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Fr., 27. Mai 2016, 10:21 Uhr
Wunsch nach Frieden – fröhliches Feiern beim Bazar
Große Fronleichnamsprozession von St. Andreas bis Mariä Verkündigung
An der Sankt-Andreas-Kirche begann die Fronleichnamsprozession, die über die Kaiserstraße, Schillerplatz und Neue Schulstraße zu Mariä Verkündigung führte. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Kühler Nebel lag über dem Land, als um acht Uhr in der Frühe in der gut besuchten Pfarrkirche St. Andreas die erste Festmesse zu Fronleichnam begann. Später, bei der großen Fronleichnamsprozession durch die Innenstadt bis zur Pfarrkirche Mariä Verkündigung, strahlte die Sonne, der blaue Himmel leuchtete und beim Bazar im Pfarrgarten und Jugendheim von Mariä Verkündigung grüßte schon der Sommer. Die Katholische Kirchenmusik, der Kirchenchor unter der Leitung von Heinrich Weppelmann, die Kommunionkinder und die Pfadfinder St. Georg vom Stamm Guy de Larigaudie nahmen an der Prozession teil. Einige Häuser entlang des Weges präsentierten sich im festlichen Blumenschmuck, flankiert von gelb-weißen vatikanischen Fahnen. Damit zeigten die Bewohner, dass Traditionen lebendig sind, wie Pfarrer Erhard Schmitt später dankend hervorhob. Die katholischen Gemeinden Mariä Verkündigung und St. Andreas feierten Fronleichnam zusammen - das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Der Leib Jesu Christi wurde als frohe Botschaft von den Pfarrern abwechselnd in der golden glänzenden Monstranz durch die Straßen getragen. Gemeinsam zelebrierten Pfarrer Patrick Fleckenstein, Pfarrvikar Virginijus Grigutis aus Hüttenfeld und Franziskanerpater Simon Kornas die erste Messe. Organist Wolfgang Becker begleitete den Gottesdienst gesanglich, bei der zweiten Messe in Mariä Verkündigung standen ihm die Sängerinnen der Schola St. Andreas zur Seite. Nach der Prozession, die zu Andachten auf dem Schillerplatz, am St. Marien-Krankenhaus und vor dem Haus Billau innehielt und einer letzten Andacht vor Mariä Verkündigung, hielt Pfarrer Schmitt in seiner ebenfalls gut besuchten Kirche die zweite Festmesse. Im Pfarrgarten und im Jugendheim hatte währenddessen der Bazar begonnen. Bei diesem fröhlichen Familienfest im weitläufigen Pfarrgarten probierten Kinder ihre Treffsicherheit beim Dosenwerfen und Torwandschießen, andere machten ihr Glück bei der Tombola. Das Platzkonzert der Katholischen Kirchenmusik unter der Leitung von Markus Niebler eröffnete den musikalischen Unterhaltungsreigen mit dem Arosa-Marsch und einem Stück aus dem Musical „Tabaluga“. Anschließend bot die temperamentvoll agierende Chorgemeinschaft MGV Cäcilia und MGV Sängerbund ihren Zuhörern heitere Lieder von Sonne, Wein und Rhein, dirigiert von Frank Aiglstorfer. Weitere Programmhöhepunkte waren die Auftritte des MGV 1840 mit Dirigentin Elisabeth Seidl und der Kindergartenkinder von Mariä Verkündigung. Wunderbare Düfte kamen vom Grill, gemischte Salatteller wurden frisch bestückt. Ein eigener kühler Raum im Jugendheim war dem duftenden Kuchen- und Tortenparadies vorbehalten, allein siebzehn reichlich belegte Erdbeerkuchen warteten auf Genießer. Das Damenteam des Familienkreises bediente hier, die Frauengemeinschaft schenkte Kaffee aus. An den festlich geschmückten Tischen im Saal trafen sich alle, die einen ruhigen Schattenplatz suchten. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ – diesen bekannten Spruch stellte Pfarrer Fleckenstein in der Festmesse in St. Andreas um zu „Wes Lied ich sing, des Brot ich ess“. Mit Blick auf das Fest Fronleichnam, das sechzig Tage nach Ostern gefeiert wird, sagte er: „Gott will auch heute bei uns sein“. In der Lesung zuvor berichtete Michael Jakob aus dem Brief von Paulus an die Korinther, wie Jesus in der Nacht vor seiner Auslieferung mit den Jüngern zusammenkam, das Brot brach und ihnen den Kelch mit Wein reichte und sagte: „Das ist mein Leib für euch, tut dies zu meinem Gedächtnis. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis“. „Ich hoffe, dass Sie heute gut gefrühstückt haben“, sprach Pfarrer Fleckenstein die Gemeinde an. Die frühe Kirche habe gewusst, dass es nicht nur eine Art des Hungers gibt. Fleckenstein erklärte, dass damals das gemeinsame Essen vor dem Gottesdienst dazugehörte, erst als alle satt waren, habe man den Gottesdienst gefeiert. Jesus habe nicht nur zum Essen eingeladen, auch zum neuen Leben. „An Fronleichnam feiern wir nichts anderes als diese wunderbare Nähe Gottes, mitten im Alltag dieser Welt“. Die Prozession solle aller Welt zeigen, worum es geht – „alle Wege geht Gott mit uns, das glauben wir, das hoffen wir. Heute tragen wir ihn, das Wertvollste, was wir haben, den Leib Christi auf die Straße“. In den Andachten, Fürbitten und Gebeten während der Prozession war der Frieden ein Hauptthema. „Christus, erhalte den Völkern Frieden und Freiheit, schenke den Regierungen Einsicht und Einigkeit“, wünschte sich Pfarrer Schmitt. „Frieden“ stand auf dem Bodenbild, das die Ministranten vor den Toren der Kirche gelegt hatten in deutscher, litauischer und polnischer Sprache. Hannelore Nowacki
Beim Bazar im Pfarrgarten von Mariä Verkündigung ging es um die Begegnung, Spaß und Spiel, kulinarische Genüsse und musikalische Unterhaltung. Foto: Hannelore Nowacki