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Di., 04. Oktober 2016, 08:27 Uhr
Geistliches und Weltliches vereint in der Kirche Mariä Verkündigung
Stimmungsvolles Jahreskonzert in der Kirche Mariä Verkündigung – eine fast zweistündige Reise in weite Welt der vorwiegend geistlichen Musik. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die Kirche Mariä Verkündigung war am frühen Sonntagabend Ort einer musikalischen Genussreise, die das Publikum in berührende Klangwelten führte. Der Katholische Kirchenmusikverein Lampertheim (KKMV) mit seinem Dirigenten Helmut Baumer hatte das ausverkaufte Jahreskonzert „Choral Music“ genannt, nach einem Musikstück von Jacob de Haan, mit dem das Orchester große Emotionen ausdrückte. Den Zuhörern wurde ein abwechslungsreiches Konzert geboten, das die leisen, nachdenklichen Klänge ebenso eindrucksvoll zelebrierte wie die kraftvoll tosenden Töne, die in de Haans „Choral Music“ und „Legende“ von Pavel Stanék zum Ausdruck kamen - eine umwerfende Klangfülle, weite Gefühlswelten. Zarte Klänge, die meditativ zum Träumen anregten, waren vom Klarinetten-Ensemble mit der Musik von Jan van der Roost zu hören. Besinnlich schwebend erklang „Romance Opus 36“ von Charles Camille Saint-Saëns mit Solistin Claudia Fischer am Waldhorn. Die voll besetzten Kirchenbänke signalisierten, dass man in Lampertheim sehr wohl weiß, dass ein KKMV-Jahreskonzert etwas ganz Besonderes ist. Alle zwei Jahre im Wechsel mit dem weltlichen Konzert in der Hans-Pfeiffer-Halle lädt der Katholische Kirchenmusikverein Lampertheim zu einem geistlichen Konzert in die Kirche Mariä Verkündigung ein. Pfarrer Erhard Schmitt begrüßte die Konzertbesucher und wünschte ihnen reiche Ernte an diesem Erntedanktag, der vormittags im Gottesdienst gefeiert wurde. Vereinsvorsitzende Birgit Steube wies auf eine Premiere hin – zum ersten Mal trat das KKVM-Newcomer-Orchester auf. Das frühere Jugendorchester war umbenannt worden, nachdem unter den Nachwuchsmusikern nicht nur Kinder und Jugendliche sind, sondern auch Erwachsene sogar im reiferen Alter. Einer von ihnen ist Klaus Engert, der Tuba spielt. Sein Bruder Alfred Engert führte mit informativen und anregenden Hinweisen zu den Musikstücken durch das Programm.
Helmut Baumer dirigierte auch das KKMV-Newcomer-Orchester, das beim Publikum gut ankam. Foto: Hannelore Nowacki
Drei Stücke spielte das KKMV-Newcomer Orchester zu Beginn des Konzerts – und erhielt vom Publikum den verdienten großen Beifall. Neben „Air for Band“ vom amerikanischen Komponisten Frank Erickson hatten die Nachwuchsmusiker „What a Wonderful World“, bekannt durch Louis Armstrong, und „Classical Canon“ von André Waignein einstudiert. Neun Stücke präsentierte das große KKMV-Orchester, zuletzt die „Toccata in D-Minor“ von Johann Sebastian Bach. Die Solisten wie Claudia Fischer am Waldhorn und der junge Thomas Billau an der Trompete erhielten besonderen Applaus. Anhaltenden Beifall spendete das Publikum am Programmende, dem noch zwei Zugaben folgten. Dirigent Helmut Baumer kündigte den Gospelsong „Old Time Religion“ an. Henrike Stöckinger las am Schluss einfühlsam den „Abendsegen“ vor, den das Orchester musikalisch umsetzte: „Abends will ich schlafen gehn, vierzehn Engel um mich stehn“. Hannelore Nowacki