Mo., 17.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 20. Mai 2014, 12:24 Uhr
    Wikingerschiff auf Kreuzfahrt – Besucher auf Entdeckungsreise in ferne Zeitalter

    Großer Zulauf beim 1. Mittelalterspektakel am Badesee der Biedensandbäder

    Die Feuerkünstler und Feuerspucker faszinierten mit meterhohen Feuersäulen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Lautes Hämmern schallte ans Ohr – der Schmied aus Solingen hatte Eisen im Feuer, das geschmiedet werden will, solange es glühend heiß ist. Während er das Eisen auf dem Amboss formte und immer wieder in das lodernde Holzkohlenfeuer hielt, sah ihm eine große Zuschauermenge gebannt zu und lauschte interessiert seinen Erklärungen. Ein ganzes Stück weiter ist ein Handwerker konzentriert dabei, einen ledernen Trinkhornhalter für besonders große Trinkhörner zu bearbeiten, eine Feinarbeit. Der Kunde aus Mannheim ist begeistert, das Preis-Leistungsverhältnis stimme und der Handwerker sei sehr kundenorientiert. Auf der Bühne sind gerade die „Plankensänger“ an ihren akustischen Instrumenten aktiv. Die Rhythmen gehen ins Blut, das Publikum ist hingerissen und applaudiert. Der große Badesee der Biedensandbäder ist an beiden Tagen dieses 1. Mittelalterspektakels ruhig, nur leicht kräuselt sich hin und wieder das Wasser von frühlingshafter Brise. Das Wikingerschiff mit seinen gerafften Segeln liegt immer nur kurz vor Anker, dann hat eine neue Mannschaft Platz genommen und legt sich kräftig beim Rudern ins Zeug. Der Kapitän, der das hölzerne Schiff selbst gebaut hat, gibt die Kommandos und sorgt für eine sichere Kreuzfahrt. Die alten Wikinger machten die Meere unsicher und wagten sich sogar bis nach Amerika, in der Neuzeit sind die Ruderer mit guten Schwimmwesten ausgerüstet, wobei die Erwachsenen rudern und die Kinder die Seefahrt ohne Arbeit genießen können. Am langen Sandstrand lässt es sich gut verweilen, die meisten Besucher zog es jedoch an die vielen Marktstände mit schönem, handgefertigtem Schmuck und zu handgefertigten Gewändern aus Schurwolle und Leinen. Auch Pfeil und Bogen, Schwerter und Trinkhörner oder andere Ausrüstungen für edle Rittersleut‘ und Damen von Stand waren stark gefragt. Lederwaren, ungewöhnliche Holzarbeiten, Felle für Bett und Stuhl und vieles mehr lockte Käufer und Schaulustige an. Für Speis und Trank war bestens gesorgt, köstliche Düfte umwehten die Nase, nahezu unmöglich zu widerstehen. Auf der großen Lichtung inmitten alten Baumbestandes herrschte reges Treiben, jedoch in aller Gemächlichkeit, die ein solches Ereignis mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten erfordert.

    Die brave Eule des Falkners schaute unerschütterlich ruhig mit ihren leuchtend orangefarbenen Augen von der Schulter einer jungen Besucherin in die Runde. Foto: Hannelore Nowacki


    Hier wird ein Bogen ausprobiert, dort sorgsam der neue Schmuck ausgesucht. Auf der Bühne hat zwischenzeitlich die schöne Tänzerin Silke Müller mit ihrem Shanti Fusion Belly Dance die Unterhaltung übernommen und bewundernde Blicke auf sich gezogen. Heiß her ging es bei der Feuershow am Samstagabend. Die Feuerkünstler und Feuerspucker, auch mutige Damen gehören zum Team, faszinierten mit meterhohen Feuersäulen, die sich auf beeindruckende Weise zu Feuerbällen entwickelten. Hoch am tiefblauen Abendhimmel leuchteten sie eine Weile auf, bis sie sich in Rauch auflösten. Feuerräder drehten die Feuerkünstler und ließen Flammen scheinbar angenehm über ihre Haut streichen. Ganz schön heiß wurde es in den ersten Reihen, immer wieder tauchte das Feuer die Zuschauer und Szenerie in rötlichen und orange leuchtenden Schimmer. Die brave Eule des Falkners schaute unerschütterlich ruhig mit ihren leuchtend orangefarbenen Augen in die Runde. Ohne Scheu saß sie netten jungen Damen auf der Schulter und verdrehte nur manchmal ihren Kopf, nur der Falkner selbst bekam von seiner Eule ein liebes Küsschen. Ein Höhepunkt an beiden Tagen waren die Ritterturniere am Strand mit Blick auf den Badesee. Ritter gegen Wikinger hieß es. Das Schwert des Schicksals suchte einen neuen Träger. Nach unterhaltsamen Wettkämpfen, bei denen mancher Luftballon wohl geplant und treffsicher in Flammen aufgegangen war, stand der überraschte Sieger fest und zog mit seinem neuen Schwert friedlich auf einem schweren Pferd von dannen. Wikingerfürst Holdger Ulfgardson, im neuzeitlichen Leben als Holger Hörstkamp bekannt, war zufrieden. Hannelore Nowacki

    Eine Dame von Stand aus Hamm beobachtete die Kreuzfahrt des Wikingerschiffes auf dem Badesee. Foto: Hannelore Nowacki


     

     

     

     

     

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 1