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  • Fr., 21. Mai 2021, 08:58 Uhr
    GEMEINDEVERTRETUNG GROSS-ROHRHEIM: Mammutsitzung mit 22 Tagesordnungspunkten erfolgreich absolviert

    Georg Menger zum „Ehrenbeigeordneten“ ernannt

    Die CDU-Fraktion bereitete Georg Menger einen herzlichen Abschied aus der aktiven Lokalpolitik (von links): Fraktionsvorsitzender Kurt Kautzmann, Stellvertreter Matthias Dobry, Georg „Schorsch“ Menger und Hans-Georg Hoffmann. Foto: Hannelore Nowacki


    GROSS-ROHRHEIM – Eine Mammutsitzung von über zwei Stunden und 22 Tagesordnungspunkten mit mehreren einstimmig gefassten Beschlüssen und einigen strittigen Anträgen bewältigte die Gemeindevertretung am Mittwochabend in ihrer zweiten Sitzung dieser Legislaturperiode. Zwei Punkte hatten die Antragsteller bereits zu Beginn zurückgenommen. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Torsten Henzel, eröffnete die Sitzung in der Bürgerhalle mit der Begrüßung auch der ehemaligen Gemeindevertreter und Beigeordneten sowie der zahlreichen Zuschauer. Mit 17 anwesenden Gemeindevertretern von insgesamt 19 war das Gremium beschlussfähig. Den Bericht des Gemeindevorstandes hatte Bürgermeister Rainer Bersch den Parlamentariern schriftlich zukommen lassen. Darin teilte Bersch unter anderem mit, dass im Zuge der Brücken- und Straßensanierung am Langen Graben auch die Jahnstraße auf einer Länge von etwa 150 Metern zwischen Hundeverein und Schützenverein bis zur Brücke erneuert werde. Zur präventiven Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sei die Firma Ambitec aus Groß-Rohrheim beauftragt worden. Ein umfangreiches und komplexes Klimaschutzkonzept wie von der Gemeindevertretung beschlossen sei nicht durchführbar. In seiner Rede zur Verabschiedung der ausgeschiedenen Mitglieder des Gemeindevorstandes und der Gemeindevertretung betonte Henzel, dass diese als ehrenamtliche Lokalpolitiker sich in ihrer Freizeit engagiert und Verantwortung übernommen und dabei trotz aller Anstrengung wohl auch Freude daran gehabt hätten. „Die Kommunalpolitik gibt einem auch etwas zurück“, meinte Henzel. Was in den Gremien beschlossen werde betreffe die Bürger direkt. Die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Freien Wählern und CDU sprachen den ehemaligen Mandatsträgern ihren Dank aus. Georg Menger (CDU) wurde mit Überreichung der Urkunde zum „Ehrenbeigeordneten“ ernannt. In der Zeit vom Oktober 1972 bis März 2011 war er Gemeindevertreter und vom Mai 2011 bis April 2021 war Georg Menger 1. Beigeordneter. „Schorsch“ nennen ihn alle, erklärte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Dobry zu Beginn seiner Rede. Georg Menger dankte er für seine „lange und außergewöhnliche Leistung“ auch im Ortsverein seiner Partei, dem Menger bereits im Alter von 28 Jahren als Gründungsmitglied angehörte. Seit 54 Jahren sei Menger im politischen Geschehen aktiv. In vielen weiteren Funktionen sei Menger tätig gewesen, unter anderem als Vorsitzender des Bauernverbandes und seines Gesangsvereins. Auch Jürgen Kehl (SPD) wurde auf Vorschlag des Gemeindevorstandes der Titel „Ehrenbeigeordneten“ verliehen. Vom Oktober 1972 bis März 2011 war er Gemeindevertreter und vom Mai 2011 bis April 2021 Beigeordneter. Aus der Gemeindevertretung ausgeschieden sind auch Mike Prediger (2005 bis März 2021), Hans-Jürgen Katzameyer (2016 bis März 2021), Volker Götz (2016 bis März 2021), Ursula Schmitt (2011 bis März 2021), Uwe Hofmann (2015 bis März 2021), Gerhard Henzel (2016 bis März 2021) und Heinz Dellbrügge (Gemeindevertreter von 1997 bis März 2006, Beigeordneter von 2009 bis 2021). Hannelore Nowacki

    Information

    Auf der Tagesordnung (eine Auswahl): 

    Prüfbericht der Jahresrechnung 2019: Der Gemeindevorstand wurde einstimmig entlastet.

