CORONA: Kreisspitze informiert über aktuelle Situation / Inzidenzwert steigt an / Schulen bleiben im Distanzunterricht
Häusliche Impfungen starten am Wochenende
Am Wochenende beginnt im Kreis Bergstraße das häusliche Impfen der nicht mobilen Personen. Foto: www.pixabay.com
KREIS BERGSTRASSE – Stetig steigende Inzidenzzahlen, die Aussetzung des Impfstoff Astra-Zeneca und die damit verbundenen Maßnahmen waren die Hauptthemen der wöchentlichen Videopressekonferenz der Kreisspitze zur aktuellen Corona-Lage am Donnerstag.
Keine guten Nachrichten gibt es dabei für alle Schülerinnen und Schüler, die ab der kommenden Woche wieder im Wechselmodell zum Präsenzunterricht hätten erscheinen dürfen: Aufgrund der steigenden Zahlen wurde hessenweit die für Montag angedachten Regelungen zurückgenommen, es bleibt im Bereich der Schulen damit beim aktuell gültigen Modell. Die Landesregierung wird die Lage weiter beobachten und dann entsprechend entscheiden, wie es nach den Osterferien im April weitergehen wird.
Landrat Christian Engelhardt bedauert, dass die Schülerinnen und Schüler nicht in die Schulen zurückkehren konnte, betonte aber gleichzeitig, dass „der Distanzunterricht auch dank der entsprechenden technischen Ausstattung unserer Schulen gut funktioniert.”
Bezüglich der Impfsituation im Kreis sei man aufgrund des kurzfristigen Stopps von AstraZeneca am Ende der Woche nicht wie erhofft bei 30.000 Impfungen, Stand Mittwoch waren es vielmehr27.434 Personen, die geimpft wurden. Die Termine mit AstraZeneca wurden zunächst vom Land abgesagt, am Donnerstag wurde der Impfstoff jedoch wieder zugelassen.
„Am Wochenende beginnen wir mit dem häuslichen Impfen der nicht mobilen Personen, die ihre Wohnung überhaupt nicht mehr verlassen können. In Zusammenarbeit mit dem Ärztenetzwerk Gala wird der Start in Lampertheim erfolgen, da dort an diesem Wochenende auch das dezentrale Impfen stattfindet”, so Landrat Engelhardt. Kostenlose Testmöglichkeiten seien im gesamten Kreis relativ wohnortnah möglich, diese seien ein wesentlicher Bestandteil zur Eingrenzung von Infektionen, wie Landrat Engelhardt erläuterte. Derzeit laufen unter anderem die Planungen, im Schillercafé in Lampertheim ein Testzentrum einzurichten. Weitere Informationen, u.a. um Thema Schnelltests im Kreis, finden Sie https://www.kreis-bergstrasse.de/staticsite/staticsite.php?menuid=613&topmenu=467 – Diese Infos werden regelmäßig aktualisiert.
Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz erläuterte, dass die Inzidenz am Donnerstag bei 108,81 und damit deutlich höher als vor einer Woche lag. Das Durchschnittsalter der Neu-Infizierten sinkt dabei weiterhin. Insbesondere der Anteil der 16- bis 40-Jährigen steigt aktuell an, wobei hier besonders der Anteil der 26- bis 30 Jährigen aktuell signifikant ansteigt. Der Anteil der Über-70-Jährigen sinkt dagegen weiter und macht aktuell weniger als zehn Prozent der Neu-Infektionen aus. Diese Gruppe ist hinsichtlich der Neuinfektionen im Hinblick auf den Bevölkerungsanteil damit unterproportional vertreten.
Aktuell sind 13 Schulen und sechs Kitas im Kreis mit in der Regel jeweils einer und maximal drei Personen betroffen. Aktuell sind dem Gesundheitsamt hierbei drei Fälle am Lessing-Gymnasium Lampertheim bekannt. Hierbei handelt es sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht um ein größeres Cluster-Geschehen. Schutzmaßnahmen wurden ergriffen und Reihentestungen wurden durchgeführt.
Zudem sind derzeit eine Altenpflegeeinrichtung mit einer betroffenen Person mit bestätigtem PCR-Test sowie drei Gemeinschaftsunterkünfte des Kreises betroffen.
Im Bereich der Mutationen steigt deren Anzahl auch im Kreis Bergstraße weiter an. Aktuell sind 44 Prozent der aktuellen Fälle mit einem Mutatiinsnachweis versehen. Aufgrund verschiedener Faktoren wie unter anderem zeitliche Verzögerungen bei Nachweis-Lieferungen ist davon auszugehen, dass die Mutationen bereits einen dominierenden Anteil an den Neuinfektionen im Kreis haben.
Betriebe und Firmen haben die Möglichkei, ihre Mitarbeiter testen zu lassen. Daher richtet die Gesundheitsdezernentin einen Appell an Betriebe, dies zu ermöglichen. „Denn je schneller man Fälle erkennt, um so schneller kann man die Verbreitung eindämmen und Cluster vermeiden”, betonte Diana Stolz abschließend. Benjamin Kloos