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    GESUNDHEIT&PFLEGE: AWO Kreis Bergstraße zieht positive Bilanz der Welt-Demenz-Woche / Hoher Informations- und Gesprächsbedarf

    Gemeinsam über Demenz sprechen

    Foto: www.123rf.com/rawpixel

    KREIS BERGSTRASSE – Anlässlich der diesjährigen Welt-Demenz-Woche vom 21. bis 27. September fanden bei der AWO Kreis Bergstraße drei Veranstaltungen rund um das Thema Demenz statt. Mit Vorträgen, einem Dokumentarfilm und viel Raum für persönlichen Austausch erhielten Interessierte die Möglichkeit, sich zu informieren, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Angebot stieß auf reges Interesse. Besonders erfreulich war, dass auch mehrere selbst betroffene Menschen die Veranstaltungen besuchten – darunter auch jüngere Menschen. Ein Geschwisterpaar war von den Angeboten und den behandelten Themen so angetan, dass es an allen drei Veranstaltungstagen teilnahm. Den Auftakt bildete am 21. September ein Vortrag von Alexandra Löchelt von der Fachstelle „Leben im Alter“ des Kreises Bergstraße zum Thema „Beginnende Demenz“. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich über erste Anzeichen, den Umgang mit einer beginnenden Erkrankung und mögliche Unterstützungsangebote zu informieren. Dabei blieb ausreichend Raum für persönliche Fragen und Erfahrungen. 

    Am 23. September wurde der Dokumentarfilm „Glücklich vergessend in den Tod“ von Yvonne Hotz gezeigt. Der Film erzählt die Geschichte von Sabine, einer lebensfrohen und unkonventionellen Frau, die sich nach ihrer Diagnose offen und selbstbestimmt mit ihrem Abschied auseinandersetzt. Gleichzeitig richtet der Film den Blick auf die Menschen, die sie auf diesem Weg begleiten. Angehörige, Begleitende, Pflegekräfte und viele weitere Menschen leisten Unterstützung und tragen dazu bei, dass dieser Weg nicht allein gegangen werden muss. 

    Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete am 25. September der Vortrag „Sterben Menschen mit Demenz anders?“ von PaHoRi e.V. Dabei widmeten sich die Teilnehmenden einem besonders sensiblen und wichtigen Thema. Der Vortrag gab Raum, sich mit Fragen rund um das Sterben bei Menschen mit Demenz auseinanderzusetzen und zugleich persönliche Gedanken, Erfahrungen und Fragen einzubringen. In einer geschützten und vertrauensvollen Atmosphäre konnten Unsicherheiten angesprochen und neue Perspektiven gewonnen werden. Ein besonderes Highlight der gesamten Woche war die offene und wertschätzende Atmo- sphäre, die bei allen Veranstaltungen entstand. Es wurde aufmerksam zugehört, nachgefragt und offen über persönliche Erfahrungen gesprochen. Die zahlreichen Fragen machten deutlich, wie groß der Informations- und Gesprächsbedarf rund um das Thema ist. Zugleich wurde spürbar, wie wichtig geschützte Räume sind, in denen Betroffene, Angehörige und Interessierte ohne Berührungsängste miteinander ins Gespräch kommen können.

    Auch das Thema Vorsorgevollmacht wurde im Rahmen der Veranstaltungen kurz aufgegriffen. Ergänzend standen den Teilnehmern Flyer und Informationsmaterial zu verschiedenen Beratungs- und Unterstützungsangeboten zur Verfügung. Die Veranstaltungsreihe sollte vor allem eines vermitteln: Demenz ist kein Grund, sich zu schämen. Sie kann Betroffene und ihre Familien zwar vor große Herausforderungen stellen, doch niemand sollte sich deshalb aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen oder ausgeschlossen fühlen. Wichtig ist es, Berührungsängste abzubauen, offen miteinander umzugehen und den Blick auf den Menschen zu richten. Die Erkrankung ist nicht ansteckend. Menschen mit Demenz gehören weiterhin in die Mitte der Gesellschaft und brauchen Möglichkeiten zur Teilhabe, Akzeptanz und Wertschätzung. Denn der Wunsch nach Begegnung, Zugehörigkeit und einem selbstbestimmten Leben bleibt auch nach der Diagnose bestehen. 

    Die Veranstaltungen haben gezeigt, dass ein großer Bedarf an Information, Austausch und Begegnung besteht. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, Menschen mit Demenz nicht ausschließlich über ihre Erkrankung zu definieren, sondern ihnen weiterhin Teilhabe und gesellschaftliche Begegnung zu ermöglichen. Die AWO Kreis Bergstraße bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmern und Gästen für ihr Interesse, ihre Offenheit und die vielen persönlichen Gespräche. Besonders hervorzuheben ist das Engagement der Referentinnen Alexandra Löchelt, Frau Möller und Yvonne Hotz sowie von PaHoRi e.V., die mit ihren fachlichen Beiträgen und ihrer Bereitschaft zum offenen Austausch wesentlich zum Gelingen der Veranstaltungsreihe beigetragen haben. Aufgrund der positiven Resonanz und des großen Interesses steht bereits fest: Die Veranstaltungsreihe rund um das Thema Demenz soll fortgesetzt werden. Die AWO Kreis Bergstraße möchte auch künftig Räume schaffen, in denen Informationen vermittelt, Fragen beantwortet und Begegnungen ermöglicht werden. 

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