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  • Fr., 18. August 2017, 09:58 Uhr
    Städtische Gesellschaften im Plus – Biedensand-Bäder im durchschnittlichen Minus

    Gewinne sprudeln - Lampertheim wird Geberkommune

    Die Biedensand-Bäder könnten von einem neu aufgelegten hessischen Förderprogramm für kommunale Schwimmbäder profitieren, wie es sich Erster Stadtrat Jens Klingler vom Innenminister wünscht. Archivfoto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Von erfreulichen Entwicklungen im Geschäftsjahr 2016 berichtete Erster Stadtrat und Finanzdezernent Jens Klingler bei einem Pressegespräch, nachdem die Jahresabschlüsse und Prüfberichte der städtischen Gesellschaften vorliegen. Auch für das laufende Jahr sieht Klingler eine Fortsetzung des positiven Trends. Der Überschuss bringe es mit sich, dass Gewerbesteuer zu zahlen sei, was dem städtischen Haushalt zugutekomme. Auch sind höhere Umlagen für den Kreis zu erwarten, zudem wird die Stadt Lampertheim im kommunalen Finanzausgleich nach dem Verlassen der Verlustzone zur Geberkommune. Auch dass die „Hessenkasse“ der Landesregierung die Lampertheimer Schulden halbieren will, sei vordergründig erfreulich. Aber auch hier müsse man abwarten, wie die Entlastung insgesamt ausfalle, meinte Klingler vorsichtig optimistisch, denn die Kommunen müssten den hoch verschuldeten Kreis Bergstraße beim Schuldenabbau unterstützen. Klingler erinnerte daran, dass die Steuereinnahmen in Lampertheim boomen, wie der Halbjahresbericht für den städtischen Haushalt zeige. Verluste einzelner Gesellschaften ließen sich durch den gesetzlich vorgesehenen steuerlichen Querverbund in der Beteiligungsgesellschaft der Stadt Lampertheim (BGL) miteinander verrechnen, erklärte Klinger. Der Konzern BGL ist eine 100-Prozenttochter der Stadt Lampertheim, die dem Magistrat untersteht, aus steuerlichen Gründen ein komplexes Geflecht von Firmen. Im Konzern vereint finden sich die Beteiligungsgesellschaften, anteilig die Versorgungsunternehmen GGEW und Energieried sowie die zu 100 Prozent der Stadt Lampertheim gehörenden Biedensand-Bäder und der kommunale Öffentliche Personennahverkehr VTL (Verkehr und Tourismus Lampertheim Verwaltungs GmbH). Insgesamt kommt der Konzern BGL auf einen Jahresüberschuss nach der Gewinn- und Verlustrechnung von rund 92.000 Euro gegenüber einem Fehlbetrag von rund 320.000 Euro im Vorjahr. Erneut habe die BGL ein Darlehen der Stadt Lampertheim erhalten, um die Liquidität gegenüber den beiden Verlustgesellschaften sicherzustellen. Das gute Ergebnis im Nahverkehr mit 199.000 Euro Überschuss führte Klingler auf die positive Entwicklung durch die neue Konzessionsvergabe zurück. Ohne den „steuerlichen Querverbund“ wäre der kommunale Nahverkehr nicht möglich, gab Klingler zu bedenken. Am Rande wies Klingler darauf hin, dass, wie in anderen Städten bereits eingeführt, auch in Lampertheim ein Fahrgastbeirat geschaffen werden solle. Ein Gewinnbringer mit 130.000 Euro sei die GGEW, Versorger für Strom, Gas und Wasser. Als „unser Zugpferd“ bezeichnete Klingler die Energieried GmbH, an der Lampertheim mit 40,4 Prozent beteiligt ist. Einzig die Biedensand-Bäder, zu 100 Prozent im Besitz der Stadt, seien wie zu erwarten im Minus – im Geschäftsjahr 2016 waren es rund 600.000 Euro. Klingler geht davon aus, dass auch 2017 mit einem Zuschuss in dieser durchschnittlichen Höhe zu rechnen sei. Das Hallenbad stehe den Badegästen seit dem 14. August wieder zur Verfügung, Freibad und Hallenbad haben bis 20 Uhr geöffnet, bei gutem Wetter in der Regel nur das Freibad, warb Klingler als Geschäftsführer für die Biedensand-Bäder. Das sanierungsbedürftige Hallenbad trübt die allgemein guten Aussichten. Klingler hat daher dem hessischen Innenminister Peter Beuth (CDU) in einem Brief die Lage vor Ort geschildert und zugleich angeregt, wieder ein Förderprogramm für kommunale Schwimmbäder einzuführen wie es bereits vor zehn Jahren eines gab. Das Hallenbad sei kein Spaßbad mit teuren Angeboten, beispielsweise könne es sich keine eigene Sauna leisten. Das Hallenbad diene vielmehr der Gesundheit, wie vom örtlichen Ärzteverbund beworben. Schulen und Vereine, nicht nur aus Lampertheim, sondern aus der ganzen Region von Groß-Rohrheim bis Gernsheim, von Pfungstadt bis Viernheim, nutzen das Lampertheimer Hallenbad, nachdem andernorts die Schwimmbäder geschlossen wurden. Immer wieder weise die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Berichten darauf hin, wie wichtig das Schwimmenlernen sei. Eine Besonderheit stelle die SEL (Stadtentwicklungsgesellschaft Lampertheim) dar - sie gehöre nicht zum Konzern BGL. Die 100-prozentige Tochter der Stadt Lampertheim erfreut Klingler mit einer positiven Geschäftsentwicklung - zum ersten Mal wurde die Gewinnzone mit 990.000 Euro Gewinn vor Steuern erreicht. Dafür zahlt die SEL zum ersten Mal Gewerbesteuer in die Haushaltskasse der Stadt Lampertheim. 75.000 Euro waren es im Geschäftsjahr 2016. Zum Erfolg beigetragen hätten die Grundstückverkäufe in Hofheim im Baugebiet Rheinlüssen und in Hüttenfeld. Im Gewerbegebiet Wormser Landstraße sei ein großes Grundstück an Energieried verkauft worden. Der Gewinn werde wieder investiert. Möglich sei nun die Erschließung des zweiten Bauabschnitts im Gewerbegebiet Wormser Landstraße und die Verwirklichung großer Innenstadtprojekte anzugehen wie das Quartier an der Sedanstraße. Im nächsten Jahr soll es im Gleisdreieck weitergehen, zuerst komme die Kindergarten-Erschließung, dann die Erschließung des ersten Bauabschnitts. Hannelore Nowacki

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