz-Rettenmaier und Lukas Sauerwein an der Posaune musikalisch zur Gestaltung des Abendgottesdienstes beitragen wird.
Wider das Vergessen: Am 15. Mai lädt die Lukasgemeinde zu einem Abendgottesdienst ein. Foto: Stadtarchiv Lampertheim
Wurzeln guter ökumenischer Zusammenarbeit
Den Abendgottesdienst, in dem es keine Predigt, dafür aber verschiedene Lesungen und Facetten des Rückblicks auf die Bombennacht gibt, wird durch Pfarrerin Sabine Sauerwein, Pfarrer Adam Herbert und Pfarrer Mario-Hesse Keil mitgestaltet. „Wir freuen uns sehr, dass im Rahmen dieses schlichten Gedenkens auch Pfarrer Geistlicher Rat Peter Hammerich ein Gebet mitsprechen wird", betont Pfarrerin Sabine Sauerwein. „Denn als die Domkirche zerstört wurde, hat die Andreasgemeinde spontan Hilfe zugesagt und die evangelische Gemeinde in ihre Kirche aufgenommen - bis 1947 die Notkirche errichtet wurde. Die Wurzeln der guten ökumenischen Zusammenarbeit in Lampertheim liegen in dieser Zeit begraben."
Impressionen der zerstörten Kirche
Parallel zum Abendgottesdienst werden Bilder in der Domkirche zu sehen sein, die Stadtarchivar Hubert Simon zur Verfügung gestellt hat: Impressionen der zerstörten Domkirche und Domgasse. „Wir möchten diese einige Wochen zeigen", lädt Pfarrerin Sauerwein zum Besuch in die Domkirche ein. Benjamin Kloos