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  • Do., 22. Oktober 2015, 23:08 Uhr
    Interview mit dem Sieger der ADAC Formel 4 Marvin Dienst aus Lampertheim

    „Habe mich über die vielen Glückwünsche sehr gefreut”

    Marvin Dienst freut sich über den Gewinn der ADAC Formel 4. Foto: oh


    LAMPERTHEIM – Nach seiner sensationellen Leistung beim Saisonfinale der ADAC Formel 4 und dem Gewinn der Meisterschaft ging es für Marvin Dienst direkt weiter. Dennoch fand der 18-jährige Lampertheimer die Zeit für ein Gespräch mit dem TIP.

    TIP: Herr Dienst, vielen Dank dass Sie dem TIP für ein Interview zur Verfügung stehen! Sie sind frisch gebackener Meister der ADAC Formel 4. Einen ganz herzlichen Glückwunsch zu dieser sensationellen Leistung! Was war das für ein Gefühl, den Titel ausgerechnet beim Heimrennen auf dem Hockenheimring zu holen?

    MD: Vielen Dank für die Glückwünsche. Den Titel direkt vor der Haustür zu gewinnen, war natürlich ein super Gefühl, obwohl ich sagen muss das der Druck zuhause größer ist als anderswo. Es sind so viele Bekannte und Partner da, die alle natürlich den Titel mit feiern möchten. Dass ich den Sag schon im ersten Rennen zu machen konnte, war da umso schöner.

    TIP: Das Saisonfinale liegt nun etwas mehr als eine Woche zurück. Wie haben Sie die vergangenen Tage verbracht?

    MD: Zeit den Erfolg zu genießen hatte ich bisher nicht, für mich ging es direkt weiter zur Porsche Juniorsichtung am Lausitzring und von dort aus direkt  zum Fahrtraining der Deutschen Post Speed Academy auf der Nordschleife am Nürburgring, bevor ich dann am Montag und Dienstag erneut zu Testfahrten am Lausitzring unterwegs war.

    TIP: Wie war die Reaktion aus der Motorsportwelt auf Ihren Erfolg, und wie haben die Menschen in Ihrer Heimatstadt Lampertheim reagiert?

    MD: Ich war schon etwas überrascht über die vielen Glückwünsche, die von allen Seiten gekommen sind. Viele wahren ja live an der Strecke oder am Fernseher dabei. Durch die Live-Übertragungen habe ich schon gemerkt, dass mir viele Lampertheimer zugeschaut haben. Sehr gefreut haben mich auch die Glückwünsche von Bürgermeister Herr Störmer. 

    TIP: Wie verlief die gesamte Saison für Sie? Was waren die Höhepunkte, wo gab es vielleicht auch einmal Krisen?

    MD: Der Start in die neue Saison war natürlich optimal für mich, mit dem Doppelsieg zum Auftakt in Oschersleben habe ich erstmal ein Ausrufezeichen gesetzt. Bei den folgenden Rennen am Red Bull Ring und in Spa lief nicht alles rund, was aber nicht an unserer Leistung gelegen hatte, sondern auch dem Reglement geschuldet war. Nach den Auswärtsgastspielen hatte ich 55 Punkt Rückstand auf den Führenden und mir war klar, dass es jetzt keine Ausrutscher mehr geben darf.

    TIP: Wie hieß Ihr Saisonziel zu Beginn des Jahres? Wann hatten Sie erstmals das Gefühl, dass es mit dem Titel klappen könnte?

    MD: Natürlich geht man immer in eine Saison, um diese am Ende auch als Sieger abzuschließen, da das HTP Junior Team Ungar aber ganz neu war, wussten wir am Anfang der Saison nicht, wo wir stehen werden, bei so vielen etablierten Teams war das schon einen große Herausforderung. 

    Trotzdem wollten wir mindestens unter die Top 3 am Ende kommen.

    TIP: Die ADAC Formel 4 war in den Medien sehr präsent, Sport 1 hat die Rennen zumeist live im Free-TV übertragen. Was ist das für ein Gefühl wenn man weiß, dass Hunderttausende das Rennen anschauen?

    MD: Das alle Rennen live im TV übertragen wurden war eine super Sache und hat dazu beigetragen, meinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Im Rennen spielt das allerdings keine Rolle, da man sich voll auf seine Aufgabe konzentriert.

    TIP: Vieles hat sich bei der nationalen Berichterstattung über die Formel 4 auf Mick Schumacher konzentriert. War das ein Problem für Sie und die anderen Fahrer oder war es von Vorteil, dass ein solch prominenter Name in der Rennklasse vertreten war?

    MD: Ich denke dass war für alle Fahrer von Vorteil, ohne Ihn wäre die Berichterstattung nicht so häufig und vielfältig gewesen. Für mich war das jedenfalls kein Problem.

    Gewohntes Bild: Marvin Dienst an der Spitze des Feldes. Foto: oh


    TIP: Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus, bleiben Sie der Formel 4 erhalten oder steht der nächste große Schritt in Ihrer Karriere aus?

    MD: In der Formel 4 werde ich nicht mehr an den Start gehen. Entweder FIA Formel-3-Europameisterschaft oder eine GT-Serie den Porsche Carrera Cup oder das ADAC GT Masters. Es hängt immer davon ab, welche Angebote kommen. Ich hatte den Aufstieg in eine höhere Klasse schon länger geplant und fühlte mich auch bereit dazu. Leider ist die Motorsportwelt ziemlich hart für einen jungen Fahrer und es ist schwierig, überhaupt ein Cockpit zu finden. Der Titelgewinn in der ADAC Formel 4 ist sicherlich ein gutes Argument, mir eine Chance zu geben. Mein großes Ziel ist der Start bei den 24 Stunden von Le Mans.

    TIP: Mit Sebastian Vettel kommt bereits ein hochklassiger Rennfahrer aus dem Kreis Bergstraße, sind Sie der nächste Südhesse, der es in die Formel 1 schafft?

    MD: Natürlich  wäre das eine schöne Geschichte, warten wir mal ab was die Zukunft bringt. Ich werde mit Sicherheit nicht nein sagen wenn dazu ein Angebot kommt.

    Vielen Dank für das Gespräch, wir wünschen Ihnen für Ihre weitere Karriere alles Gute und werden Sie auch gerne weiterhin redaktionell begleiten!

    MD: Danke. 

    Das Interview führte Benjamin Kloos.
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