So., 05. Februar 2017, 20:23 Uhr
Ausstellung „Strich, Fläche, Bild“ im Haus am Römer bis Ende März – Werke eines VHS-Kurses
Gerahmte Fantasien in Farbe und Bleistift

Die Freizeitkünstler und VHS-Kursleiter Christian Schura standen bei der Vernissage für Fragen zur Verfügung. Foto: Hannelore NowackiLAMPERTHEIM – Treppensteigen soll ja gesund sein, im Haus am Römer in der Domgasse 2 lohnt es sich aber auch wegen der „Bildkultur“ auf den Fahrstuhl zu verzichten. Seit Donnerstag ist hier zu den Öffnungszeiten die Ausstellung mit dem Titel „Strich, Fläche, Bild“ zu sehen. Bild für Bild, Stufe für Stufe kann man sich der Kunst nähern, die neun Kursteilnehmer, acht Frauen und ein Mann, im Volkshochschulkurs bei Dozent Christian Schura geschaffen haben. Die unterschiedlichsten Motive zeigen die Vielfalt der künstlerischen Fantasie, die sich vorwiegend in den zarten Strukturen und Flächen der Aquarellmalerei ausdrückt. Landschaftsbilder mit dem Potenzial der meditativen Ruhe lassen die Sommersonne wie bei Isabella McDaniels Bank auf der Wiese oder den schneekalten Winter von Lilli List fast hautnah spüren. Sogar ein Regentag in der Stadt vermag zu faszinieren, wie er von Ilse Klingler in Szene gesetzt wurde. Naturnahe Darstellung, aber auch die Abstraktion haben ihre Reize, wie das Vogelbild von Elisabeth Olschowsky zeigt. Walburga Kandler zeigt eine Frau beim Lesen, vertieft in ihr Buch. Ein Motiv, das animieren könnte, sich bei der Stadtbücherei im Haus am Römer ein interessantes Buch, vielleicht auch einen Liebesroman auszuleihen. Auch Bilder von Marita Klaus und Gudrun Dörr sind zu sehen – afrikanisches Dorfleben in warmen Farben ist Dörrs großes Thema. Federleicht wirken die Bleistiftzeichnungen, die zunächst unscheinbar gegen die Farbenpracht der anderen Bilder wirken und dennoch zur Bewunderung herausfordern, wie beispielsweise Alexandra Gölz feinste Details frühlingspraller Knospen mit ihren Härchen zu Papier gebracht hat. Inspiriert von der Dynamik und Ästhetik der Bewegung beim Balletttanz, hat Matthias Lohr seine schönen Ballerinen in Öl gemalt. Erst vor zwei Jahren habe er mit der Malerei begonnen, erzählte er, Ilse Klingler schon zehn Jahre malt und Kurse besucht. Im Kurs gebe es keine Aufteilung in „Anfänger“ oder „Fortgeschrittene“ erklärte Kursleiter Schura, der seit 2003 als Dozent tätig ist. Gerne dürften Interessenten sich dem Kurs anschließen, der donnerstags von 10 bis 12 Uhr in der Alten Schule stattfindet, ab besten einfach mal vorbeischauen. „Zeichnen kann man lernen“, sagt der Fachmann, der selbst Künstler ist und Grafikdesign studiert hat. Die Aquarellmalerei beschreibt er als „Königsdisziplin“, da man nicht gut retuschieren könne, was missraten ist, und bei der Nass-in-Nass-Technik könne das Werk durch die Anwendung von zu viel Wasser leicht baden gehen. Am Mittwochabend hatte Gabi Wesp vom Fachbereich 40 Bildung, Kultur und Ehrenamt zur Vernissage eingeladen, bei der zahlreiche Kunstinteressierte die Kursteilnehmer und den VHS-Dozenten persönlich kennenlernen konnten. Ab 31. März wird der Kursleiter selbst seine Kunstwerke im Haus am Römer ausstellen. Hannelore Nowacki