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  • Fr., 13. September 2013, 14:11 Uhr
    Lärmsanierung: Gut besuchte Informationsveranstaltung der DB ProjektBau GmbH in der Sporthalle

    Geduld gefragt - erst 2017 wird es für Anwohner bestehender Schienenwege leiser

    Diplom-Ingenieurin Sabine Weiler von der DB ProjektBau GmbH informierte über das komplexe Thema Lärmsanierung. Foto: Hannelore Nowacki


    BOBSTADT/BÜRSTADT – Die Hörprobe in der Sporthalle verlief eindrucksvoll, nachdem der richtige Regler aufgedreht war. Ein Güterzug näherte sich, wurde lauter. Ein Gehörschutz wäre gut gewesen, Lärm an der Schmerzgrenze drang aus den Lautsprechern. Dann die Hörprobe mit drei Meter hoher Lärmschutzwand – ein deutliches Grollen mit Bassnote ist zu hören. Der Erfolg bemisst sich in logarithmischen Sprüngen. Von über 70 Dezibel reduziert die Schallschutzwand den Lärm auf 60 Dezibel. Aber ist das wirklich leise? Tatsächlich bedeutet es eine um die Hälfte reduzierte Lautstärke. Diese und viele weitere technische wie auch objektbezogene und organisatorische Informationen vermittelte Diplom-Ingenieurin Sabine Weiler von der DB ProjektBau GmbH den Bürstädtern und Bobstädtern, die auf  briefliche Einladung der Stadt Bürstadt am Donnerstagabend sehr zahlreich in die Sporthalle nach Bobstadt gekommen waren.

    Nachdem eine solche Informationsveranstaltung in Biblis bereits stattgefunden hatte, setzte sich  Bürgermeisterin Bärbel Schader bei der DB ProjektBau dafür ein, so schnell wie möglich auch die Bürger in Bürstadt und Bobstadt zu informieren, erklärte sie im Gespräch mit dem TIP. Ein entscheidender Unterschied zwischen Bürstadt und Bobstadt wurde klar: In Bürstadt besteht bereits eine Lärmschutzwand. Wenn auch in die Jahre gekommen, wird hier keine neue gebaut. Die Anwohner können jedoch den geförderten freiwilligen passiven Lärmschutz durch neue Fenster und schalldämmende Lüfter in Anspruch nehmen. Dafür werden die Hauseigentümer angeschrieben und erhalten die Antragsformulare. Die Anwohner müssen also noch Geduld aufbringen, immerhin wird es erst 2017 leiser und auf die Hauseigentümer kommen Kosten für die lärmdämmenden Fenster und Lüfter zu, denn die Förderung ist auf 75 Prozent der Kosten beschränkt. Die Referentin machte die Zuhörer deutlich darauf aufmerksam, dass nach endgültigem Ablauf der Antragsfristen nie wieder eine Förderung möglich sei.

    In zwei kurzweiligen Stunden mit Fragen und Antworten zu den aktiven und passiven Lärmschutzmaßnahmen war klar: Es handelt sich um ein höchst komplexes Thema. Doch dann war noch nicht Schluss, die Referentin hatte für die noch zahlreich interessierten Zuhörer weitere Themen aufbereitet. Auf großer Leinwand waren detaillierte Ortspläne der vom Bahnlärm betroffenen Wohngebiete mit eingetragenen Messdaten für jedes betroffene Wohngebäude zu sehen. Dabei geht es nur um Wohngebäude, die vor 1974 gebaut wurden. Bei nach 1974 erbauten Wohnhäusern war nach der dann geltenden 16. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz Eigenvorsorge angesagt. Die laufenden Planbilder ermöglichten die Sicht auf den Verlauf  der 2017 geplanten drei Meter hohen und 738 Meter langen Lärmschutzwand in Bobstadt.

    Der Umbau zur S-Bahnstation durch die DB erfolgt 2017, dann will sich die DB ProjektBau GmbH „dranhängen“, wie die Referentin sagte, und die Lärmschutzwand bauen. Für die freiwillige Lärmsanierung stehen jährlich 100 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung. Eine Broschüre des Bundesverkehrsministeriums zum Thema wurde zum Mitnehmen ausgelegt. Ortspläne mit gekennzeichneten Objekten werden bei der Stadtverwaltung einzusehen sein und ins Internet gestellt, kündigte Bürgermeisterin Schader an. Wann es soweit ist, werde in der Presse bekanntgegeben.

    Hannelore Nowacki

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