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  • Di., 07. Juni 2016, 12:42 Uhr
    Serie im TIP zum Klimawandel und dessen Folgen in der Region / Heute: Lampertheim

    „Haben das Wetter und seine Auswirkungen im Blick”

    Auch am vergangenen Wochenende tobten in der Region Unwetter – so wie hier über Lampertheim. Foto: Samuel Meyer


    NIBELUNGENLAND – Am vergangenen Wochenende wurde die gesamte Region erneut von Starkregen und Gewittern heimgesucht – mit Stromausfällen in Hofheim und Rosengarten, einem brennenden Baum bei Riedrode, umgestürzten Bäumen zwischen Hüttenfeld und Viernheim und Schlamm auf den Straßen entlang der Weschnitz.

    Die Situation mit starken Unwettern wird nach Ansicht des Deutschen Wetterdienstes laut einer Untersuchung im Auftrag der Stadt Worms in naher Zukunft verstärkt vorkommen, ebenso wie lang anhaltende Trockenperioden. Die Stadt Worms hat sich intensiv mit den Auswirkungen des Klimawandels in der Nibelungenstadt befasst und ein Konzept vorgestellt, mit dessen Hilfe man Maßnahmen ergreifen möchte. Der TIP hat die Bürgermeister im Ried gefragt, wie auf diese Studie und die Ankündigung vermehrter Unwetter und Trockenperioden vor Ort reagiert wird.

    Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer betont, dass „langfristig festzustellen ist, dass sich das Wetter heute häufiger abweichend zu unseren Erfahrungen verhält. An Weihnachten eine Temperatur von 16 Grad Celsius und am 1. Mai von 8 Grad ist anders, als man es erwartet. Dennoch ist es so.” Nach wie vor lasse sich das Wetter nicht vorherbestimmen und insoweit auch (noch) nicht eine klare Verschiebung ins mediterrane Temperaturbild erkennen, so das Stadtoberhaupt der Spargelstadt. „Schon immer  hat es besondere meist sehr lokale Wetterereignisse gegeben, die zu katastrophalen Schäden führten. Sich auf solche Ereignisse vorzubereiten ist kaum möglich. Auch in Lampertheim, das an den vergangenen Wochenenden mit seinen starken Regenfällen im Gegensatz zu anderen Orten sehr glimpflich davon gekommen ist, hat es Feuerwehreinsätze gegeben. Sowohl in Lampertheim als auch in Hofheim und Rosengarten mussten Keller und andere Räumlichkeiten ausgepumpt werden.”

    Kanalisation ist intakt

    Die Kanalisation in Lampertheim wurde letztmals in 2014 auch auf ein sogenanntes „5-Jahres-Ereignis" hin überprüft. „Das Ergebnis: Unsere Infrastruktur ist intakt. Dennoch kann es vorkommen, dass bei punktuellen Niederschlagsereignissen die Kanalisation überfordert wird. In den neueren Wohngebieten haben wir dafür zusätzliche Grünanlagen und Mulden angelegt, die einen Teil der Wassermengen aufnehmen. In den älteren Wohngebieten ist das nicht der Fall. Dort hilft uns jede nicht versiegelte Fläche, Wasser auch außerhalb des Kanals abzuführen”, führte Bürgermeister Störmer aus.

    Gegen Hitzeeinwirkungen helfen innerstädtische Grünflächen, ist er sicher. „Wir legen sehr viel Wert auf die Durchgrünung der Wohnquartiere, insbesondere beim bevorstehenden Stadtumbau. Gerade Bäume verbessern das Mikroklima, liefern Schatten und senken dadurch die Temperaturen. Bei der Auswahl der Bäume achten wir auf die Verwendung von hitzeverträglichen Sorten. Eine Dach- und Fassadenbegrünung führt letztlich auch zu geringeren Temperaturschwankungen innerhalb von Gebäuden.”

    Auf Schadensereignisse vorbereitet

    Hinsichtlich der im Außenbereich arbeitenden städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es Standard, dass in den Sommermonaten der Arbeitsbeginn früher gelegt wird, um der Hitze etwas ausweichen zu können. „Neben der persönlichen Schutzausstattung jedes einzelnen wird zusätzlich Mineralwasser angeboten, das ab bestimmten Temperaturen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung kann das Vorziehen des Arbeitsbeginns verfügt werden, wenn das erforderlich ist”, erläuterte Störmer. „Seitens unserer Fachbehörden haben wir einen Blick auf das Wetter und dessen Auswirkungen, bereiten uns mit der Feuerwehr grundsätzlich auf solche Schadensereignisse vor und sind froh, dass mit dem Technischen Hilfswerk eine Organisation in Lampertheim ansässig ist, die uns im Schadensfall hervorragend unterstützen kann.” Benjamin Kloos

     

     

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