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  • Di., 18. Juni 2019, 15:23 Uhr
    Margarete Veltman in Ruhestand versetzt / Christina Paz wird neue Schulleiterin der Goetheschule

    Grand Dame der Lampertheimer Schulkultur verabschiedet

    Im Kreise des Schulchors verfolgte Margarete Veltman die liebevolle Videobotschaft, mit der jede Klasse noch einmal persönlich Abschied nahm. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Es war ein bewegender Abschied, der sich am Dienstag in der Goetheschule Lampertheim vollzog: Denn zum Schuljahresende geht die bei Schülern, Eltern und Lehrern gleichermaßen beliebte Schulleiterin Margarete Veltman in den Ruhestand. Kurz vor den Sommerferien wurde ihr nun nicht nur offiziell die Urkunde zur Ruhestandsversetzung durch den Leiter des Staatlichen Schulamtes Heppenheim, Rainer Kilian, überreicht, sondern auch ein besonderer Abschied seitens der Schulgemeinde zuteil.

    Zunächst hatten die Schüler die Möglichkeit, sich bei ihrer langjährigen Schulleiterin zu verabschieden und danke zu sagen: Zur Melodie von „An Tagen wie diesen” zogen sie je nach Klassen geordnet in grün, gelb, blau oder rot in den Schulhof ein, wo sie mit einem Lied für Rührung bei Margarete Veltman sorgten: „Wir haben viel gelernt, gelacht und schöne Sachen gemacht” oder „Jetzt sagen wir Tschüs und Klatschen laut und hoffen dass Du mal an uns denkst, wir wünschen Dir viel Glück” klang es aus den Kinderkehlen.

    Im Anschluss folgte die musikalisch durch den Schulchor begleitete offizielle Verabschiedung in der Turnhalle, die mit Papierstreifen geschmückt war, auf denen die Schüler persönliche Wünsche an Margarete Veltman geschrieben hatten. Zudem waren an den Wänden von den Schülern gemalte Porträts der scheidenden Schulleiterin zu finden.

    „Erfolg hat drei Buchstaben: T U N”, begrüßte Christina Paz, die zum 1. August die Schulleitung der Goetheschule übernehmen wird, die Ehrengäste und wandte sich an Margarete Veltman: „Dein Erfolg basiert auf Deinem unermüdlichen Einsatz zum Wohle aller Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrer.” Anschließend skizzierte Rainer Kilian seinen gemeinsamen Weg mit Margarete Veltman, der vor 25 Jahren begann, sowie die wichtigsten Stationen ihrer Schullaufbahn, bevor er sie offiziell in den Ruhestand versetzte – wobei sie der Schule selbstverständlich bis zu den Sommerferien erhalten bleiben wird. „Es ist mir eine Ehre, Dich heute verabschieden zu dürfen. 1955 wurdest Du in Lampertheim geboren und bist nach Deinem Abitur am Eleonoren-Gymnasium in Worms, dem Studium von Biologie und Mathematik in Karlsruhe und einer Tätigkeit als junge Lehrerin in Mannheim wieder nach Lampertheim zurückgekommen – zunächst zum Schuljahr 1989/1990 als Konrektorin an die Pestalozzischule und dann ab 2006 als Schulleiterin an die Goetheschule.” Zum Schluss seiner Laudation passte Rainer Kilian jeden Buchstaben des Namens von Margarete Veltman einer Eigenschaft von ihr an und beschrieb sie so unter anderem als mutig, resolut, echt und als Teamplayerin. 

    Der Leiter des Staatlichen Schulamtes Heppenheim, Rainer Kilian (r.), überreichte Margarete Veltman (l.) die Urkunde zur Ruhestandsversetzung. Foto: Benjamin Kloos


    Für den Schulverbund Lampertheim betonte Silke Weimar-Ekdur, Schulleiterin des LGL, dass Margarete Veltman den Schulverbund durch Kontinuität und Stabilität geprägt habe und eine große Bereicherung für diesen sei. „Margarete Veltman ist eine unermüdliche Netzwerkerin, auch im Forschernetzwerk Lampertheim. Sie hat viel getan und viel erreicht, sie ist eine Grand Dame der Lamperheimer Schulkultur, eine Lehrerin und Schulleiterin von Format.”

    Auch die Elternvertretung fand positive und dankende Worte. „Sie haben mit sehr viel Kraft und Engagement die Schule gestaltet und entwickelt. Und sie haben mit Leidenschaft eine Atmosphäre geschaffen, in der sich unsere Kinder wohlfühlen.”

    „Ihnen begegnet viel Wertschätzung, nicht nur von den jetzigen Schülern, sondern von allen Kindern, die Sie gemeinsam mit Ihren Kolleginnen und Kollegen auf dem Weg in das Leben begleitet haben”, stellte Landrat Christian Engelhardt fest, während Bürgermeister Gottfried Störmer verdeutlichte, dass „ich sehr gerne mit Ihnen zusammengearbeitet habe, Sie haben die Goetheschule viele Jahre nachhaltig geprägt und ich habe Ihren Umgang mit Menschen sehr genossen.” Und Pfarrer Ralf Kröger fasste die Zusammenarbeit so zusammen: „Ihre Haltung wird fehlen.”

    Das Kollegium der Goetheschule hatte sich für die Verabschiedung etwas ganz besonderes einfallen lassen: Man müsse vieles unter einen Hut bringen, dies sei eine der größten Herausforderungen. Margarete Veltman habe sich für den Kapitänshut entschieden, doch als Schulleiterin müsse man viele Hüte tragen, unter anderem als Feuerwehrmann, als Bauarbeiter oder als Richter. Passend dazu wurden Margarete Veltman die jeweiligen Hüte aufgesetzt, am Ende blieb eine Kochmütze, denn dieses Hobby solle nun die Zeit der scheidenden Schulleiterin prägen. „Du hast alles daran gesetzt,  den idealen Weg für die Goetheschule zum finden, mit allen, die mit Dir im Boot sitzen”, betonte das Kollegium und sang passend hierzu das Lied „Hut ab”, bei dem am Ende alle Hüte durch die Luft flogen.

    Und auch die 350 Schüler wollten ihre Schulleiterin nicht so einfach gehen lassen: Gegen Ende der Verabschiedung folgte ein langes Abschiedsvideo, welches Margarete Veltman im Kreis des Schulchores und auf einem eigens bereitgestellten Sessel genoss: Jede einzelne Klasse hatte ein kleines Video gedreht, mit Lieder, Schauspiel oder Texten, mit denen sie sich verabschiedeten – verbunden mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen.

    Doch wo ein Abschied, da ist auch ein Neuanfang: Zum 1. August übernimmt Christina Paz die Leitung der Goetheschule – sehr zur Freude von Margarete Veltman, denn so „kann der gemeinsame Weg der Goetheschule weitergegangen werden. Ich blicke auf eine Zeit wundervoller Erinnerungen zurück, danke für die bewegende Feier.” Und mit Blick auf ihr Engagement ergänzte sie: „Letztendlich sind es die Kinder, für die wir uns einsetzen, um gemeinsam mit ihnen zu leben, lernen und zu lachen.” Benjamin Kloos

     

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