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  • Fr., 14. August 2026, 18:40 Uhr
    GESELLSCHAFT: Lampertheim möchte keinen neuen Förderantrag für das Projekt „LA-Leben in Aktion“ stellen / Haushaltskonsolidierung hat Priorität / GWA ruft am 20. August zum „Stillen Protest“ auf

    Gemeinwesenarbeit in der östlichen Kernstadt vor dem Aus?

    Muss eine finanzschwache Kommune aus Kostengründen auf die Gemeinwesenarbeit (GWA) als „Freiwillige Leistung“ verzichten? Oder sollte eine Kommune trotz Haushaltsdefizit und Sparzwängen an der GWA festhalten? Die Stadt Lampertheim plädiert dafür, keinen neuen Förderantrag für das Projekt „LA-Leben in Aktion“ zu stellen.
    Foto: www.123rf.com/rawpixel

    LAMPERTHEIM – Unlängst wurden die politischen Gremien über das reguläre Ende des Förderprojekts „LA – Leben in Aktion“ (Gemeinwesenarbeit östliche Kernstadt) zum 31. Dezember 2026 unterrichtet. „Aus haushaltstechnischen Gründen wird nach verwaltungsinterner Abwägung von einer erneuten Antragstellung für die Förderperiode 2027–2031 abgesehen“, so die Verwaltung. Der Bewilligungs- und Projektzeitraum umfasste die Jahre 2022 bis 2026 und wurde durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) mit 387.018 Euro gefördert. Die Crux daran: Die Stadt Lampertheim hat das Projekt über die gesamte Laufzeit hinweg maßgeblich mitfinanziert. Und das mit 25 % der regulären Fördersumme, insgesamt 129.007 Euro. Hinzu kommt die freiwillige Übernahme einer Deckungslücke in Höhe von insgesamt 49.834 Euro über den Projektzeitraum verteilt. 

    „Vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltslage und der zwingend erforderlichen Haushaltskonsolidierung wurde nach eingehender fachlicher und finanzieller Abwägung beschlossen, keinen Folgeantrag für die anstehende Förderperiode (2027–2031) zu stellen“, so die Verwaltung in ihrer Begründung zum Verzicht auf eine Folgeantragsstellung. Eine Fortführung des Projekts im Rahmen eines Neuantrags hätte für die Stadt Lampertheim erhebliche finanzielle Risiken und rechtliche Verpflichtungen zur Folge. Die Stadt müsste für die kommenden vier Jahre finanzielle Verpflichtungen in einer Gesamthöhe von über 150.000 Euro eingehen. Neben der regulären Kofinanzierung wäre weiterhin die freiwillige Übernahme der jährlichen Deckungslücke in Höhe von 60.000 Euro erforderlich. 

    Nach fachlicher Rücksprache mit dem Träger (Regionale Diakonie) zeichne sich zudem ab, dass die bisherige Deckungslücke für die Haushaltsjahre 2030 und 2031 aufgrund steigender Personal- und Sachkosten nicht mehr auskömmlich sein wird. Auf die Stadt Lampertheim kämen somit zusätzliche Mehrkosten über den bisherigen Finanzierungsrahmen hinaus zu. In ihrer Gesamtbeurteilung stellt die Verwaltung fest, dass das Projekt „LA – Leben in Aktion“ die integrations- und sozialpolitischen Ziele im Quartier nachhaltig angestoßen habe und die Fortführung der verstetigten Initiativen in Eigenregie der Bürgerschaft ausdrücklich begrüßt werde. Eine Weiterfinanzierung durch die Stadt sei jedoch angesichts des strikten Konsolidierungskurses ab dem Jahr 2027 haushaltstechnisch nicht darstellbar. 

    Das Projekt-Aus vor Augen, ruft die Gemeinwesenarbeit (GWA) unter dem Motto „Wir brauchen euch“ für den 20. August ab 18.30 Uhr zum „Stillen Protest“ vor dem Stadthaus und während der Sitzung des Sozial-, Bildungs- und Kulturausschusses auf. Verbunden mit der Hoffnung, dass sich das Blatt doch noch wendet, setzt die GWA auf möglichst viele Unterstützer, damit die Sozialarbeit in der östlichen Kernstadt eine Fortsetzung über das Jahr 2026 hinaus erfährt. „Gemeinsam den Sitzungsraum betreten, still zuhören und nicht reden. Präsenz zeigen, gemeinsam den Sitzungsraum verlassen“, heißt es auf dem Flyer. Zudem wurden Plakate gebastelt, um dem Anliegen vor der Beratung im Ausschuss optisch Nachdruck zu verleihen. Der TiP bat die Akteure der Gemeinwesenarbeit und der Stadt Lampertheim um eine Stellungnahme, die bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht verfügbar war. Der TiP berichtet nach. Ihre Meinung zum Thema können Sie uns gerne auf Facebook mitteilen. Entweder einen Kommentar schreiben oder mit Emojis reagieren!

    Steffen Heumann

     

     

     

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