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Fr., 22. August 2014, 11:54 Uhr
Lampertheimer Mundartabend im Heimatmuseum: „Die Präsidentin“ hatte erfolgreiche Premiere – Restkarten für Freitag und Samstag
„Gelungene Premiere, die vor Lust am Spiel strotzte”
Ein schöner Schluss nach einem unterhaltsamen Abend – gemeinsam erklärten die Zuschauer mit Musikern und Mitwirkenden auf der Bühne ihre Liebe zu Lampertheim mit dem Lampertheimer Lied. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Ein wunderbarer Augustabend erwartete die Zuschauer am Donnerstag im lauschigen Hof des Heimatmuseums. Uwe Jensen, Zweiter Vorsitzender des gastgebenden Vereins, bereitete die rund 200 Zuschauer in seiner Begrüßung auf die folgenden Stunden vor, die mit Musik und einer Zeitreise in die Welt der Lampertheimer Mundart und Lebensart führten. Unter sternenklarem Himmel war Gereimtes und Ungereimtes zu hören – ein Genuss mit zahlreichen mundartlichen Leckerbissen. Wobei anzumerken ist: Die Lampertheimer Mundart, auch mal mit Kurpfälzer Zungenschlag gesprochen, ist etwas mit Herz und Humor. Und da haben wir es schon: Das „Ebbes“ ist ein Wort für alle Lebenslagen.
Wilma Bock gab in ihren drei Mundartgedichten einiges über ihre Muddersprooch preis. Vom Liegebeitel bis zum Schdrunzer, da wird gebabbelt, bis das Publikum die Lampertheimer Mundart lieben lernt, sogar die Lorscher und Bürstädter unter den Zuschauern hatten ihre Freude daran. Vor allem aber ist die Mundart „ebbes“, wenn man ebbes fürs Herz, fürs Gemüt und das ganze Leben braucht. Hugo Kern legte in seinem dreiteiligen Mundartvortrag noch eine ordentliche Schippe drauf, über diese besondere Sorte Dünger schüttete sich das Publikum vor Lachen aus. Dr. Walter Sauer brachte die den verwandten Kurpfälzer Zungenschlag mit und bewies, dass Max und Moritz der Witwe Bolte auch in dieser Sprache zusetzen können. Bevor das Schnoukequartett den Zuschauern musikalisch einheizte, bekannte die Vorsitzende des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins, Margit Karb, am Mikrofon: „Heit bin ich spendid“, was so viel heißt wie sehr spendabel. Ein humoristischer Vortrag aus der Feder vom Ehrenvorsitzenden Heinrich Karb, der auch das Mundartstück geschrieben hat, das nach der musikalischen Pausenunterhaltung die Zuschauer begeisterte. Rainer Müller führte unterhaltsam durch das Programm, Margit Karb hatte die Gesamtleitung, Regie führte Heiner Weppelmann.
Das Schnoukequartett war zwischenzeitlich zum Quintett herangewachsen und zündete ein musikalisches Feuerwerk, das immer wieder zum Schunkeln animierte. Das Mundartstück „Die Präsidentin“, in einem Aufzug aufgeführt, zeigt, wie es bei einer Vorstandssitzung zugeht. Diese bestimmte Sitzung in einem Kulturverein, der den Namen „Frohsinn und Heiterkeit“ auch als Motto begreift, hatte Heinrich Karb im Jahr 1979 zum ersten Mal auf die Bühne gebracht. Nahezu unverändert sahen die Zuschauer nun ein Stück, das bewies – auch heute ist es nicht anders. Die neun Mitwirkenden auf der Bühne feierten eine gelungene Premiere, die vor Lust am Spiel strotzte und das pralle Leben vor Augen führte. Nach begeistertem Applaus sangen Mitwirkende und Zuschauer gemeinsam mit dem Schnoukequartett das Lampertheimer Lied, die Liebeserklärung an die Spargelstadt, die neben der Mundart auch viele schöne Mädchen hat. Für die beiden weiteren Vorstellungen sind noch Restkarten zu haben, es lohnt sich also an der Abendkasse nachzufragen.
Hannelore Nowacki
Information
Die Mitwirkenden im Mundartstück: Heiner Weppelmann, Doris Schmidt, Silvia Hoffinger, Gerd Schuster, Frank Griesheimer, Stefan Weis, Karl-Heinz Hoffinger, Jean-Pierre Dupin und Lothar Lausecker. Im Schnoukequartett spielten Albert Debus (Saxofon), Wolfgang Weber und Monika Völker (beide Akkordeon), Bertold Eisenbraun (Tuba) und Charly Hartnagel (Trommel).
Mal so richtig herzhaft lachen können – beim Mundartabend im Hof des Heimatmuseums ist es möglich. Foto: Hannelore Nowacki