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  • Mi., 28. Juni 2023, 23:23 Uhr
    120-JAHRE-JUBILÄUM: Evangelischer Posaunenchor feierte Jubiläum mit musikalischem Gottesdienst in der Domkirche – Nachwuchs gesucht

    Grandiose Musik mit Pauken, Posaunen, Trompeten, Tuba und Horn

    Der Evangelische Posaunenchor Lampertheim unter der Leitung von Daniel Ott (rechts mit Posaune) tritt bei besonderen Gottesdiensten etwa fünfzehnmal im Jahr wie demnächst beim Feldgottes und bei Festen auf. Nachwuchs jeden Alters ist willkommen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – „Lasst uns feiern“. Mit diesen Worten lud Pfarrer Claus Munstein die zahlreichen Gottesdienstbesucher in der Domkirche am Sonntagnachmittag zum musikalischen Gottesdienst ein, der vom Evangelischen Posaunenchor Lampertheim zu seinem 120-jährigen Jubiläum gemeinsam mit dem Evangelischen Posaunenchor Viernheim zu dessen 60-jährigen Bestehen gestaltet wurde. Ehemalige Musiker unter den Besuchern begrüßte er und namentlich den Bürgermeister und Ersten Stadtrat. Chorleiter Thomas Mahl aus Viernheim und Daniel Ott aus Lampertheim hatten das Musikprogramm gemeinsam zusammengestellt, das die zwanzig Musiker zu einem grandiosen Konzert machten, mit einer opulenten Klangwelt in der weiten Höhe der Domkirche, einmal im Zusammenspiel mit Kantorin Heike Ittmann an der klanggewaltigen Vleugels-Orgel. Zur Eröffnung war „Ein feste Burg“ zu hören. Berührend auch das Paukenspiel von Markus Niebler unter anderem bei „The Prince of Denmark’s March“, der sonst bei der Katholischen Kirchenmusik spielt und dirigiert. Kantorin Heike Ittmann begleitete mit Vorspiel die Lieder für die singende Gemeinde virtuos auf der Orgel. Zum Gottesdienst gehörten Gebete, Fürbitten und das Vaterunser, die Lesung und Ansprache und zum Schluss der geistliche Segen. Beschwingt erklang die „Dorische Fanfare“, fünfstimmig mit Pauken und Betonung auf tiefes Blech, wie Musiker die Blechblasinstrumente Posaune, Tenorhorn und Tuba nennen. Im Wechsel dirigierten Mahl und Ott die Stücke. Das mehrere Meter lange Alphorn gab bei der „Hirtenweise“ von Simon Langenbach den Ton an, gespielt von Daniel Ott. Wegen der besonderen Tonerzeugung durch die Lippen gehört das Alphorn aus Holz dennoch zu den Blechblasinstrumenten, wie der vielseitige Dirigent später im Gespräch erklärte. Weitere Stücke waren „Bright Day“ von Martin Westphal, der Marsch aus „Fidelio“ von Ludwig van Beethoven, „Rückenwind“ von Jens Uhlenhoff und „You Raise me Up“ von Rolf Lovland. Dem schottischen Stück „Should Auld Acquaintance be forgot“ von Chris Woods, im Deutschen bekannt als „Nehmt Abschied, Brüder“, folgte der „Abendsegen“ von Engelbert Humperdink. Immer wieder spendeten die Gottesdienstbesucher Applaus. Am Ende überraschte Daniel Ott mit der Zugabe „Geburtstagsmarsch“, eine Volksweise. Die beiden Posaunenchöre sind schon länger miteinander verbunden, bereits bei der Gründung des Viernheimer Posaunenchors 1963 kam aus Lampertheim mit der Überlassung von Instrumenten Unterstützung. Am Samstag hatten beide Blechbläserformationen gemeinsam das Jubiläumskonzert in der St. Michaelskirche in Viernheim gefeiert. Nach einer wechselvollen Geschichte mit zwei Weltkriegen und einem Einbruch in der Coronakrise ist der Lampertheimer Posaunenchor mit seinen neun Mitgliedern wieder auf Nachwuchssuche. Als „klein, aber fein“ sieht Daniel Ott den Posaunenchor gut aufgestellt, jeder der neun Bläser sei „Stimmführer“. Seit vier Jahren leitet er den Posaunenchor und ist mit seinen 23 Jahren immer noch sehr jung. Was die Zukunft angeht, zeigt er sich optimistisch. „Jeder ist willkommen ein Instrument zu erlernen“, sagt er, unabhängig vom Alter. Dass zurzeit keine Frauen dabei sind, sei reiner Zufall. „Es hat uns alle bewegt“, sagte Pfarrer Munstein und sprach den beiden Posaunenchören seinen Glückwunsch aus. Beeindruckt zeigte sich auch der Erste Stadtrat Marius Schmidt, dem der positive, euphorische Klang der Musik gefallen hatte. Mit einem Sektempfang schloss der Jubiläums-Festgottesdienst ab. Hannelore Nowacki

     

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