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  • So., 26. Oktober 2014, 13:59 Uhr
    Gleichstellung als Einstellung: SPD-Arbeitsgemeinschaften debattieren

    Gläserne Schranke den weiteren Aufstieg von Frauen

    BÜRSTADT –  „Was ist Gleichstellung?“ mit dieser Frage beschäftigten sich die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in der SPD (AsF), die Jusos Bergstraße und die Schwulen und Lesben in der SPD Hessen Süd (Schwusos) in der vergangenen Woche im Bürstädter Ratskeller. Dabei erarbeiteten die drei Gruppierungen in einer lebhaften Diskussion gemeinsame Überzeugungen, wie insbesondere Frauen und Homosexuelle in  der Gesellschaft besser gestellt werden können: „Von echter Gleichstellung kann in Deutschland aktuell nachwievor keine Rede sein. Die gibt es zwar seit über 65 Jahren im Grundgesetz, aber in der Praxis eben nicht“, so Regina Nethe-Jänchen, AsF-Vorsitzende im Kreis Bergstraße. „Solange Frauen 22 Prozent weniger als Männer verdienen und Homosexuelle weder bei der Hochzeit noch bei der Adoption anderen Paaren  gleichgestellt sind, wissen wir, dass diese Frage weiterhin aktuell bleibt und es Reformbedarf gibt“, erläuterte Juso-Vorsitzender Marius Schmidt.

    Kreisausschuss-Mitglied Brigitte Sander aus Lorsch machte deutlich, dass „Gleichstellung eine Einstellung ist. Wenn die Gesellschaft endlich bereit ist, keine Vorurteile mehr zum Maßstab ihres Handelns zu machen, können wir in diesem Politikfeld endlich Erfolge erzielen.“ Als Negativbeispiel nannte sie dabei, dass Frauen bei der Übernahme von Positionen immer aus „Klischeegründen“ gefragt werden, ob sie „genügend Zeit hätten und nicht doch bald ein Kind“ wollen.

    Der Schwuso-Bezirksvorsitzende  Johannes Frass warb in einem engagierten Wortbeitrag für die Frauenquote in der Partei und in Vorständen und Aufsichtsräten der freien Wirtschaft: „Hier müssen wir als Partei gerade in der großen Koalition permanent dranbleiben.“ Gleichwohl machten vor allem die Jusos deutlich, dass damit allein das Problem nicht gelöst werden kann: „Wir haben in der SPD bereits unter den Mitgliedern zu wenige Frauen und in der Wirtschaft verhindert die gläserne Schranke den weiteren Aufstieg von Frauen. Spitzenpositionen bleiben ihnen verwehrt, weil die Vereinbarkeit von Familienwunsch und Beruf in Deutschland noch nicht möglich ist.“ Eine Option hierbei sei der weitere Ausbau von Betreuungsangeboten. zg
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