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Do., 23. Juni 2016, 10:25 Uhr
Integrationslotsen wünschen sich engere Zusammenarbeit aller Lampertheimer Flüchtlingshelfer
Gemeinsam statt einzeln Barrieren brechen und Brücken bauen
Auch bei der Jobsuche oder beim Ausfüllen von Formularen sowie Behördenbesuche sind Flüchtlinge für Unterstützung dankbar – die Integrationslotsen leisten in diesem Bereich hervorragende Arbeit. Foto: oh
LAMPERTHEIM – Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund nimmt eine immer größere Bedeutung ein – nicht erst seit dem Eintreffen zahlreicher Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten. Immer noch kommen Menschen, die ihre Heimat aufgrund von Krieg oder der Androhung von Gewalt verlassen müssen, zu uns. Weltweit sind so viele Menschen auf der Flucht wie nie zuvor.
Die Flüchtlingshilfe in Lampertheim präsentiert sich sehr vielfältig – neben der Flüchtlingsinitiative kümmern sich die Tafel, Schulen und Kitas, Vereine und Organisationen um Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Gewalt nach Deutschland gekommen sind – und seit diesem Jahr auch Integrationslotsen. Gemeinsam mit dem Lernmobil Viernheim e.V. wurden diese in einer achtmonatigen Ausbildung geschult und auf ihre Arbeit vorbereitet.
Gegenseitig unterstützen
Integrationslotsen sind eine Bereicherung für Lampertheim. Dabei sind sie Ansprechpartner für alle Lampertheimer Bürger – seien es Flüchtlinge, Migranten oder auch Senioren – und wollen gemeinsam mit diesen zum Abbau von sprachlichen und kulturellen Barrieren beitragen. Doch noch mangelt es am Zuspruch seitens der Migranten für dieses Angebot – ein Grund hierfür ist in den Augen der Lotsen auch die mangelnde Absprache der einzelnen Initiativen zur Integration. Gemeinsam statt einzeln Barrieren brechen und Brücken bauen sollte dagegen vielmehr das Motto lauten, mit einem regelmäßigen Austausch aller Flüchtlingshelfer. Hierzu wäre ein monatliches Treffen aller Beteiligten denkbar, bei dem gegenseitig Ratschläge und Informationen ausgetauscht werden, bei Problemen um Unterstützung gefragt oder sich einfach über die Arbeit vor Ort unterhalten werden kann.
Ziehen gemeinsam an einem Strang, um Migranten Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten: Die Integrationslotsen, das Team der Stadtverwaltung um Bürgermeister Gottfried Störmer, das Lernmobil Viernheim e.V. sowie die Anlaufstellen. Archivfoto: Benjamin Kloos
Denn es gibt immer wieder Situationen, in denen der Blick oder die Hilfe eines bisher Unbeteiligten helfen kann: Viele ehrenamtliche Flüchtlingshelfer sorgen in der gesamten Region dafür, dass die Flüchtlinge, die ankommen, sich gut aufgehoben fühlen. Sie helfen ihnen häufig täglich dabei, sich in der für sie fremden Gesellschaft zurechtzufinden und bauen dabei nicht zu selten freundschaftliche und sogar beinah familiäre Beziehungen auf. Dieser persönliche und direkte Kontakt vor Ort in den Flüchtlingsunterkünften ist wichtig, um Integration zu ermöglichen. Ebenso wichtig ist aber auch die Beratung beim Ausfüllen von Formularen, beim Verstehen der bürokratischen Strukturen oder bei Ämter- und Behördengängen – und hier spielen die Integrationslotsen eine wichtige Rolle. Neutral und dem Flüchtling zwar unterstützend zur Seite, aber nicht zu nahe stehend, können diese bei Streitfragen vermitteln ohne aus persönlichen Gefühlen heraus eine Seite zu bevorzugen. Denn die Integrationslotsen sind neutral und behandeln die anvertrauten Sachverhallte vertraulich.
Die Lotsen bieten Beratung in folgenden Sprachen an: Deutsch, Litauisch, Russisch, Griechisch, Englisch, Türkisch, Griechisch, Somalisch, Persisch, Dari — wie man in Afghanistan spricht – und Farsi — wie im Irak gesprochen wird. Der Besuch der Anlaufstellen und die Sprechstunden sind kostenlos. Als Ansprechpartnerin seitens der Stadt Lampertheim steht Silke Reis telefonisch unter 06206/935-363 oder per E-Mail unter s.reis@lampertheim.de zur Verfügung. Benjamin Kloos
Info: Integrationslotsen finden Sie an folgenden Anlaufstellen: GPZ Ried Caritas, Neue Schulstraße 16, mittwochs von 9.30 bis 10.30 Uhr, Baugenossenschaft, Wilhelmstraße 34, dienstags von 10.30 bis 11.30 Uhr, Rathaus-Service, Domgasse 2, mittwochs von 11 bis 12 Uhr, Goetheschule, Jakobstraße 51, dienstags von 9 bis 10 Uhr sowie Schillerschule, Saal 10, Kaiserstraße 28, donnerstags von 10 bis 11 Uhr.