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  • Mo., 22. Januar 2018, 14:43 Uhr
    Prunksitzung des Hofheimer Carneval-Vereins vereinte alle Künste 

    HCV-Fastnacht in schönster Fassung 

    Der tanzende HCV-Nachwuchs entzückte das Publikum. Foto: Hannelore Nowacki


    HOFHEIM – „Alles unter einer Kapp!“ ist das aktuelle Motto des Hofheimer Carneval-Vereins 1988 (HCV). Andere stecken alle unter einer Decke und scheuen das Licht der Öffentlichkeit, beim HCV verhält es sich mit der Kapp ganz anders. Was da bei der ersten Prunksitzung am Samstagabend ans Licht kam, konnte sich mit allergrößtem Vergnügen sehen und hören lassen. Eine weitere ausverkaufte Prunksitzung folgt am kommenden Samstag. In fünf Stunden brachte der HCV die bunte Besucherschar im großen Saal des frisch renovierten Bürgerhauses kräftig in Wallung. Mit voller Kraft voraus ohne ein Zeichen von närrischer Ermattung endete das Programm mit einem großen Finale aller Aktiven. Für Unermüdliche war danach noch die Bar geöffnet. Eine Empfehlung, die das Zeug für ein gelungenes Lebensmotto hat, gab Sitzungspräsident Alexander Scholl dem Publikum mit auf den Nachhauseweg. „Stellen Sie sich vor: Das Passwort für’s Leben heißt Humor!!!“ Mit einem dreifach donnernden Helau wurde die Howwemer Fastnacht begrüßt, Raketen und Applaus befeuerten die Aktiven. Sitzungspräsident Scholl reimte für die „holde Narrenschar“ und führte durch das Programm, soweit er nicht selbst hier und da mitwirkte, als Tänzer und als mitreißender Sänger, der seinen persönlichen Hitmix mitgebracht hatte. Ein Star unter funkelndem Sternenhimmel im Saal, der das begeisterte Publikum ins Land der Schlagerträume entführte – das kann auch der König von Mallorca nicht besser. Unter der Leitung von Katrin Scholl und Tatjana Riefler tanzten sich die HCV-Wichtel in die Herzen der Besucher. Zum ersten Mal stieg Katrin Scholl in der Bütt und zum ersten Mal gab es beim HCV wieder ein Protokoll, eine gute Gelegenheit pointensicher aus dem Nähkästchen zu plaudern, denn der Gatte ist ja Ortsvorsteher, eigentlich aber „Ortsversteher“. Geschehen ist am Ort einiges, nur die Sanierung des Bürgerhauses hatte das Potenzial als Aufreger.

    Rita Rose als „Fraa vun Howwe“ geht in den närrischen Ruhestand. Foto: Hannelore Nowacki


    Und schon war der nächste Programmpunkt dran. Die vier „Partysänger“ holten das Lasso raus und nahmen das Publikum mit auf eine rasante Tour zum Maibaum auf dem Dorfplatz bis die Hände im Saal zum Himmel flogen. Schwungvoll ging es mit den HCV-Flower Powers, der kleinen Garde, und den HCV-Piccolos, der mittleren Garde, weiter. Mit graziler Schönheit präsentierte die HCV-Garde ihre sehenswerte Vorführung. Präzise Choreografie und tänzerisches Können erfreuten die Zuschauer. In dieser Kampagne sind insgesamt 53 HCV-Gardetänzerzinnen aktiv. Immer wieder tritt der Mann „hinter der Bühne“ im Frack auch auf der Bühne in Erscheinung, der als Butler eine gute Empfehlung wäre, zumal er mit komischem Talent gesegnet ist. Peter Hebauer versorgte Elferrat mit Flüssigem und spielte in der ersten Reihe mit. Die „Note Shakers“ mit Christian Ratsch und Klaus Debus waren das Team für den guten handgemachten Ton und den Tusch. Zu einem Blind Date hatten sich Martina Vock und Edwin Stöwesand, der Erste Vorsitzende, auf der Bühne verabredet, eine ganz diffizile Angelegenheit. Je mehr er strahlt, umso besorgter schaut sie und das Publikum hat viel zu lachen. Komiteemitglied Markus Scholl hielt der Politik als „Till vom HCV“ in Reimform und in freier Rede den Spiegel vor, ein ausgereiftes Stück Kritik an Zuständen und Gesellschaft, wie die Resonanz des Publikums zeigte. Mitten ins Wespennest oder ins Schwarze traf er gekonnt, bissgenau und nicht allen offiziellen Vorgaben gehorchend. Komiteemitglied und Finanzvorstand Volker Hildebrand, der Mann mit den guten Vorsätzen, sprach allen im Saal, die hochkalorischen Genüssen verfallen sind, wunderbar witzig aus dem Herzen. Mit den „Pink Ladies“ machten die Zuschauer einen Ausflug in die Finsternis, die HCV-Garde tanzte fantasievoll in die 1990er Jahre hinein. Gründungsmitglied Rita Rose, Ortsvorsteherin im Ruhestand, die vor Jahren ihre Karriere als „Fraa vun Howwe“ begann, zwickt es im Rücken, auf jeden Fall geht die „Fraa vun Howwe“ nach der nächsten Prunksitzung in den närrischen Ruhestand. Skurriles und Seltsames hatte sie im Vortrag zusammengetragen, immer ein Grund zum Lachen. Eine kunterbunte Show der „Wonneproppen“ vom Paradies bis in die Zukunft katapultierte die Zuschauer fantasievoll in verschiedene Epochen, bevor das Männerballett, die HCV-Knusperstangen, unter dem Kommando von Irina Tiefenbach artistisch und tänzerisch die Prinzessin und die Frösche mit der goldenen Kugel am Brunnen zusammenbrachte. Eine Gesangsrunde mit Alisha Scholl führte auf das Finale zu, das nur durch den Vortrag von Heike Hildebrand mit Erlebnisberichten aus einem fiktiven Familienleben hinausgezögert wurde. Hannelore Nowacki

     

     

     

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