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Mo., 25. Dezember 2017, 10:03 Uhr
Sparkasse Worms-Alzey-Ried mit 48.500 Euro auf Spendentour durchs Ried
Geldregen zur Feier des 75-jährigen Sparkassenjubiläums
Bei der Rundfahrt durch das Ried mit einem 63 Jahre alten Nostalgie-Reisebus durften sich die Teilnehmer auf angenehme Weise zurückversetzen in die Zeit als die Sparkasse Worms-Alzey-Ried noch jung an Jahren war. Foto: Hannelore Nowacki
RIED – Die gute Laune ging am Freitagvormittag mit auf große Fahrt durch das südhessische Ried. Im komfortablen Nostalgie-Reisebus, Baujahr 1954, waren auf Einladung der Sparkasse Worms-Alzey-Ried alle versammelt, die etwas zu feiern hatten. Sonnig wurde es an diesem Tag nicht, aber die Sparkasse Worms-Alzey-Ried hatte vorgesorgt und für die Rundfahrt von Bürstadt nach Groß-Rohrheim, Nordheim, Lampertheim und wieder zurück nach Bürstadt im Nieselregen einen ganzen Strauß roter Sparkassen-Regenschirme bereitgestellt. In diesem Jahr blickt die Sparkasse Worms-Alzey-Ried auf ihre 75-jährige erfolgreiche Geschichte in dieser Region zurück und zeigte sich sehr spendabel. Bei dieser ganz besonderen Rundfahrt mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Marcus Walden und den Vorstandsmitgliedern Frank Belzer und Wolfhard Hensel so kurz vor Weihnachten wurden jedoch keine Weihnachtsgeschenke verteilt. „Es sind Spenden, die möglich wurden durch den wirtschaftlichen Erfolg der Sparkasse, Gelder, die wieder in die Region zu den Bürgern zurückfließen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. „Umso schöner, wenn dies kurz vor Weihnachten geschieht“. Im Rückblick ließ Walden die Jahrzehnte Revue passieren. Mit einem Zitat von Albert Einstein und einem von Wilhelm von Humboldt nahm Walden Kurs auf die Zukunft. „Viel mehr als die Vergangenheit interessiert mich die die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“, hatte Einstein gesagt. Aber auch Humboldt liege richtig mit dem Satz „nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“. Die Sparkasse gibt es seit fast 180 Jahren, im Ried seit 75 Jahren. Ein Zukunftsprogramm habe die Sparkasse entwickelt, das unter anderem sieben Beratungscenter, Ausweitung der Kundenbetreuung durch zusätzliche 35 Berater und mehr Leistungen des Multimedia-Centers vorsieht. Während die Reisegruppe mit fröhlichen Schlagern im Ohr über die Landstraßen rollte, begrüßte Walden, die „Tourneeteilnehmer“, die später glücklich die Spenden aus dem „Jubiläumstopf“ entgegennahmen. Das Hospiz Bergstraße erhielt eine große Spende aus einem „Sondertopf“. Die Stiftung der Sparkasse „Gut. für die Region“ leiste mit der Spende an das Hospiz einen Beitrag zur satzungsmäßigen Förderung im Bereich Altenhilfe und des öffentlichen Gesundheitswesens, teilte Walden mit. „Finanzielle Mittel sind das eine, menschliche Zuwendung können sie jedoch niemals ersetzen“, gab Walden zu bedenken. Die Bürgermeister Rainer Bersch (Groß-Rohrheim), Felix Kusicka (Biblis) und Gottfried Störmer (Lampertheim) sowie die Bürstädter Bürgermeisterin Barbara Schader waren mit von der Partie, denn sie hatten zuvor die Aufgabe übernommen, der Sparkasse die Spendenempfänger vorzuschlagen. Die Fahrt führte zu den Wirkungsstätten der Vereine, letzte Station war das Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth in Bürstadt, wo die unterhaltsame Veranstaltung mit einem gemeinsamen Essen zu Ende ging. Busfahrer Leo Klassen fuhr die heiter gestimmte Gesellschaft mit dem nostalgischen Bus durch das Ried, insgesamt etwa drei Stunden mit gerne genutzter Gelegenheit sich miteinander zu unterhalten. Silke Seidel, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, hielt die Fäden der Organisation in der Hand.
