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  • Mi., 30. November 2022, 15:35 Uhr
    GRÜNMITTENDRIN: Förderprogramm für private Begrünungsmaßnahmen im Stadtumbaugebiet „Innenstadt“ zeigt erste positive Ergebnisse 

    Grüne Oase mitten in der Stadt geschaffen

    Was bereits im Kleinen im Rahmen des Förderprogramms „GrünMittendrin” der Stadt Lampertheim entstehen kann zeige das Projekt der Blühwiese von Karl-Hans Kern (2.v.l.) – sehr zur Freude von Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste, Martina Fendt von der ProjektStadt und Jannik Uhrig von den Technischen Betriebsdiensten (v.l.). Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Wie im Rahmen des Förderprogramms „GrünMittendrin” der Stadt Lampertheim aus einem Schottergarten ein blühendes Paradies entstehen kann, zeigt das Beispiel von Karl-Hans Kern, der dieses erfolgreich genutzt hat. Das Programm – aufgelegt mit Finanzmitteln von Bund und Land Hessen – fördert neben begrünten, gärtnerisch gestalteten Höfen und Vorgärten sowie Dach- und Fassadenbegrünungen auch Entsiegelungsmaßnahmen, den Rückbau von Schottergärten sowie Maßnahmen zum Regenwasserrückhalt in der Kernstadt. So investiert die Stadt in eine klimaangepasste und nachhaltige Zukunft. Ziel ist es, durch mehr Grün die Lebens- und Aufenthaltsqualität weiter zu steigern und den bereits spürbaren Folgen des Klimawandels wie Hitzeperioden und Starkregenereignissen entgegenzuwirken. 

    „Wir wollen zeigen, was mitten in der Stadt für Bienen, Insekten, aber auch für uns Menschen entstehen kann”, betonte Sabine Vilgis, Leiterin der Technischen Betriebsdienste. „Herr Kern ist der Erste, der dieses Programm erfolgreich umgesetzt hat, weitere Projekte wurden im Herbst fertiggestellt.” Dabei geht es um den Rückbau eines Schottergartens, der nun durch eine Blühwiese ersetzt ist, eine extensive Dachbegrünung der Flachdächer von zwei Nebengebäuden, und um die Entsiegelung eines Vorgartens mit Garagenzufahrt, bei der Betonpflaster durch versickerungsfähigen Belag ersetzt und zudem eine Pflanzfläche ergänzt wurde.Zwei weitere bewilligte Begrünungsmaßnahmen sind derzeit in der Umsetzung. 

    Als Beispiel wurde nun die erste Blühwiese, die im Programm gefördert und im Herbst 2022 angelegt wurde, vorgestellt. Auf der Fläche von 40 Quadratmetern befanden sich bis zum Start der Maßnahme noch zahlreiche Steine, die einen wunderschönen Walnussbaum umgaben. „Aufgrund der zunehmenden Wetterextreme in den vergangen Jahren mussten wir diesen leider entfernen”, bedauert Bauherr Karl-Hans Kern im Gespräch mit dem TIP. „Meiner Frau und mir war klar, dass auf dieser Fläche etwas neues entstehen musste. Wir sind beide naturverbunden und wollten ein kleines Paradies schaffen – nicht nur für uns, sondern auch für Insekten.” Dies ist in beeindruckender Art und Weise gelungen, wie die von Karl-Hans Kern aufgenommen Bilder vor und nach der Maßnahme verdeutlichen: Wo einst Schotter das Bild beherrschte, grünte und blühte es im Sommer und Herbst. „Es ist schöner geworden als gedacht”, freut sich der Lampertheimer. „Am Anfang ist es natürlich nicht so einfach, auch was das Entfernen des Unkrauts angeht, aber es lohnt sich für das entstehende Blütenmeer. Herzlichen Dank an Martina Fendt und die Stadtverwaltung, die tolle Unterstützung hat die Entscheidung zur Umsetzung stark beeinflusst.” Karl-Hans Kern verweist darauf, dass er es besonders positiv findet, dass auch Eigenleistungen in Rechnung gestellt werden können. „Das ist sehr wichtig. Ich habe drei Tonnnen Steine aus dem Garten mit der Hand in Eimer gelegt und transportiert. Gut, dass die Stadt hier im Rahmen eines Stundensatzes einen Teil der Kosten übernimmt. Es ist ein Genuss, jetzt im Garten und der eigenen grünen Oase zu sitzen.”

    Jede Grünfläche zählt

    Es geht um jede kleine Fläche in der Innenstadt, die begrünt wird – nicht nur aufgrund des Lebensraumes für Insekten im Fokus, sondern auch mit Blick auf den Klimawandel verbunden mit der Luftfeuchtigkeit und besserer Luft in Lampertheim sowie mit Blick auf Starkregenereignisse. Hier hilft jede grüne Fläche, Regenwasser zurückzuhalten. Garagen und Carports sind hierfür ebenso geeignet wie Gärten, um pflegeleichte und möglichst viele Maßnahmen umzusetzen. Denn wir können mit diesem Programm in den nächsten Jahren noch viele schöne grüne Mosaiksteine schaffen”, betonte Martina Fendt, Projektleiterin bei der ProjektStadt.

    Vorschläge werden gerne von Martina Wendt gemeinsam mit den Grundstückseigentümern mitentwickelt, gleichzeitig steht diese auch beim Ausfüllen von Formularen gerne zur Seite. Die Beratung ist dabei jederzeit kostenfrei und unverbindlich. Förderfähig sind Planungs-, Material- und Baukosten. Für die bewilligten Maßnahmen ist eine Zuwendung in Höhe von 60 Prozent der belegbaren Kosten für Höfe und Vorgärten und 50 Prozent der förderfähigen Kosten für Dach- und Fassadenbegrünungen vorgesehen. Maximal kann ein Zuschuss von 5.000 Euro je Objekt gewährt werden. Bei Interesse an einer unverbindlichen und kostenfreien Beratung und zur Anforderung der benötigten Unterlagen für das Anreizprogramm können sich die Bürgerinnen und Bürger gerne an die Ansprechpartner:innen bei der Stadt Lampertheim bzw. bei der ProjektStadt wenden, indem sie eine E-Mail an folgende Adresse senden:  gruenmittendrin@nh-projektstadt.de oder gruenmittendrin@lampertheim.de 

    Weitere Informationen, die Förderrichtlinie sowie das Antragsformular sind auch auf der Homepage der Stadt unter https://qr.lampertheim.de/gruenmittendrin bereitgestellt. 

    „Insekten brauchen Flächen in der Innenstadt, auch wenn diese noch so klein sind. Diese sind für die Insekten lebenswichtig. Wir wollen ermutigen, nachzudenken, was man im Frühling auf dem eigenen Grundstück umsetzen kann”, hofft Sabine Vilgis auf weitere Projekte – finanzielle Mittel stehen im Rahmen des Förderprogramms zur Verfügung. Benjamin Kloos

     

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