Fr., 04. September 2020, 10:38 Uhr
JUSOS BERGSTRASSE: Besondere Aktion am 5. September als Appell wider das Vergessen
Gedenkspaziergang mit Putzaktion von Stolpersteinen
BÜRSTADT – „Am Sonntag findet im Bürstädter Bürgerhaus eine Veranstaltung der AfD Bergstraße statt. Zu Gast wird unter anderem Beatrix von Storch sein, die im Januar 2016 gefordert hatte, dass die deutschen Grenzen gegen Geflüchtete zur Not auch mit Waffengewalt geschützt werden müssten. Ebenfalls twitterte sie das Zitat von Sophie Scholl „Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele“ – und verglich sich damit absurderweise mit der Widerstandskämpferin aus der NS-Zeit.
Wir halten die AfD für eine geschichtsvergessene Partei, die rechtsextreme, rassistische und fremdenfeindliche Gedanken vertritt“, so die Jusos in einer Pressemitteilung. „Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion Alexander Gauland forderte, SPD-Politikerin Özuguz „entsorgen“ zu lassen und bezeichnete das Dritte Reich als „Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“. Das Holocaust-Mahnmal sei ein „Denkmal der Schande“, sagte der Thüringer AfD-Sprecher Björn Höcke. Wir erteilen derartigem menschenverachtenden Gedankengut eine entschiedene Absage und möchten zeigen, dass der Großteil des Kreises Bergstraße für eine offene und tolerante Gesellschaft steht, in der Hass und Hetze keinen Platz haben.
Für uns sind Mahnmäler, die an das Schicksal von Menschen erinnern, welche in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden, alles andere als eine „Schande“, sondern wichtige Appelle wider das Vergessen.
Aus diesem Grund laden wir am Samstag zu einem Gedenkspaziergang mit Putzaktion der in Bürstadt verlegten Stolpersteine ein. Diese erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, die in Bürstadt lebten und wirkten. Treffpunkt ist um 14 Uhr bei der St. Michael Kirche. Aufgrund der aktuellen Situation wird um die Einhaltung von Abständen gebeten. Für den Gedenkspaziergang haben auch Vertreter der FDP, der SPD sowie der Iniative „Vielfalt. Jetzt!“ ihr Kommen zugesagt.” zg