Am Fährturm tauchten die Rundfahrtteilnehmer mit Alexander Dinges, 2. Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte Nordheim, tief in die regionale Geschichte ein. Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Dr. Marcus Walden war hier Schirmherr für Bürgermeister Felix Kusicka. Foto: Hannelore Nowacki
Die Spendenempfänger
Der Reit- und Fahrverein Groß-Rohrheim (5.000 Euro) war vertreten durch die 1. Vorsitzende Birgit Czanderle und Geschäftsführerin Kirsten Engert, die vor Ort am erneuerten Reitplatz von den Erfolgen der Nachwuchsarbeit mit Kindern und Jugendlichen berichteten. Der Brand des Vereinsheims war eine Geschichte, an die sich Bürgermeister Bersch als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr noch lebhaft erinnerte. Für den Turnverein 1906 Groß-Rohrheim (5.000 Euro) nahm die 1. Vorsitzende Pia Strubel an der Fahrt teil. Mit fast tausend Mitgliedern ist der TV der größte Verein im Ort, die Kreishalle teilt sich der TV mit anderen Vereinen. Bersch, selbst Mitglied in der Radfahrabteilung, lobte die Jugendarbeit des Vereins, das Geld sei gut angelegt. Alle Abteilungen müssten berücksichtigt werden, meinte Strubel, man denke an die Qualifizierung von Übungsleitern oder werde in Geräte investieren. Günter Mössinger, 1. Vorsitzender, und Alexander Dinges, 2. Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte Nordheim (7.500 Euro) führten die Rundfahrtteilnehmer später zum Fährturm am Rhein, mit Blick hinüber zum linksrheinischen Rheindürkheim, das einst durch eine Fähre mit Nordheim verbunden war, eine ideale Verbindung für die damaligen Pendler. Die Heimatforscher machten dort deutlich, dass es das Kloster Lorsch nie ohne diese Anlegestelle in der heutigen Rheinufer-Kulturlandschaft gegeben hätte. Der rührige Verein kümmert sich um die „Burg Stein“, unterhält das Heimatmuseum und den Fährturm mit historischen Ausstellungen. Anette Maring, 1. Vorsitzende des Tierheims Lampertheim (7.500 Euro) war in Begleitung von Beisitzer Knut Stieger gekommen. Im Tierheim angekommen, winkte den Besuchern Jugendgruppenleiterin Silvia Rupietta als Schneemann verkleidet zu. Heißer Punsch wärmte die Besucher auf, die bei einem Rundgang durch das Hundehaus einige der neugierigen Bewohner kennenlernten. Maring wies die Besucher darauf hin, dass der Verein für die anfallenden größeren Ausgaben Spenden brauche, alle paar Jahre seien durch den Verschleiß der Anlagen größere Anschaffungen nötig. Aus dem „Sondertopf“ der 2013 gegründeten Stiftung der Sparkasse Worms-Alzey-Ried „Gut. Für die Region“ erhielt das Hospiz Bergstraße gemeinnützige GmbH 16.000 Euro, die Hospiz-Geschäftsführer Michael Braun entgegennahm. Den Mitfahrern im Bus berichtete Braun von der Arbeit des Hospizes in Bensheim, das Schwerstkranke und Sterbende ambulant und stationär versorgt und deren Angehörige begleitet. Auch psychosoziale Hilfen, Kunst- und Musiktherapien werden angeboten. Ehrenamtliche Hospizbegleiter und ausgebildete Pflegekräfte sind für das Hospiz tätig, dessen Arbeit zum großen Teil durch Spenden finanziert werden muss. Günter Schwering, Leiter des Alten- und Pflegeheims St. Elisabeth in Bürstadt, wartete am Zielort auf die Rundfahrtteilnehmer, die in der Lounge auf Einladung der Sparkasse zur abschließenden Vesper eingeladen waren. Auch das Alten- und Pflegeheim wurde mit einer Spende (7.500 Euro) bedacht. Bewegung und Sport stehe bei den Bewohnern hoch im Kurs, berichtete Schwering, ganz im Sinne des kommunalen Projekts „gesunde Stadt Bürstadt“. Ingrid Schich-Kiefer, hauptberuflich für das Projekt Sozialraumorientierte Netzwerk in der Altenhilfe (SoNAh) und den Männertreff zuständig, erzählte, wie die Senioren für mehr Kraft und Lebensqualität, Vitalität und Stehvermögen mit Hanteln und Fußmanschetten trainieren. Dank der Spende kann nun auch ein lang gehegter Wunsch erfüllt werden – die Anschaffung von „Musik- und Sportwägen“. Birgit Mascetta, Leiterin des Sozialen Dienstes in St. Elisabeth, berichtete den Rundfahrtteilnehmern von den gemeinsamen Aktivitäten der Kinder der Kita St. Peter mit den Bewohnern und dem Besuchsdienst von Schülern der Erich-Kästner-Schule, die den Bewohnern Abwechslung in den Alltag bringen. Hannelore Nowacki