    Winterrasenplatz: Nach reger Debatte beschlossen die Gemeindevertreter mehrheitlich mit 15 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung das weitere Vorgehen wie vom Haupt- und Finanzausschuss und Ausschuss für Sport, Kultur- und Jugendfragen empfohlen mit Aufstockung von 40.000 Euro auf 360.000 Euro. In einer weiteren Abstimmung wurde beschlossen, den Landschaftsarchitekten Schepp mit 360.000 Euro plus der Fördersumme des Sportlandes Hessen mit der Planung zu beauftragen. Dobry (CDU) hatte zu bedenken gegeben, dass die Summe zu 90 Prozent förderfähig sei. Außerdem seien 8.000 Euro vom Fußballverein einzufordern. 

    Bewegungsparcours: Einstimmige Abstimmung über die Ausstattung zu maximal 70.000 Euro wie vom Sportausschuss empfohlen. 

    Feuerwehr: In die Kommission zur Aufstellung des Bedarfs- und Entwicklungsplans wählten die Gemeindevertreter einstimmig je einen Vertreter aus jeder Fraktion als sachkundige Mitbürger: Kurt Kautzmann (CDU), Horst Menger (SPD), Marco Schüller (Freie Wähler - Bürger für Groß-Rohrheim) und Ludwig Klodtka (Leben in Groß-Rohrheim - LiGR). In der Kommission ist die Feuerwehr durch Gemeindebrandinspektor Rainer Donnerstag und den Stellvertreter Markus Burgmer vertreten. 

    Ehrung nach der Hauptsatzung: Einstimmig beschlossen und von kräftigem Applaus gefolgt wurden Georg Menger und Jürgen Kehl die Ehrenbezeichnung „Ehrenbeigeordneter“ verliehen. Ausgezeichnet werden kann, wer sich besonders verdient gemacht hat und insgesamt 20 Jahre ein Mandat oder ein Amt in der Gemeinde ausgeübt hat. 

    Online-Übertragung öffentlicher Gremiensitzungen im Internet: Der Antrag der Wählergemeinschaft Leben in Groß-Rohrheim e. V. (LiGR) wurde zur Klärung offener Fragen an den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen. Walter Öhlenschläger (Freie Wähler) hatte Fragen zur technischen Umsetzung, Kosten und Datenschutzgrundverordnung anhand praktischer Überlegungen aufgeworfen. 

    Waldkindergarten: Der Prüfantrag der SPD-Fraktion mit dem Auftrag an den Gemeindevorstand den Bedarf zu ermitteln wurde einstimmig beschlossen.

    Mehrheitlich abgelehnt wurde der LiGR-Antrag zur Aufstellung von DHL-Packstationen, da für die Gemeinde nicht kostenlos. Fundamente und Stromversorgung müssten zur Verfügung gestellt werden. Ältere Leute würden zudem den Kiosk bevorzugen, auch Lärm rund um die Uhr für die Nachbarschaft wird befürchtet.   

    Digitale Dorflinde: Mehrheitlich mit den Stimmen der SPD abgelehnt wurde der LiGR-Antrag zur Teilnahme am Programm des Landes Hessen, das öffentliche WLAN-Netze im ländlichen Raum fördert. 

    Schaffung eines Ältestenrats: Der gemeinsame Antrag von SPD-Fraktion und Fraktion der Freien Wähler wurde mit zehn Stimmen von SPD und Freien Wählern bei sieben Gegenstimmen von CDU und LiGR angenommen. Der LiGR-Fraktionsvorsitzende Dieter Engert wehrte sich gegen die Schaffung eines Ältestenrats und argumentierte: „So langsam kommt die Katze aus dem Sack – es geht darum, dass man in der Öffentlichkeit nicht alles sagen kann“.    

     

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