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  • Mo., 07. September 2015, 23:04 Uhr
    Canadierrennen 2015 beim Wassersportverein mit Kostümen und Kraft

    Hasen, Haie und Hawaiianer

    Sieger im sportlichen Wettkampf wurden die Männer von „Hawaii 6 0“. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Paddel drangen tief ins dunkle Nass des Altrheins hinein, kraftvoll zogen die Freizeitmannschaften durch und holten alles aus sich heraus. Jubel brach bei Erreichen des Ziels aus, auf dem Landungssteg hielten Freunde und Angehörige Ausschau und feuerten ihre Mannschaft an, sobald diese in Hörweite ankamen. Das Canadierrennen des Wassersportvereins Lampertheim (WSV), ein sportlicher  Wettbewerb von Freizeitmannschaften mit hohem Spaßfaktor, war im letzten Jahr ein hochsommerliches Ereignis. Am letzten Samstag mussten sich die Teilnehmer jedoch mit herbstlichem Wetter, Lampertheimer Wind und wenigen Sonnenminuten arrangieren. Warme Jacken und Decken, Bibbern und kräftiges Paddeln waren die gängigen Gegenmaßnahmen. Bei den 18. Offenen Lampertheimer Stadtmeisterschaften im Canadierrennen, die im Rahmen des WSV-Sommerfestes stattfanden,  gingen vier Herrenmannschaften und zwei gemischte Teams an den Start, in den Booten jeweils mit 6 Personen und WSV-Steuermann. Mit acht Mannschaften waren die Damen am stärksten vertreten. Als Wettkampfsprecher sorgte Fritz Röhrenbeck für kompetente und unterhaltsame Kommentierungen des Rennens. Mit dem mobilen Funkmikrofon mischte er sich unter das Publikum am Altrheinufer, immer nah am Geschehen und entlockte den mehr oder weniger erfolgreichen Wettkampfteilnehmern nach den Rennläufen persönliche Stellungnahmen. „Im Tanzen sind wir besser“, bekannte Melanie Krämer, Spargelkönigin 2014 und Tänzerin in der CGT-Tanzformation „Reloaded“, nach dem Rennen. Davon kann man sich wieder bei der nächsten CGT-Karnevalveranstaltung überzeugen. Von der Antwort der charmanten Einhorn-Spezialistinnen „Last Unicorns“ war Röhrenbeck allerdings verblüfft. Sie teilten bestens gelaunt mit, dass sie beim sportlichen Wettbewerb namensgemäß mit dem letzten Platz zufrieden wären, aber beim Kostümwettbewerb gewinnen wollten. Immerhin schafften sie mit ihrem selbstgebastelten Einhorn-Kostüm den dritten Platz und beim Rennen den sechsten Platz vor „Reloaded“. Nach fast fünf Stunden standen die Siegerteams fest. Den traditionellen Kostümwettbewerb machten die Damen mit viel Fantasie und Freude an der Verkleidung unter sich aus, da die Herren eher die praktische T-Shirt-Kleidung bevorzugten, wenn auch mit lustigem Aufdruck wie bei den Herren, die sich als „Schluckspechte“ outeten. Anwärter auf einen Kostümpreis hätten durchaus die kühnen Männer mit dem Mannschaftsnamen „Hawaii 6 0“ sein können, die dem Herbstwind mit viel Haut und Bastrock trotzten und dabei einen wohlgeformten Eindruck hinterließen.

    Aus der Gattung der „Kanalratten“ waren die sportlichen Damen mit Sicherheit die Schönsten. Nach Auszählung der Stimmzettel, die alle Mannschaften erhalten hatten, waren ihre Kostüme als die originellsten befunden worden. Foto: Hannelore Nowacki


    Doch sportlich machte ihnen keiner etwas vor, sie paddelten sich auf den ersten Platz. Die beiden Mix-Teams kamen in der Reihenfolge Nemesis Legion und BV Lampertheim durch das Ziel. Zum Spaß gehört auch die möglichst fantasievolle Namensgebung, die wiederum besonders die Damen sprachlich perfektionierten. Das Sieger-Damenteam „X-Ray-Fly“, beruflich in Heppenheim und Weinheim mit Röntgenstrahlen befasst, war als sportliche Flugzeugbesatzung angetreten und konnte sich auf Angela Brechenser als WSV-Steuerfrau stützen. Die lustigen „Oldrhoipirade”, ins Hochdeutsche übersetzt „Altrheinpiraten“, kamen auf Platz 2. Die Freundinnen, die als „Kanalratten“ mit echter Klobrille vor den Augen und Duschzelt zum ersten Mal angetreten waren, erreichten Platz 3 im Rennen und Platz 1 im Kostümwettbewerb. An den Preisen für die ersten drei Platzierungen hatten sich zahlreiche Lampertheimer Gastronomiebetriebe mit Gutscheinen beteiligt. Thomas Wernz vom WSV war mit dem Canadierrennen sehr zufrieden. Wären es mehr Teams gewesen, erklärte er im Gespräch, hätte die schmal gewordene Wasserstraße nur für höchstens drei Boote gleichzeitig ausgereicht. Weithin sichtbar, hatte der regenarme Sommer die Strände breit werden lassen. Hannelore Nowacki

    Information

    Die vier Herren-Mannschaften in der Reihenfolge der Platzierung: Hawaii 6 O, TV Lampertheim 2 und TV Lampertheim 1 sowie die Schlucksprechte. Die acht Damen-Mannschaften: X-Ray-Fly auf Platz 1, Oldrhoipirade, Kanalratten, Catch the Bunny!, Große Haie - kleine Fische, Last Unicorns, Reloaded und die Pampersgangsda. Die beiden gemischten Teams waren Nemesis Legion und BV Lampertheim. Beim Kostümwettbewerb gewannen die Kanalratten, Catch the Bunny! und die Last Unicorns.

     

     

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