Gruppen sind immer herzlich willkommen/ Schillerschule begibt sich auf Zeitreise
Geschichte Bürstadts lebt im Heimatmuseum auf
Wie immer zog im Musiker-Museum auch der Klang der seltenen Hammond-Orgel aus den 60igern viele Besucher in ihren Bann. Foto: Eva Wiegand
BÜRSTADT - Eine ereignisreiche Woche hat Bürstadt hinter sich gebracht, das 1250-jährige Jubiläum wurde gebührend gefeiert und auch im Heimatmuseum gab es am vergangenen Sonntag zum Tag der offenen Tür wieder einiges zu entdecken. Von 10 bis 17 Uhr öffnete sich die Pforte, die hinter den Toren der Peterstraße 11 zu einer Zeitreise in die Vergangenheit einlud. Den ganzen Tag über konnten der Besitzer des Museums, Edgar Gräf, der der Allgemeinheit Zugang zu den alten Schätzen ermöglicht, gemeinsam mit Bruno Gündling, der als Leiter des Heimatmuseums für Führungen zur Verfügung stand, viele Besucher begrüßen. Auch die Woche zuvor hatte Gündling einiges zu tun. Nicht nur am Historischen Weg, der im Rahmen des Jubiläums eröffnet wurde, hatte Gündling sich beteiligt, auch die Schillerschule verbrachte im Rahmen ihrer Projektwoche einige Stunden im Heimatmuseum. Insgesamt rund 200 Schüler nahmen jeweils in Gruppen am Unterricht "im fliegenden Klassenzimmer" teil, welches Gündling aus dem Fundus des Heimatmuseums sowie der Schillerschule im Außenbereich aufgebaut hatte. Am vergangenen Donnerstag drehten die Schüler sogleich noch einen Film, um ihren Sprung in vergangene Schulzeiten festzuhalten, was wiederum Gündling besonders begeisterte: "Die Kinder waren sehr innovativ und aufgeschlossen und haben sich über alles erkundigt", freute sich der engagierte Ehrenamtliche, der das Jahr über immer offen für Anfragen von Gruppen ist, die ihr Wissen über Bürstadts Geschichte erweitern möchten. "Ich würde mich freuen, wenn sich noch mehr Menschen mit der Geschichte Bürstadts beschäftigen würden.“ Als nächstes Projekt will der Heimatkundler die Geschichte des Rettungsnachen, der den Hof des Heimatmuseums in Beschlag nimmt, aufarbeiten. Matthias Molitor hat das alte Boot sach- und fachgerecht aufgearbeitet, die große Geschichte, die noch so einige Überraschungen birgt, will Gündling Ende des Jahres vorstellen. In Zukunft sollen neben dem Tag der offenen Tür im Heimatmuseum kleinere, temporärere Ausstellungen stattfinden. Pünktlich zu einem weiteren Jubiläum, dem 200. Geburtstag des Draisine-Fahrrads, stand als weiteres Highlight im Heimatmuseum auch ein Nachbau der ersten lenkbaren Laufmaschine von Werner Zimmermann aus Riedrode bereit. Also nicht nur im Technoseum Mannheim kann dieses Wunderwerk der Fortbewegung welches im Jahr 1817 von Karl Freiherr Drais von Sauerbronn erfunden wurde, begutachtet werden. Eva Wiegand
Zum 200. Jubiläum des Draisine-Fahrrads steht im Heimatmuseum ein Nachbau der ersten lenkbaren Laufmaschine für die Besucher bereit. Fotos: Eva Wiegand