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  • Do., 22. Mai 2014, 14:20 Uhr
    Noch keine langfristige Hebammenversorgung gewährleistet

    Hebammensterben auf Raten

    Protestierten für bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen: Susanne Keller (Weinheim), Petra Neumann (Sandhofen), Verena Berger (Hüttenfeld), Heike Würth (Lampertheim), Laura Hübner (Bensheim), Susanne Klein (Hemsbach) und Sandra Oelschläger (Bickenbach; v.l.). Foto: oh


    HÜTTENFELD/MANNHEIM - Seit Jahren protestieren Hebammen für bessere Arbeitsbedingungen. Neu ist, dass nun auch Familien auf der Straße stehen und für sich „ihre Hebammen" fordern. Trotz leichter Erhöhung der Gebühren sieht in Bezug auf die Gesamtsituation für die Berufsgruppe die Zukunft derzeit weiter düster aus. Deshalb zogen rund 450 Menschen über die Mannheimer Planken und forderten von der Politik endlich mehr als Bekundungen, sich des Problems anzunehmen. Dass die relativ kleine Berufsgruppe mit circa 20.000 Hebammen in Deutschland dennoch eine wichtige Rolle spielt für die Gesellschaft zeigt sich zum Beispiel im Vergleich zu den USA, wo es relativ gesehen noch weniger Hebammenbetreuung gibt: Dort liegt die Kaiserschnittrate bei über 50 Prozent, während laut der Weltgesundheitsorganisation nur bei 10-15 Prozent der Kaiserschnitt medizinisch wirklich notwendig ist. In Holland dagegen liegt die Rate bei 13,5 Prozent, dort spielen Hebammen eine große Rolle in der Begleitung von Schwangerschaft und Geburt. Dies zeigt beispielhaft die Bedeutung für die individuelle Familie, als auch ökonomisch gesehen für die Gesellschaft, denn ein Kaiserschnitt kostet ein Vielfaches im Vergleich zur natürlichen Geburt. „Dieser „Notausgang" sollte „Notausgang" bleiben, denn sonst steht der Gewinn durch diese Operation nicht im Verhältnis zu dessen Risiken", erklärt Verena Berger, Hebamme aus Hüttenfeld. Schwangere haben ab dem Schwangerschaftstest einen gesetzliche Anspruch auf Hebammenbetreuung, das wissen noch immer viele nicht! "Leider gibt es immer wieder Frauen, die sich zu spät auf die Suche nach einer Hebamme machen. "Allein in den letzten zwei Wochen musste ich drei Frauen mitteilen, dass ich keine Kapazitäten mehr habe. Besonders in Urlaubszeiten und an Feiertagen kommt es zu Engpässen, denn auch hier an der Bergstraße ist dann der Bedarf höher als das Angebot", berichtet Berger, die auch Vorsitzende des Hebammanverbandes Kreis Bergstraße ist. ehr

     

     

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