„Die Meute“ feierte einfallsreiche Grusel-Fastnacht „Freitag der 13.“
Großer Spaß im kleinen Meutekeller
„Freitag der 13.“ stellte sich als Glückstreffer heraus – die Gruselsitzung im „Meutekeller“ verführte das Publikum immer wieder zum Lachen. Foto: Hannelore Nowacki
NEUSCHLOSS – Tief unten im Gewölbe des „Meutekellers“ im alten Schlossbau trug sich am Freitag, der auch noch der 13. Tag im Monat war, Wundersames zu. „Die Meute“, der kleine aufgeweckte Verein, hatte bei freiem Eintritt zur Grusel-Fastnacht eingeladen. Großer Spaß auf kleiner Bühne war geboten, angereichert mit viel Witz. Zur Belohnung feuerte das Publikum zahlreiche Raketen ab. Gemütlich war es im Gewölbe, das stilgerecht mit schwarzem Stoff ausgekleidet war. Ein paar nette Spinnen der Art Neon leuchtend grün saßen hier und da, weiße Spinnweben und dekorative Geistermasken setzten hübsche Akzente im Gruselambiente. Im Bühnenbild war alles vereint, was Schlossgeister, Vampire und Fledermäuse entzücken kann. Das Publikum fühlte sich gut aufgehoben, gab es doch auch Speis und Trank nach Karte und eine aufmerksame Bedienung, die sich regelmäßig mit gut gefülltem Tablett in Draculas Reich begab. Vereinsvorsitzender Rolf Wegerle führte als freundlicher Dracula durch das Programm, zur Hand ging ihm Sohn Draculino, der bis dahin eher als Klaus Rinner bekannt war. Kunstvoll verloren sich auf ihrem bleichem Teint ein paar rote Farbkleckse, die auf ein reichhaltiges Vampirmahl hindeuteten. Unter das bunt gemischte Publikum hatten sich nur wenige dunkle Gesellen gemischt. Das gut vierstündige Fastnachtsprogramm begann mit einer Tanzvorführung der „Purzelgarde“ vom LKV Lampertheim. Ernährungsberater Mast alias Horst Irrgang, nun wirklich kein „Hungerhooke“, klärte die Zuhörerschaft unter anderem auf, wie er über Jahre sein Gewicht dank 130-Kilo-Waage halten konnte. Ein Trost spendender Hinweis des Ernährungsberaters: Frauen werden nicht dicker, nur reifer und griffiger. Ein Tisch, zwei Stühle und zwei Sektgläser zum Anstoßen: Bei ihrem gemütlichen Zwiegespräch schossen „Die 2 vum Lindeweg“ treffsicher ihre Pointen ab, mal über, mal unter der Gürtellinie. Damit steht fest: Helga Irrgang und Moni Kresser sind die Expertinnen in Beziehungsfragen. Graf Dracula bestätigte zufrieden: „Jeder hat sein Fett weggekriegt“. Vor der ersten Pause spielten Rainer Strubel, Gerd Schäfer und Noa Schäfer einen irren Witz mit dem Titel „Too and a half Dappschädel“. In Kurzfassung: Sohn weint, weil Mutter ins Wasser gefallen, Vater fragt, Feuerwehrtaucher kommt mit Flossen angeplatscht und schwimmt auf der Bühne, Mutter nicht gefunden. Nach der Pause begeisterten die „Zombisisters“ das Publikum als herrlich skurrile Tanzformation mit perfekter Choreografie und Schlüssel zum Erfolg. In der Bütt verriet Luisa Guthier als Weinkönigin, dass sie im Eiswein, „der gelben Brieh“, kein Eis fand und statt vollmundig lieber auf Ex trinkt. Eine Gesangdarbietung mit Musik folgte. Nach der zweiten Pause bevölkerte das vierköpfige vereinseigene Männerballett die Bühne. Zum Abschluss vor dem Finale mit allen Aktiven waren Hans Peter Deubel und Karlheinz Münch als „Schulkinder“ angekündigt. Großes Lob erhielt die „Meute“ von den Abordnungen des 1. Carnevalclubs Lampertheim und der Neckarstädter Narrengilde, die ihrerseits mit Orden ausgezeichnet wurden. Hannelore Nowacki
Helga und Moni, „Die 2 vum Lindeweg“, fanden immer die passende Pointe. Foto: Hannelore Nowacki