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  • Mo., 21. März 2016, 12:20 Uhr
    Eindrucksvolles Zeichen für Menschenrechte und Vielfalt

    Große Menschenkette auf dem Marktplatz

    In heiterer Stimmung hatten sich etwa 180 Menschen zur Menschenkette zusammengefunden. Viel Applaus erhielt Güler Gülay für ihre aufrüttelnde Rede. Foto: Hannelore Nowacki

    In heiterer Stimmung hatten sich etwa 180 Menschen zur Menschenkette zusammengefunden. Viel Applaus erhielt Güler Gülay für ihre aufrüttelnde Rede. Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – „Hand in Hand gegen Rassismus – für Menschenrechte und Vielfalt“ war das Motto der Menschenkette, die sich am Sonntagnachmittag auf dem Marktplatz in großer Runde zusammengefunden hatte. Dem Aufruf des erst vor wenigen Monaten gewählten  Bürstädter Ausländerbeirates waren etwa 180 Teilnehmer aus verschiedenen Nationen gefolgt – Menschen jeden Alters, Familien mit Kindern, Lokalpolitiker und kirchlich Engagierte, Pfarrer beider Konfessionen, Helfer vom Netzwerk Asyl und Flüchtlinge. Unter dem schützenden Dach der Markthalle hatten sich schon vor Beginn viele Menschen versammelt, kamen ins Gespräch – ein freundliches Miteinander. Auch nachdem sich die Menschenkette aufgelöst hatte, bildeten sich zahlreiche Gesprächsrunden. Der graue, kühle Frühlingstag machte kalte Hände, ein frischer Wind wehte durch Bürstadt, doch das schadete der guten Stimmung auf dem Marktplatz nicht. Zum Abschluss hatte der Ausländerbeirat Körbe voller Brezeln zum Zugreifen mitgebracht. Da die Organisatoren beim Ordnungsamt eine Menschenkette und keine Demonstration angemeldet hatten, waren Fahnen und Plakate nicht erlaubt, auch musste Güler Gülay, eine der beiden stellvertretenden Vorsitzenden des Ausländerbeirates, ihre Rede deshalb ohne akustische  Verstärkung halten. Was sie zu sagen hatte, kam dennoch gut an: „Leute, ich bin überwältigt, mit so viel Zuspruch hatte ich nicht gerechnet – wir wollen uns jetzt an die Hände nehmen, um eine Kette zu bilden“. Güler Gülay freute sich, so viele Bürstädter zu sehen, die dafür stehen, „dass unsere Kulturen sich verstehen lernen, dass Integration funktionieren kann, dass Gastfreundschaft in Deutschland noch etwas zählt, dass wir uns alle kennenlernen, dass Ängste abgebaut werden können und so aus Fremden Freunde werden und der sogenannte Rassismus keine Chance hat“. Güler Gülay sprach auch über die Gründe, weshalb Menschen ihre Heimat verlassen und zu Flüchtlingen werden: „Wenn man sich überlegt, was passieren muss, damit jemand seine Heimat, seine Familie, seine Freunde verlässt“. Es komme jetzt darauf an Gesicht zu zeigen gegen Rassismus und Gewalt – für ein friedliches Miteinander. „Alle Menschen sind, jeder für sich, einzigartige Individuen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten – die zusammen friedlich leben können, wenn sie sich gegenseitig helfen“. Dafür standen die Menschen auf dem Marktplatz und spendeten der Rednerin viel Applaus. Bürgermeisterin Barbara Schader reihte sich nach ihrer kurzen Ansprache ebenfalls in die Menschenkette ein.

    In Bürstadt steht das Miteinander der Menschen verschiedener Herkunft hoch im Kurs, wie die Menschenkette zeigte. Foto: Hannelore Nowacki


    „Ich finde es gut, dass so viele Leute gekommen sind, um ein Zeichen zu setzen“, sagte sie und dankte dem Ausländerbeirat für sein Engagement. „Darauf kann man stolz sein“, meinte Schader, denn „es geht in Bürstadt um ein Miteinander und für Toleranz in unserer Gesellschaft“. Im Rahmen der Internationalen Anti-Rassismus-Woche vom 10. bis 23. März hatte der Ausländerbeirat bereits am 12. März zum ersten Fest zur Begegnung der Kulturen ins Bürgerhaus in Riedrode eingeladen, das dank tatkräftiger Unterstützung durch Helfer verschiedenster Herkunft ein Erfolg wurde. Der Bürstädter Ausländerbeirat hat sieben Mitglieder: Erste Vorsitzende ist Fatma Aya, die beiden Stellvertreterinnen sind Leonora Palmieri und Güler Gülay. Die weiteren Mitglieder sind Periyantha Rasaturai, Ayse Abaza-Wilhelm, Jaroslaw Matusik und Nazmiye Öztürk. Hannelore Nowacki

     

     

     

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