Stadt Lampertheim und Partnerstädte spenden an das „Lima-Projekt”, die Aktion „Schule baut Schule”, die Kinderhilfe Midalam und Amebii Ghana
Hand in Hand für Kinder der 3. Welt
Tragen gemeinsam zu einer besseren Zukunft für Kinder in der 3. Welt bei: Die Stadt Lampertheim stellvertretend für die Partnerstädte sowie das „Lima-Projekt”, die Aktion „Schule baut Schule”, die Kinderhilfe Midalam und Amebii Ghana. Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Fünf Städte, vier Projekte, 8.500 Euro – unter diesem Motto stand am Mittwoch im Magistratsraum des Stadthauses in Lampertheim eine besondere Spendenübergabe. Im jährlichen Wechsel findet im Rahmen der Städtepartnerschaften zwischen Adria, Ermont, Lampertheim, Maldegem und Swidnica die Aktion „3.-Welt-Projekte der Partnerstädte” statt, in deren Rahmen in diesem Jahr Lampertheim das Vorschlagsrecht hatte. Und so erhielten das Lima-Projekt der Alfred-Delp-Schule, Amebii Ghana, das Projekt „Schule baut Schule” sowie die Kinderhilfe Midalam jeweils einen Scheck in Höhe von 2.125 Euro.
„Dies ist ein Element der partnerschaftlichen Beziehungen”, betonte Bürgermeister Gottfried Störmer. „Es ist erfreulich, dass in diesem Jahr mehr Geld generiert werden konnte, da Ermont aufgrund einer engen Verbundenheit mit Dr. Jürgen Haist für das Projekt Schule baut Schule insgesamt 500 Euro mehr zur Verfügung gestellt hat.”
Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass dankte den ehrenamtlichen Organisationen für ihr Engegament, dass „wir in hohem Maße anerkennen. Wir haben diese vier Projekte auch deshalb ausgewählt, weil es uns wichtig ist, dass wir die Ansprechpartner kennen und somit garantieren können, dass die Gelder direkt vor Ort ankommen. Gleichzeitig wollten wir nicht nur ein Projekt fördern.” 1991 sei dieses außergewöhnliche Projekt ins Leben gerufen worden, erinnerte Brigitte Stass. „Damals ging die Initiative von Wierden aus, dass mittlerweile aus finanziellen Gründen keine Partnerstadt mehr ist, dafür kam Swidnica hinzu.” Ein Zeichen, das Städtepartnerschaft sich verändert, aber lebt.
Im Anschluss hatten die vier Organisationen, die sich sehr über die Zuwendung freuten, die Gelegenheit, ihre Projekte vorzustellen. Das Lima-Projekt, dass mitten im Armenviertel von Lima für Kinder aus diesem Viertel entstand, geht auf die 1987 durch die Alfred-Delp-Schule begonnene Schulförderung in Peru zurück. Anfangs wurde so eine warme Mahlzeit für jedes Kind mithilfe einer Suppenküche ermöglicht, später entstanden ein Gebäude mit einer Küche, das kontinuierlich vergrößert wurde. Mittlerweile gibt es hier Werkstätten und AGs, in denen berufliche Vorbildung, aber auch die Vermittlung von traditionellem Kulturgut erfolgt. Die 2.150 Euro werden für den laufenden Betrieb verwendet – Renovierungen, die Gehälter der Lehrer und besonders auch die Mahlzeiten für die Kinder.
Amebii Ghana hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensbedingungen in Dörfern zu verbessern und Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. So wurden Schulen und Kindergärten gebaut, aber auch in die Gesundheitsversorgung wird viel investiert – nicht nur mithilfe von Kronenkorken, die gesammelt werden um somit Krankenversicherung für Kinder zu finanzieren. Und so wird mit diesem jetzt zur Verfügung gestellten Betrag ein Krankenhaus in Ada unterstützt. Besonders im Fokus steht dabei die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, wozu ein Tank zur Verfügung gestellt und ein Brunnen gebaut wird. Aber auch ein Stromgenerator, neue Toiletten und Duschen sowie sterile medizinische Instrumente werden dringend benötigt.
Nachdem die ecuadorianische Schule „Unidad Educativa Mariscal Sucre” im April 2016 durch ein Erdbeben zerstört worden war, konnte diese dank der deutschen Schule in Quito und dem Projekt „Schule baut Schule” wieder aufgebaut werden – natürlich erdbebensicher. Dr. Jürgen Haist, ehemaliger Direktor des LGL und jetziger Leiter der deutschen Schule, hat sich intensiv für dieses Prolet eingesetzt. Die Schule ist noch nicht ganz fertig, aber die Kinder sind sehr glücklich, dass der Unterricht mittlerweile wieder stattfinden kann. Noch fehlen 50.000 der benötigen mehr als 600.000 US-Dollar, hierzu trägt diese Spende ihren Teil bei.
Das vierte unterstütze Projekt ist die Kinderhilfe Midalam. Der in Hofheim ansässige Verein finanziert in Südindien zwei Kinderheime. In einem werden bis zu 60 Mädchen aus den ärmsten Bevölkerungsschichten aufgenommen, in dem anderen 50 Gypsy-Jungen, die der untersten Kaste angehören und somit keine Unterstützung erfahren. Ziel ist es, den Kindern durch einen geregelten Ablauf mit Essen, Sauberkeit, medizinischer Versorgung und Schulausbildung eine Chance auf eine hoffnungsvolle Zukunft zu bieten – und damit wie die anderen drei Projekte aktiv etwas für Kinder und damit die Zukunft der Welt tun. Benjamin Kloos