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Di., 03. Mai 2016, 09:40 Uhr
Ausverkaufte Weinprobe des Fördervereins Domkirche in fröhlicher Stimmung
„Heilige Weine“ aus dem ältesten Anbaugebiet der Welt
Dekan Karl Hans Geil präsentierte die Weine mit vielen inspirierenden Anmerkungen und Geschichten. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Die gute Stimmung im großen Saal der Notkirche kam nicht vom Wein allein, denn schon bevor die Gäste der ausverkauften Weinprobe des Fördervereins Domkirche an den Tischen Platz nahmen, entwickelten sich viele lebhafte Gespräche. Eine freundliche Geräuschkulisse, die im Verlauf des langen Freitagabends immer wieder aufwallte, nun vielleicht auch vom Wein beflügelt. 170 zahlende Gäste waren an diesem sonnigen Freitagabend gekommen, um an einer sensationellen Veranstaltung teilzunehmen – fast alle Weine waren im Heiligen Land der Bibel gewachsen und zu besonderer Qualität gereift. Im besten Sinne also „Heilige Weine“ aus dem ältesten Anbaugebiet der Welt. Für die stärkende Unterlage war bestens mit Rinderbraten und Sauce, Knödeln und Knöpfle sowie herzhaften Salaten gesorgt. Später erhielten die Gäste bei Kaffee und Kuchen den nächsten Energieschub. Fördervereinsvorsitzender Herbert Eichenauer begrüßte die Gäste, neben ihm auf der Bühne Dekan Karl Hans Geil, der Hauptakteur des Abends mit profunder Kenntnis der Weine dieser Welt einschließlich ihrer Geschichte und Anbaugebiete. Ein kleiner Tisch, eine Kerze und ein Weinglas, mehr braucht er nicht, um seine Zuhörer mit spannenden und tiefgründigen Erzählungen über den Wein zu faszinieren. Stille kehrte dann ein, nachdem die heiligen Weine von den agilen Helferinnen und Helfern zu den Tischen gebracht und eingeschenkt wurden. Noch während der Dekan den Wein ein wenig im Glas schwenkte, war der Raum von Unterhaltungen erfüllt. Wie der Vorsitzende berichtete, habe der Verein nun eigene Weingläser angeschafft, wohlgeformt, wie die Genießer feststellen konnten. Drei Ehepaare hatten als Sponsoren zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen, dennoch war der Eintrittspreis einschließlich aller Speisen und Weinprobe, bedingt durch die hochwertigen und teuren Weine aus Israel, höher als sonst. In den letzten vier Jahrzehnten habe sich in Israel eine hohe Weinbaukultur entwickelt, die auch auf dem Weltmarkt bestehen könne, berichtete Dekan Geil. Ein roter Wein aus dem Libanon, ein Fakra Cuvee de temple aus dem Jahr 2012 ergänzte das Probensortiment. Zunächst erstaunlich, ein Weißwein aus dem Jahr 2015, der Siefersheimer Heerkretz, kommt aus Neu-Bamberg. Die Erklärung: Dieser sehr fruchtige Riesling Kabinett mit feinherber Note war lange Zeit der Abendmahlwein der Lukasgemeinde. Am Anfang präsentierte Dekan Geil einen jungen, frisch spritzigen Segal Ragil Cuvee, aus Savignon blanc, Muskat und Colombard. Dieser Weißwein, etwa 60 Kilometer von Gaza entfernt angebaut, begeisterte die meisten Genießer im Saal. Von den Golanhöhen kam der nächste Wein, auch dieser Wein koscher hergestellt. Acht Weine probierten die Gäste, am Schluss erwartete sie ein weiterer Höhepunkt mit einem Petite Syrah aus dem Eichenfass aus dem Jahr 2013. Jesus hatte sein erstes Wunder bei der Hochzeit von Kanaan mit der Vermehrung des Weins vollbracht, auch daran erinnerte Dekan Geil. Wein als Inbegriff von Freude, Heil und Erfüllung stehe seit Jahrtausenden im Blickpunkt, eine Tradition, die auch der Bibel zu verdanken sei. Von Goethe stammt das Zitat, das am Schluss der Probenfolge zu lesen war: „Für Sorgen sorgt das liebe Leben und Sorgenbrecher sind die Reben“. Der Erlös aus der Weinprobe kommt wieder in den Topf, aus dem die Orgel abbezahlt wird und weitere Renovierungen der Domkirche finanziert werden müssen. Hannelore Nowacki
Gute Stimmung war bei der erlesenen Weinprobe garantiert. Foto: Hannelore Nowacki