„Race and Help“ – 11. Benefizaktion des Rotary Clubs für die Tafeln
Großer Spaß mit kleinen Rennautos
Das Damenteam des Serviceclubs Inner Wheel Schriesheim-Weinheim wollte unbedingt ein zweites Mal an den Start gehen, weil es ihnen Spaß machte. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Motoren heulen auf und röhren mit voller Kraft über die Piste. So hat man es gerne als Zuschauer am Hockenheimring oder aber am Fahrsimulator. Vier dieser Spaßmaschinen mit Bildschirm und Fahrersitz waren im Gemeindesaal der Lukasgemeinde in der Römerstraße aufgestellt – eine klare Präferenz der jungen Männer und Jugendlichen. Auf der 40 Meter langen Rennstrecke für die handlichen Modellautos im Maßstab 1:32, die traditionell bei der Benefizaktion des Rotary Clubs bei „Race & Help“ im Einsatz sind, surrten die Fahrzeuge leise durch die Kurven. Mit dem Finger an der Fernbedienung und hoher Konzentration hatten die Viererteams am Samstag die Aufgabe, innerhalb von vier Minuten so viele Runden wie möglich zu fahren. Das machte auch den teilnehmenden Damenteams riesigen Spaß. Bettina von Hohnhorst vom Team „Inner Wheel Schriesheim-Weinheim“ hatte keine Mühe, ihre Freundin Irmgard Berendsen und die beiden anderen Teamfrauen für eine weitere Rennrunde zu begeistern. Schon als Kind, erzählte sie, habe sie lieber mit Autos als mit Puppen gespielt. Saalsprecher Hermann Müller, der das Rennen im Wechsel mit Erwin Weyand, Paul Blüm und Karl-Josef Junglas kommentierte, gab seine Beobachtungen und Hinweise für die Fahrzeuglenker über Lautsprecher bekannt. „Das ganze Damenteam fährt relativ ausgeglichen“, stellte er fest. Wenig später gab das Team „RC Bensheim/Südliche Bergstraße“ auf der Bahn Gas. „Sie gehen rasant in die Kurven, die Streckenposten haben einiges zu tun“, rief Saalsprecher Müller ins Mikrofon. Die Vorjahressieger im Service-Club-Cup verteidigten ihren Titel, gefolgt vom zweiten Team des gleichen Clubs. Gesamtsieger wurde das Team „Knibbeldick 1" vor „Räuber und Gendarm" und „Team Penske Sportwagenzentrum Mannheim". Dritter Sieger wurde das gemischte Team „Die Schnellsten“ vom RC Lampertheim. Als bester Einzelfahrer erwies sich Tobias Kollmar vor Otto Pabst und Axel Lorenz. Die Zeitnahme erfolgte durch professionelle elektronische Messung. Rotarier Dr. Hubert Tausch hielt die Auswertung auf dem Laufenden; das Programm hatte er für dieses Rennen weiter optimiert.
So sehen „Räuber und Gendarm“ aus, wenn sie als Team die kleinen Flitzer für einen gutzen Zweck über die Rennstrecke jagen. Foto: Hannelore Nowacki
27 Teams hatten sich im Laufe der fünfstündigen Veranstaltung angemeldet. 100 Euro Startgeld je Team waren zu zahlen. Großzügige Sponsoren ermöglichten es den Jugendmannschaften und anderen Teilnehmern ohne eigenen Kostenbeitrag an den Start zu gehen. Auch die kreative Namensgebung der Teams gehört zum Rennvergnügen – am Drücker waren die „Helferlein“, die „Unkrautkiller“ und die „WildeWutz“. Der Jugendbeirat hingegen war mit seinem guten Namen am Start und erreichte den zweiten Platz in der Jugendwertung. Der Jugendpreis ging an das „Wir“-Team. Einige Teamnamen wie „The Somalians“ und „Eritrea One“ wiesen auf die Herkunft der Fahrer hin. Kurt Stass, Vorsitzender des Koordinationskreises für Flüchtlinge, hatte die Flüchtlinge für das Rennen begeistert. Der Rotary Club Lampertheim richtete am Samstag seine 11. Benefizaktion „Race and Help“ aus, deren Erlös in diesem Jahr zu gleichen Teilen der Lampertheimer und Bürstädter Tafel als Spende zugutekommen wird, wie Clubpräsidentin Marianne Michels-Junglas im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte. Schirmherr von „Help and Race“ war Bürgermeister Gottfried Störmer. Die lange Reihe der Pokale für alle Gewinnerklassen wurde von Rennfahrer Karl-Heinz Kröger gestiftet, der sie alle selbst einmal gewonnen hatte. Eine Attraktion war der Infostand der Polizei auf der Bühne. Peter Hoffmann, bei der Polizei auch als Jugendkoordinator tätig, und Fahri Erfiliz vom Polizeipräsidium Südhessen hatten eine elektronische Reaktionswand mitgebracht, die mit der wahlweise aufgesetzten Rausch-Simulationsbrille die gefährliche Wirkung von Alkohol im Blut zeigte. Hannelore Nowacki