Neunte Wormser Kulturnacht lockte rund 2400 Gäste / Hohe Temperaturen / Stadt pulsiert
Heiß, heißer, Kulturnacht!
Die Kulturnacht in Worms bot ein vielfältiges und hochwertiges Programm mit zahlreichen Künstlern aus der Region. Foto: Bernhard Bertram
WORMS - Heiß, heißer, Kulturnacht: Vielleicht war der 4. Juli die heißeste Nacht des Jahres. Bei den nächtlichen Temperaturen von über 30 Grad kamen 2400 zahlende Besucher. Somit zählt der Veranstalter, die Kultur und Veranstaltungs GmbH (KVG), rund 200 Gäste weniger als im Vorjahr. Unzählige Nachtschwärmer nutzten aber auch das große, frei zugängliche Angebot und flanierten bis spät in die Nacht durch die Stadt. Auf Grund der hohen Temperaturen starteten viele Kulturinteressierte später als üblich in die Sommernacht und bescherten der freien Szene bei der neunten Kulturnacht viele, nächtliche Besuche. Bei der Netzwerkveranstaltung am 4. Juli präsentierten rund 43 Veranstaltungsorte mit über 600 Akteuren ihr Können. Der Veranstalter meldet keine Vorkommnisse.
Es war wohl die Sommernacht des Jahres und so begrüßte Oberbürgermeister Michael Kissel um 19 Uhr rund 300 Gäste in einem der „klimatisch wohl angenehmsten Orte des Abends“: denn in der Dreifaltigkeitskirche ließ es sich bei kühlen Innentemperaturen und mit dem Sinfonieorchester der Jugendmusikschule beschwingt in den Abend starten. Im Zuge seiner Eröffnungsrede sprach der Oberbürgermeister auch von der „Qual der Wahl“, die einem das Kulturnachtangebot mit 43 Veranstaltungsorten beschere: „Eigentlich ist das aber ein Luxusproblem. Denn die Künstler aus Worms und der Region haben ein so hochklassiges wie umfangreiches Programm gestaltet, dass die Kreativität der Szene wahrlich zu spüren ist.“
Rund 600 Akteure boten von Ausstellungen, über Lesungen bis hin zu unterschiedlichen Musikprogrammen ein tolles Programm. Ziel dieser Veranstaltung sei es nun mal möglichst viele Orte und Künstler einem möglichst großen Publikum bekannt zu machen, erläutert Volker Gallé, Initiator der Kulturnacht und Kulturkoordinator der Stadt Worms: „Die Vielfarbigkeit der Szene wird eben gerade erst durch die Fülle der Angebote deutlich.“
Gerade die Führungen unter freiem Himmel waren sehr beliebt, als zu späterer Stunde die Temperaturen etwas sanken. Sowohl die Weintour mit der Vinovation oder auch mit den Gästeführern zählten jeweils über 30 Zuhörer. Aber auch so manche Kühlschranktemperatur der teilnehmenden Kirchen war für manchen hitzegeplagten Besucher eine Rettung. Gerade die neuen Veranstaltungsorte fanden ihr Publikum: das Akustik-Duo „Blossom“ bescherte den Fischerwäädern einen entspannten Abend „in ihrer Gasse“. Auch die beschwingten Klänge und Gedichte von ZIRO! im Café gleis 7 passten perfekt in den Sommerabend. Wiederholt zeigte sich, dass Veranstaltungsorte in der Peripherie deren Erreichbarkeit längere Zeit in Anspruch nahm, weniger Zuspruch fanden. So waren die beiden neun Veranstaltungsorte, das Fitnessstudio Black&White und das Heinrich-Völker-Bad, leider nur sehr schwach besucht.
Im Wormser Theater begeisterten am Abend Einblicke in die Nibelungen-Festspiele. Ted Stoffer, der diesjährige, amerikanische Choreograph, erarbeitete mit seinen Team verschieden Tänze und Figuren für das Stück. So wie er die Tänzer an das Stück heranführte, nahm er auch die Gäste mit: hundertprozent echt. Die Tänzer mit Leib und Seele stürmten nach ihrem Probenende dann noch den benachbarten Mozartsaal und tanzten mit „Welt-inFarbe“-DJ Sebastian Kreikemeier auf der Bühne weiter. Der klimatisierte Mozartsaal hatte zuvor auch über 100 Gäste beim Goldplay-Konzert (Coverband von Coldplay) gezählt. zg