
KREIS BERGSTRASSE – Die technische Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Überwaldbahn ist abgeschlossen. „Die Ergebnisse der Studie schaffen Klarheit“, betont Landrat Christian Engelhardt. „Eine Reaktivierung der Überwaldbahn für den Personenverkehr ist wirtschaftlich nicht sinnvoll. Der ermittelte Nutzen reicht bei keiner der untersuchten Betriebsvarianten aus, um die erforderlichen Investitionen zu rechtfertigen.“ Bei der Überwaldbahn handelt es sich um eine historische Bahnstrecke, deren Hauptstrecke zwischen Wald-Michelbach und Mörlenbach verlief.
Erarbeitet wurde die Studie vom Beratungsbüro ederlog, das auf Projekte im Güter- und Personenverkehr sowie insbesondere auf Reaktivierungsvorhaben spezialisiert ist. Involviert in das Projekt waren der Kreis Bergstraße, die Gemeinde Wald-Michelbach sowie die Gemeinden Abtsteinach und Mörlenbach und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN). Untersucht wurden unter anderem der Zustand der Infrastruktur, der erforderliche Ausbaubedarf sowie der verkehrliche und volkswirtschaftliche Nutzen. Betrachtet wurden drei Betriebsvarianten: ein vollelektrischer Betrieb, ein Betrieb mit Akkutriebwagen und Ladeinsel in Wald-Michelbach sowie ein Straßenbahnbetrieb. Der ermittelte Nutzen-Kosten-Index liegt bei allen Varianten deutlich unter dem erforderlichen Wert von 1. Er beträgt 0,22 für den Betrieb mit Akkutriebwagen, 0,24 für den vollelektrischen Betrieb und 0,40 für den Straßenbahnbetrieb.
Eine Reaktivierung würde umfangreiche Investitionen voraussetzen. Unter anderem müssten Gleise und Oberbau vollständig erneuert, mehrere Bahnübergänge technisch gesichert und fünf neue Haltepunkte errichtet werden. Die geschätzten Infrastrukturkosten liegen – abhängig von der Betriebsvariante – zwischen 30,6 und 36,6 Millionen Euro. Die Ergebnisse werden nun politisch in den Gremien der beteiligten Kommunen und des Kreises beraten. zg
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