„40 Jahre Schepper“ – grandioses Jubiläumskonzert mit 500 Besuchern
Großes Bühnenjubiläum mit vielen Weggefährten
Beim Jubiläumskonzert trat Bernd „Schepper“ Schäfer mit vielen Weggefährten auf. Das „duo autark“ mit Karl Thomas (rechts) wurde von Special Guests verstärkt, die hier im Nebel stehen. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Wenn Bernd „Schepper“ Schäfer die Bühne betritt, wissen seine Fans, dass er ihnen leidenschaftliche musikalische Unterhaltung bieten wird. Schließlich kennt man sich im besten Fall seit 40 Jahren. Beim Jubiläumskonzert am Donnerstagabend in der Hans-Pfeiffer-Halle begeisterte „Schepper“ rund 500 Konzertbesucher, von denen die allermeisten kein einziges seiner 33 Lieder verpassen wollten und deshalb bis nach Mitternacht blieben, feierten, tanzten und jubelten. Gemeinsam mit dem Publikum und seinen musikalischen Weggefährten aus vier Jahrzehnten seiner musikalischen Laufbahn feierte „Schepper“ sein Bühnenjubiläum temperamentvoll, mit viel Humor und voller Dynamik. In Zusammenarbeit mit „cultur communal“ und der Musiker-Initiative Lampertheim (MIL) und drei Bands stellte er ein Konzert vor wie kein anderes und begeisterte auch Menschen aus der Region, die ihn beim Jubiläumskonzert zum ersten Mal erlebten. Auch Erich Maier, vor vierzig Jahren Kulturamtsleiter und Amtsvorgänger von Fachbereichsleiter Rolf Hecher, ließ sich dieses Ereignis nicht entgehen. „Schepper“ hat mit Maier seinen ersten Vertrag gemacht, erzählte er dem Publikum. Über sein Leben sprach er immer wieder, in mundartlichen Einlagen zwischen den Liedern, kurz, knackig und unterhaltsam - er nimmt ja kein Blatt vor den Mund. Wer ihn kennt, will es gar nicht anders haben. Dann versteht man auch, dass er beim Jubiläumskonzert inbrünstig zwölf Lieder von Marius Müller-Westernhagen mit seiner Band „Pfefferminz“ spielt und singt, obwohl er den Sängerkollegen selbst gar nicht mag, aber dessen Lieder. Darüber ließ er das Publikum nicht im Unklaren. Zu Beginn, bevor der Vorhang sich öffnete, stimmte Moderator Michael Tschirner, bekannt von der Volksbühne, die Konzertbesucher mundartlich heiter auf die kommenden vier Stunden ein. Die ersten Informationen, wie „Schepper“ im Alter von dreizehn Jahren zur Musik und dann zu seinem Künstlernamen „Schepper“ gekommen war, hörte das Publikum von ihm. Bei seiner ersten Band, in der Jugend-Rot-Kreuz-Band spielte er Schlagzeug, das er später gegen eine Gitarre und Verstärker eintauschte. Den Beinamen „Schepper“ hatte er sich da schon erworben. Seine erste Rockband hieß „Iron Hawk“, weitere Bandgründungen folgten, bis er 1989 die Band „Schepper & die Cracks“ gründete. Mit ihnen spielte er beim Jubiläumskonzert elf Titel, darunter eigene Stücke wie „Wut im Bauch“, „Karl Heinz Jürgen“ und „Halt dich an deiner Liebe fest“. Mit Karl Thomas (Gitarre und Gesang) gründete er 2013 das „duo autark“, eine gelungene musikalische Zweierbeziehung, die das Publikum in der Hans-Pfeiffer-Halle sogleich erleben konnte. Nachdem Tschirner meinte, er habe „genug gebabbelt“ und „veel Spaß“ gewünscht hatte, legten „Schepper“ und Karl Thomas los. Mehrere Special Guests hatte „Schepper“ eingeladen.
Bernd „Schepper“ Schäfer suchte den direkten Kontakt zum Publikum, das ihn begeistert feierte. Foto: Hannelore Nowacki
Chris Salis (Bass), Herbert Kistner (Schlagzeug) und Adi Cooper (Bass) spielten mit dem „duo autark“. Zur Westernhagen-Tributband „Mit Pfefferminz“, die mit Klaus Glas (Gitarre), Ralf Bobby Bopp (Bass), Michael Vogel (Schlagzeug) und „Schepper“ (Gesang und Gitarre) seit 2014 besteht, waren Anja Rüger und Kati Sommer (beide Chor) sowie Patrick Embach (Keyboard) eingeladen. Schön gefühlvoll begann der zweite Teil des Abends mit dem Lied „Weißt du, dass ich glücklich bin“.
Unbändig mitreißend drehte die Band bei „Sexy“ auf, Band und Publikum in Hochform. Schon bei „Gnadenlos erotisch“ von Hob Goblin, dem vierten Stück des Abends, hatten die Musiker Ausdrucksstärke bewiesen. Sogar den Mikrofonständer brachte „Schepper“ in Wallung, wie er selbst einmal feststellte. „Schepper & die Cracks“, die bis 2006 aktiv waren, traten in der Originalbesetzung auf: „Schepper“, Bernd Rasemann (Gitarre), Ralf Bobby Bopp, Matthias Karb (Keyboard), Hans Jürgen Götz und Patrick Schneller (beide Drums/Percussion), Reinhard Kretschmar (Saxofon) und Heiko Person (Gesang). Mal besinnlich, dann wieder feurig, das Konzert ließ allen Emotionen Raum. „Schepper“ war der Frontmann des Abends, mischte sich singend unter das Publikum, tauchte an anderer Stelle wieder auf und kümmerte sich auch um die Zuschauer im teilbestuhlten Bereich der Halle. Beinahe so abwechslungsreich wie die ausgewählten Stücke hatte „Schepper“ sich gekleidet, zu Beginn noch Jeans mit weißem Hemd und schwarzer Weste, wechselte er zum Nadelstreifenanzug, später zur schwarzen Lederhose, schwarzem Hemd und weißem Jackett. Glückliche Fans brachten ihm Geschenkkörbe und Präsente zur Bühne. Für die stimmungsvollen Lichteffekte, Ton und Technik waren MIL-Mitglied Helmut Wehe und Uwe Gerhardt zuständig. Hannelore Nowacki